Medien / Fotografen

Großflächiger Blackout in Deutschland – Auch Feuerwehr gefordert

Deutschland: Eine Panne im deutschen Stromnetz hat am Samstagabend, dem 4. November 2006, bei Millionen Menschen in Westeuropa die Lichter ausgehen lassen. Allein in Frankreich waren rund fünf Millionen Menschen ohne Elektrizität. Auch aus Österreich, Belgien, Italien und Spanien wurden Ausfälle berichtet.

In Deutschland gab es nach Angaben des Kraftwerkbetreibers RWE zwischen 22 Uhr 10 und 22 Uhr 40 keinen Strom unter anderem im Ruhrgebiet, am Niederrhein, im Kölner Raum und in Rheinland-Pfalz. Nennenswerte Verkehrsbehinderungen oder andere besondere Vorkommnisse wurden zunächst nicht gemeldet. Allerdings versetzte die plötzliche Dunkelheit viele Bürger in Angst und Schrecken. Feuerwehr und Polizeidienststellen berichteten von Tausenden Anrufen besorgter Menschen. Die Feuerwehr Essen stockte kurzfristig ihr Personal in der Leitstelle um 50 Prozent auf. In Köln führte der Ansturm bei der Feuerwehr nach Angaben eines Sprechers dazu, dass «echte Notrufe» nicht mehr zeitnah bearbeitet werden konnten.
RWE-Sprecher Theo Horstmann machte im Nachrichtensender n-tv eine Störung im europäischen Höchstspannungsnetz für den Zwischenfall verantwortlich. Dabei habe es sich um eine so genannte Unterfrequenz gehandelt: Im Netz sei zu wenig Kraftwerksleistung vorhanden gewesen. Um eine solche Unterfrequenz schnell auszugleichen, werde automatisch Last vom Netz genommen. Das bedeute, dass private, aber auch industrielle Grossverbraucher ebenso wie Umschaltstationen abgeschaltet würden, erklärte Horstmann.
Wie es zu dieser Unterfrequenz, die die europaweite Kettenreaktion auslöste, kommen konnte, war zunächst unklar. Besonders betroffen davon war Frankreich, wo nach Angaben des Energieunternehmens RTE neben insgesamt 15 Regionen auch Teile der Hauptstadt Paris kurzzeitig ohne Elektrizität waren. Dort musste die Feuerwehr zu 40 Einsätzen ausrücken, weil Menschen in Aufzügen festsassen.
Der Stromausfall begann um 22 Uhr 13. Zwischen 22 Uhr 30 und 23 Uhr sei die Versorgung wiederhergestellt gewesen, erklärte RTE. Auch in Österreich hatte die Panne Auswirkungen. Durch sofort eingeleitete Notmassnahmen sei ein grossflächiger Blackout aber verhindert worden, hiess es laut einer Meldung der Nachrichtenagentur APA in einer Mitteilung des Energieunternehmens Verbund. Im Osten Österreichs seien eine Reihe von Kraftwerken ausgefallen. Gegen 22 Uhr 50 sei die geregelte Stromversorgung wieder hergestellt worden.

Neue Züricher Zeitung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert