Bgld: 50 Mio. Euro Großbrand Tusch Druck – Leykam Let`s Print in Neudörfl

Neudörfl (Bgld): Kurz nach 11 Uhr ist am 15. November 2006 bei der Firma Tusch-Druck in Neudörfl ein Brand ausgebrochen. Die „Firma Leykam – Let`s Print“ ist führend im Rollenoffsetdruck in Österreich und zählt in Europa zu den Top 10 auf diesem Markt.
Um 11:09 Uhr wurde die Feuerwehralarmzentrale in Eisenstadt vom Bezirkspressereferenten des Bezirksfeuerwehrkommandos Mattersburg, HBI Roland Posch, telefonisch vom Brand bei der Firma Tusch-Druck in Neudörfl verständigt.

Da die Brandmeldealarme durch die automatische Brandmeldeanlage der Firma Tusch in der Feuerwehrzentrale in Wiener Neustadt auflaufen, wurden die Feuerwehren Neudörfl und Wiener Neustadt bereits kurz zuvor über die Alarmzentrale in Wiener Neustadt alarmiert.

Bereits bei der Anfahrt zum Einsatzort konnte Ortsfeuerwehrkommandant HBI Ewald Kaiser aus Neudörfl über der Firma Tusch-Druck eine riesige dunkle Rauchwolke und meterhohe Flammen erkennen. Zwei Hallen stand zu diesem Zeitpunkt bereits in Vollbrand. Er veranlasste daher umgehend die Nachalarmierung der Nachbarfeuerwehren und die Feuerwehren des Abschnittes.

Mit einem umfassenden Löschangriff (Innenangriffe durch Atemschutztrupps, Außenangriff über die Drehleitern und Hubsteiger der Feuerwehren Neudörfl, Mattersburg und Wiener Neustadt, Innenangriff mit Schaum) ist es den Feuerwehren gelungen, den Brand zu löschen und ein Übergreifen auf weitere Produktionshallen zu verhindern.
Bei den Löscharbeiten waren die Feuerwehren Neudörfl an der Leitha, Bad Sauerbrunn, Pöttsching, Mattersburg, Wiesen, Sigleß, Krensdorf, Neustift an der Rosalia, Forchtenau und Wiener Neustadt aus Niederösterreich mit ca 150 Feuerwehrmitglieder eingesetzt.

Bezirkshauptmann Dr. Engelbrecht, Bezirksfeuerwehrkommandant OBR Adolf Binder, BFKDT-Stellvertreter BR Eduard Feurer, Bezirksfeuerwehrinspektor ABI Eduard Haring und Abschnittsfeuerwehrkommandant ABI Ewald Tiess waren vor Ort und unterstützten die Einsatzleitung.

Nach einer Lagemeldung um 15 Uhr sind die Feuerwehren zur Zeit mit Nachlöscharbeiten beschäftigt. Die Nachlöscharbeiten werden dadurch erschwert, dass immer wieder Betonteile der Decke herunterstürzen. Die ausgebrannten Hallen dürfen daher nicht mehr betreten werden.

Die Brandursachenermittler sind bereits vor Ort und haben mit den Erhebungsarbeiten begonnen. Das Löschwasser ist zum Teil mit Farben, Lösungsmitteln und Ölen kontaminiert. Die Brandursache und die Schadenshöhe sind derzeit noch nicht bekannt:

Nachsatz: Vor 9 Jahren waren ebenfalls 10 Feuerwehren bei den Löscharbeiten bei einem Großbrand bei der Firma Tusch-Druck eingesetzt!
50 Millionen Euro Schaden! (ORF-Update)
Durch den Großbrand im Druckereibetrieb der Firma Leykam in Neudörfl ist ein Großteil der Produktionsanlage in Schutt und Asche gelegt worden. Der Schaden ist enorm könnte 50 Millionen Euro betragen. Das Feuer bei Leykam hat einen Großteil der Produktionshalle zerstört, fünf von sieben Druckmaschinen sind betroffen. Seinen Ausgang hat der Brand bei der Reparatur einer Druckmaschine genommen. 200 Feuerwehrleute waren zur Brandbekämpfung eingesetzt. Die Beschäftigten der Druckerei wurden in Sicherheit gebracht, es gab nur einen Leichtverletzten. Auch wenn das Feuer eingedämmt werden konnte, für den Aufsichtsratsvorsitzenden und Miteigentümer der Leykam Let’s Print, Anton Schubaschitz, bedeutet der Großbrand einen enormen Schaden für den Betrieb. Die geschätzte Schadenshöhe: 50 Millionen Euro. „Wir wissen auch noch nicht, wie wir damit umgehen. Das ist eine Riesenkapazität, die hier steht. Wir müssen uns jetzt kümmern, für unsere Kunden Lösungen zu finden, weil der Produktionsausfall in diesem Werk beträchtlich sein wird und es ist so viel an Produktion ausgefallen, insbesondere auch die neue 72-Seiten-Maschine, dass wir auch in den anderen Werken diesen Riesenausfall nicht aufholen können“, so Schubaschitz. Derzeit findet auf dem Betriebsgelände der Leykam in Neudörfl eine Krisensitzung statt, dabei wird auch entschieden, wie es in der Druckerei mit der Produktion weitergeht. Bei Leykam in Neudörfl steht die größte Rollen-Offset-Druckmaschine Österreichs. Gedruckt werden Magazine wie „Profil“ und „Trend“ sowie Werbematerialien.
Übrigens: Auch wenn es klingt unglaublich klingt – heute vor neun Jahren ist in der vom Brand betroffenen Druckerei in Neudörfl ebenfalls ein Feuer ausgebrochen. Am 15. November 1997 stand die Halle der damaligen Firma Tusch in Flammen.
ORF-Update 2 – Aufgefachte Glutnester:
Nach dem Brand in der Druckerei Leykam in Neudörfl am Mittwoch war die Feuerwehr auch am Donnerstag noch im Einsatz: In der Früh musste die Feuerwehr Neudörfl erneut ausrücken, um Glutnester zu löschen. Bis 5.00 Uhr wurde Brandwache gehalten. Kurz nach 8.00 Uhr wurde die Feuerwehr Neudörfl erneut alarmiert und war bis etwa 10.00 Uhr im Einsatz. Immer wieder seien kleine Glutnester aufgeflackert, die durch den Wind angefacht wurden, so ein Feuerwehr-Sprecher.
Das Feuer, das am Mittwoch zu dem Großbrand führte, brach laut Polizei bei einer Druckmaschine aus, an der Reparaturarbeiten durchgeführt wurden. Die genaue Brandplatzuntersuchung sei noch nicht abgeschlossen, hieß es von der Sicherheitsdirektion Burgenland. Ob die Reparaturarbeiten im Zusammenhang mit der Brandursache stehen, könne vorerst noch nicht gesagt werden.
DIE ERMITTELTE BRANDURSACHE:
Aufgrund der durchgeführten Erhebungen des Landeskriminalamtes Burgenland konnte nun die Brandursache im Druckereibetrieb in Neudörfl festgestellt werden. Es bestätigte sich der vorliegende Verdacht, wonach Reparaturarbeiten an einer Druckermaschine mit funkenerzeugenden Geräten – Trennschneidmaschine – zum Brand geführt haben. In 4 m Höhe wurde mit der Trennschneidmaschine gearbeitet. Bedingt durch den ausgeprägten Funkenflug kam es in ca. 5 – 6 m Entfernung zur Entzündung entweder von dort deponierten leicht entzündlichen Reinigungsmitteln oder von entzündlichen Verunreinigungen am Fußboden. Die Flammen griffen derart rasch auf die gesamte Druckmaschine über, sodass Löschmaßnahmen durch das anwesende Personal aus Sicherheitsgründen nicht mehr durchgeführt werden konnten. Vom Brand wurde fast die gesamte Produktionshalle erfasst, wobei 5 von 7 Druckmaschinen total zerstört wurden. Durch den raschen und massiven Einsatz der Feuerwehren konnte ein Übergreifen auf die Nachbarräume bzw. Fertigungshalle verhindert werden. Personen kamen bei dem Brand nicht zu Schaden. Fremde Nachbarobjekte waren nicht gefährdet.
