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Griechenland: Waldbrand auf Chalkidike – Touristen von Flammen eingeschlossen

Chalkidike (GR): In einer dramatischen Evakuierungs-Aktion sind in der Nacht auf Dienstag, 22. August 2006, mehrere hundert Menschen auf der griechischen Halbinsel Chalkidike vor einem bedrohlichen Waldbrand in Sicherheit gebracht worden.

Unklar war aber zunächst, wie viele der betroffenen 100 österreichischen Touristen evakuiert wurden. Die Flammen zerstörten mindestens 20 Häuser in der Region Kassandra, dutzende Menschen wurden mit Atemnot ins Krankenhaus gebracht. Ein Mann ertrank nach offiziell nicht bestätigten Angaben, als er vor den Flammen ins Meer flüchtete.
Die griechischen Behörden riefen in der Nacht auf Dienstag den Notstand in der betroffenen Region aus. Militäreinheiten in Nordgriechenland erhielten den Befehl, den überforderten Feuerwehrleuten zu helfen. Die Situation sei dramatisch, sagte der Chef der griechischen Feuerwehr Andreas Kois im staatlichen Rundfunk. Wenn der Wind wie vorhergesagt noch stärker werde, erschwere dies die Arbeit der Feuerwehr zusätzlich.

„Das Feuer ist völlig außer Kontrolle. Ich bete, dass es regnet“, sagte Regionalgouverneur Panayiotis Psomiadis, nachdem er sich von einem Motorrad aus ein Bild von der Lage gemacht hatte. Die Feuerwehr ging davon aus, dass der Waldbrand erst nach Tagesanbruch mit Löschflugzeugen unter Kontrolle gebracht werden kann.
Das Außenministerium in Wien richtete einen Krisenstab ein und schickte vier Mitarbeiter in die Krisenregion, um den betroffenen Österreichern zu helfen. Der Leiter des Krisenstabs, Peter Launsky, berichtete in der „ZiB3“ von bereits angelaufenen Schiffsevakuierungen durch staatliche und private Stellen in Griechenland. Es gebe „bisher keine Hinweise“, dass Österreicher durch den Brand verletzt worden seien.

Im Feuer eingeschlossen: Später hieß es aus dem Außenamt, dass es zum Schicksal der Österreicher widersprüchliche Angaben gebe. Während es aus der österreichischen Botschaft in Athen geheißen habe, „fast alle“ 100 Österreicher seien in Sicherheit gebracht worden, habe das deutsche Generalkonsulat im nordgriechischen Saloniki diese Informationen nicht bestätigen können. So seien auch zahlreiche der eingeschlossenen rund 400 deutschen Touristen noch nicht evakuiert worden, erläuterte ein Beamter des Bereitschaftsdienstes im Außenministerium.
Wie der oberösterreichische EU-Parlamentarier Paul Rübig in einem Telefongespräch mit der APA berichtete, wurden die Urlauber am Montag zunächst aus ihren Hotels an den Strand gebracht. „Wir wissen nicht wohin, vorne und hinten brennt es“, sagte er von seinem Ferienort Hanioti aus. „Die Menschen hier sind in Panik und in Lebensangst.“ Da dicke Rauchschwaden über den Strand zögen, hätten viele der 1.000 dorthin evakuierten Menschen eine Rauchgasvergiftung erlitten. Die Menschen versteckten sich unter nassen Handtüchern, Einheimische teilten Wasser aus Kanistern aus. Es habe bereits einen Toten gegeben, der in Panik ins Meer gesprungen und ertrunken sei, erzählte Rübig.

Flucht per Boot: Die Feuerfront ist Schätzungen nach neun Kilometer lang. In den Feriensiedlungen Polychrono, Hanioti, Kriopigi und Pefkochori wurden Hotels, Campingplätze und Wohnhäuser evakuiert. Vom Strand wurden einige Menschen mit Booten der Küstenwacht über den Golf von Kassandra gebracht. Andere verbrachten die Nacht auf Liegestühlen am Strand oder flohen mit dem Auto in die 80 Kilometer nördlich gelegene Hafenstadt Saloniki.
Mehr als 250 Feuerwehrleute, Soldaten und Freiwillige waren zur Brandbekämpfung im Einsatz. Der Waldbrand brach nach Angaben der Polizei nach einigen Blitzeinschlägen aus. Es gab aber auch Hinweise auf Brandstiftung.
In Südosteuropa herrscht zurzeit eine Hitzewelle mit Temperaturen bis 42 Grad. Drei weitere Waldbrände wüten in Südgriechenland und auf der westlichen Insel Zakynthos. Auf Chalkidike gibt es nach Angaben der Behörden aber auch Hinweise auf Brandstiftung.

Oö. Rundschau

ORF-Bericht:
In einer dramatischen Evakuierungsaktion sind in der Nacht auf Dienstag mehrere hundert Menschen auf der griechischen Halbinsel Chalkidike vor einem bedrohlichen Waldbrand in Sicherheit gebracht worden. Entgegen ursprünglichen Angaben wurden die von dem Waldbrand bedrohten österreichischen Touristen in der Nacht auf Dienstag, 21. August 2006, doch nicht auf dem Seeweg evakuiert worden.
Die Österreicher im Ferienort Hanioti konnten in ihre Hotels zurückkehren und auch dort übernachten, weil sich der Brand „deutlich zurückgezogen“ habe und die Gebäude nicht mehr bedrohe, teilte der Sprecher des Außenministeriums, Georg Schnetzer, am Dienstag in der Früh der APA mit.
Die Flammen zerstörten mindestens 20 Häuser in der Region Kassandra, dutzende Menschen wurden mit Atemnot ins Krankenhaus gebracht. Ein Mann ertrank nach offiziell nicht bestätigten Angaben, als er vor den Flammen ins Meer flüchtete.

Notstand ausgerufen: Die griechischen Behörden riefen in der Nacht auf Dienstag den Notstand in der betroffenen Region aus. Militäreinheiten in Nordgriechenland erhielten den Befehl, den überforderten Feuerwehrleuten zu helfen. Die Situation sei dramatisch, sagte der Chef der griechischen Feuerwehr Andreas Kois im staatlichen Rundfunk.

„Völlig außer Kontrolle“: Wenn der Wind wie vorhergesagt noch stärker werde, erschwere dies die Arbeit der Feuerwehr zusätzlich. „Das Feuer ist völlig außer Kontrolle. Ich bete, dass es regnet“, sagte Regionalgouverneur Panayiotis Psomiadis, nachdem er sich von einem Motorrad aus ein Bild von der Lage gemacht hatte.
Die Situation für die Touristen habe sich „weitgehend entspannt“ und es gebe „keine Hinweise auf Verletzte“ unter den rund 100 Österreichern, sagte Schnetzer unter Berufung auf Informationen von der österreichischen Botschaft in Athen und telefonische Kontakte mit mehreren Betroffenen.

Urlaub soll fortgesetzt werden: Die meisten von ihnen wollten ihren Urlaubsaufenthalt wie ursprünglich geplant fortsetzen und erst am Donnerstag nach Hause fliegen. Schnetzer konnte aber nicht ausschließen, dass einige Österreicher in stärker von den Flammen bedrohten Teilen der Halbinsel doch per Schiff evakuiert worden sein könnten. Vier Mitarbeiter von Innen- und Außenministerium sollen am Dienstag in die Region fliegen, um sich um die Österreicher zu kümmern, sagte der Sprecher.

Dramatische Situationen: Wie der oberösterreichische EU-Parlamentarier Paul Rübig in einem Telefongespräch mit der APA berichtete, wurden die Urlauber am Montag zunächst aus ihren Hotels an den Strand gebracht. „Wir wissen nicht wohin, vorne und hinten brennt es“, sagte er von seinem Ferienort Hanioti aus.
„Die Menschen hier sind in Panik und in Lebensangst.“ Da dicke Rauchschwaden über den Strand zögen, hätten viele der 1.000 dorthin evakuierten Menschen eine Rauchgasvergiftung erlitten.

In Panik ins Meer gesprungen: Die Menschen versteckten sich unter nassen Handtüchern, Einheimische teilten Wasser aus Kanistern aus. Es habe bereits einen Toten gegeben, der in Panik ins Meer gesprungen und ertrunken sei, erzählte Rübig.
Die Feuerfront ist Schätzungen nach neun Kilometer lang. In den Feriensiedlungen Polychrono, Hanioti, Kriopigi und Pefkochori wurden Hotels, Campingplätze und Wohnhäuser evakuiert. Vom Strand wurden einige Menschen mit Booten der Küstenwacht über den Golf von Kassandra gebracht.
Andere verbrachten die Nacht auf Liegestühlen am Strand oder flohen mit dem Auto in die 80 Kilometer nördlich gelegene Hafenstadt Saloniki.

Blitzschlag oder Brandstiftung? Mehr als 250 Feuerwehrleute, Soldaten und Freiwillige waren zur Brandbekämpfung im Einsatz. Der Waldbrand brach nach Angaben der Polizei nach einigen Blitzeinschlägen aus. Es gab aber auch Hinweise auf Brandstiftung.
In Südosteuropa herrscht zurzeit eine Hitzewelle mit Temperaturen bis 42 Grad. Drei weitere Waldbrände wüten in Südgriechenland und auf der westlichen Insel Zakynthos. Auf Chalkidike gibt es nach Angaben der Behörden aber auch Hinweise auf Brandstiftung.

Österreichischer Rundfunk

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