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Nö: Überflutungen im Bezirk St. Pölten, Ortschaft abgeschnitten

Bezirk St.Pölten (Nö): Die Folgen des kräftigen Regens der letzten Tage und Stunden haben das Pielachtal im Bezirk St. Pölten teilweise von der Außenwelt abgeschnitten.

Update: 08.08.2006 09:32 Uhr

Die Pielach ist entlang der Hauptverkehrsader B39 zwischen Hofstetten und Frankenfels stellenweise über die Ufer getreten. Im Ortsgebiet von Frankenfels ist zudem ein Hang abgerutscht, ein Haus musste evakuiert werden. Frankenfels ist derzeit am Landweg nicht erreichbar, Kirchberg nur mehr über die so genannte ,,Luft“ beziehungsweise den Mohrigraben ­ beides schmale, kurvenreichen Straßen.

Hier in Kirchberg wird jede einzelne Hand gebraucht um Sandsäcke zu füllen und zahlreiche überflutete Keller auszupumpen“, berichtet Öffentlichkeits-Abschnittssachbearbeiter Franz Dirnbacher direkt aus dem betroffenen Gebiet. Da die Meteorologen weitere Niederschläge für die Region melden, wurde seitens des Bezirksfeuerwehrkommandos St. Pölten um 13:30 Uhr ein Führungsstab in der St. Pöltner Feuerwehrzentrale eingerichtet. Denn auch in der Landeshauptstadt und Umgebung sind die Pegel der Traisen stetig angestiegen, erst in der letzten Stunde konnte eine – vorläufige – Stabilisierung beobachtet werden. Derzeit führt die Traisen in St. Pölten 2,95 Meter Wasser, bei normalem Wasserstand sind es 80 Zentimeter…

Mittlerweile stehen 41 Freiwillige Feuerwehren aus dem ganzen Bezirk St. Pölten im Einsatz, von Kirchberg bis nach Eichgraben ­ also im gesamten Feuerwehrbezirk – sind die freiwilligen Helfer mit Sicherungs- und Pumparbeiten beschäftigt. Bezirksfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner war mit Bezirkshauptmann Josef Kronister im Unwettergebiet unterwegs, um sich vor Ort ein Bild der aktuellen Lage zu machen. Sein Resumé: ,,Die Lage ist derzeit bedrohlich, aber stabil. Alles hängt von der Wetterentwicklung der nächsten Stunden ab. Die Feuerwehren des Bezirks werden jedenfalls die ganze Nacht über im Einsatz beziehungsweise in Bereitschaft stehen!“

Aktuelles Einsatzgeschehen im Bezirk St. Pölten:
Abschnitt Kirchberg/Pielach:

Frankenfels nicht erreichbar, Hangrutsch im Ortsgebiet, ein Haus wurde evakuiert Überflutungen entlang der Pielach und in den Ortschaften, B39 ab Hofstetten gesperrt ­erreichbar nur mehr über die ,,Luft“ bzw. Mohrigraben Wasserstand derzeit stabil

Abschnitt Herzogenburg:
Überflutung der Wasserburger Au ­ Straße 20 Zentimeter unter Wasser Gefahr der Überflutung einiger Häuser in Traismauer-Oberndorf droht ­ Mühlbach wird derzeit versucht, über eine Wehr abzuleiten Behördlicher Führungsstab in Traismauer installiert Beseitigen von Verklausungen entlang der Perschling Wasserstand derzeit stabil.

Abschnitt Neulengbach:
Entlang des Laabenbaches und des Anzbaches ­ Sicherungsmaßnahmen (Sandsäcke füllen und an die Bevölkerung verteilen), diverse Auspumparbeiten Große Tulln droht im Bereich Inprugg über die Ufer zu treten Wasserstand derzeit stabil leicht steigend.

Abschnitt St. Pölten-Land:
Konzentration auf den Bereich Stössing, Michelbach, Kasten ­ hier sind besonders viele kleine Bäche über die Ufer getreten, Sicherungsmaßnahmen mit Sandsäcken Überflutungen entlang der Traisen im Bereich von Wilhelmsburg Wasserstand derzeit stabil leicht steigend.

Abschnitt St. Pölten-Stadt:
Überflutung in Ochsenburg, Regierungsviertel, Pottenbrunn (in die dafür vorgesehenen Bereiche); Sicherungsmaßnahmen (Sandsäcke; Aufbau der Hochwasserschutzwand bei der Traisenbrücke ­ ehemaliger Merkurmarkt) Primärdamm im Bereich der Nordbrücke in St. Pölten droht unterspült zu werden. Wasserstand derzeit stabil leicht fallend.

Update 21:00 Uhr
Derzeit sind alle Pegelstände im Bezirk St. Pölten steigend, die Traisen ist um 20:25 Uhr über 3 Meter gestiegen. In St. Pölten-Ochsenburg wurde der Stand von 3,06 Metern erreicht. Die Regenfälle werden für die kommenden Stunden weiterhin sehr stark erwartet. Auf die Freiwillige Feuerwehren des Bezirks St. Pölten wartet demnach eine lange, anstrengende Nacht!

Update 08.08.2006, 08:31 Uhr
Bezirk St. Pölten zur Katastrophe erklärt: 700 FF-Helfer im Einsatz

Die Bezirkshauptmannschaft hat für den Bezirk St. Pölten-Land um 21:45 Uhr die Katastrophe ausgerufen.
Die Situation an den Flüssen Traisen, Pielach, Perschling, Laabenbach, Anzbach und Große Tulln hat sich seit den frühen Abendstunden weiter verschärft. Die Traisen steigt derzeit weiter, aktuell zeigt der Pegelstand in St. Pölten-Ochsenburg 3,35 Meter. Mittlerweile stehen 700 freiwillige Feuerwehrmitglieder aus 48 Feuerwehren im Einsatz. Die Arbeiten Sicherungsmaßnahmen, Sandsäcke
füllen und aufschlichten, Dämme kontrollieren und Verklausungen lösen.
Um 23:45 Uhr wurde nun auch für die Landeshauptstadt die Katastrophe ausgerufen, nachdem der Wasserstand in Wilhelmsburg nicht mehr gemessen werden kann (letzte Pegelstand: 3,50 Meter) und in einigen Stadtteilen Überflutungen befürchtet werden müssen. „In den Voralpen regnet es weiter sehr stark, daher müssen wir mit weiter ansteigenden Flussständen im Bezirk rechnen“, so Bezirksfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner.
Vorsorglich wurden am Abend auch 30.000 Stück zusätzliche Sandsäcke aus Mödling geliefert. Diese stehen auf Paletten verpackt in der Feuerwehrzentrale St. Pölten bereit. Im Wirtschaftshof wurden und werden insgesamt 5.500 Sandsäcke gefüllt, in Böheimkirchen 6.000 weitere.

Aktuelles Einsatzgeschehen im Bezirk St. Pölten:

Abschnitt Kirchberg/Pielach: Frankenfels und Schwarzenbach nicht erreichbar, Hangrutsch im Ortsgebiet,
Überflutungen entlang der Pielach und in den Ortschaften, B39 ab Hofstetten gesperrt, Moarigraben um 22:52 Uhr gesperrt Kirchberg nur mehr über die „Luft“ erreichbar
Wasserstand derzeit stabil

Abschnitt Herzogenburg: Traisen im Bereich von Herzogenburg bis Traismauer übergelaufen, mehrheitlich im
Auengebiet. Mühlbäche beidseitig der Traisen wurde sicherheitshalber entleert Wasserstand derzeit leicht steigend

Abschnitt Neulengbach: Weiterhin Füllen von Sandsäcken und Schützen neuralgischer Punkte. Diverse Straßensperren weiterhin aufrecht, Laabenbach und Große Tulln leicht fallend, Anzbach gleichbleibend
Wasserstand derzeit stabil – leicht sinkend

Abschnitt St. Pölten-Land: Der Michelbach ufert im Bereich von Böheimkirchen derzeit aus. 6.000 Sandsäcke in Böheimkirchen gefüllt und im Verlauf der Perschling in Stössing und Michelbach aufgelegt. Wasserstand leicht steigend

Abschnitt St. Pölten-Stadt: Ausuferung im Bereich Ganzendorf (Süden der Stadt) bzw. im Bereich Ochsenburg-West
Kritische Situation im Bereich der Landessportschule, Wasser stark gestiegen. Füllen von Sandsäcken durch den Wirtschaftshof St. Pölten (15 Mitarbeiter). Wasserstand stark steigend



Update 08.08.2006 09:32 Uhr: Hochwasser im Bezirk St. Pölten – Konzentration auf Herzogenburg

Die ganze Nacht über haben hunderte freiwillige Feuerwehrmitglieder im Bezirk St. Pölten gegen die
Wassermassen angekämpft. Der massive und beherzte Einsatz der (derzeit) 41 Feuerwehren hat Wirkung gezeigt, so wurde etwa in St. Pölten-Ochsenburg ein regelrechter Wall an Sandsäcken aufgeschlichtet, um den südlichsten Teil der Landeshauptstadt vor Überflutungen zu schützen. Immer
wieder werden die eingesetzten Kräfte abgelöst! Mittlerweile hat sich der Mittelpunkt der Einsätze durch den Wasserfluss – weiter in Richtung Donau verschoben: Die Bahnlinie zwischen Herzogenburg und Traismauer musste gesperrt werden, da der Bahndamm von den Wassermassen überflutet wurde, im Bereich Freilehnmühle ist die Traisen ebenso wie in St. Pölten-Radlberg über die Ufer getreten. Weiterhin von der Außenwelt abgeschnitten sind die Ortschaften Frankenfels und Schwarzenbach im Pielachtal. Die Wasserstände sind
mit Ausnahme des Bereiches Herzogenburg derzeit fallend, die Traisen hatte mit 3,40 Metern ihren höchsten Stand um 2:30 Uhr erreicht. Aktuell sind es noch immer 2,85 Meter! Bezirksfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner und Bezirkshauptmann Josef Kronister beraten aktuell die weitere Vorgangsweise der rund 600 eingesetzten Feuerwehrhelfer!

Fotos: BFKDO St.Pölten

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