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Oö: Feuerwehrkassier trieb Kameraden in die Finanzmisere

St. Roman/Ried (Oö): Die Klein-Feuerwehr Kössldorf trauert einem Haufen Geld nach. Ihr eigener Ex-Kassier und Kamerad hat sich an den sauer verdienten Rücklagen der Löscher vergriffen.

Eine Weile stand die Klein-Feuerwehr aus St. Roman sogar vor dem finanziellen Ruin. Trinkfeste Löscherfreunde halfen mit ihrem Besuch beim Waldfest-Open-Air den geprellten Kameraden aber aus der Patsche. Einschließlich Zinsen hatte der 44-jährige ehemalige Kassier 18.500 Euro in die eigene Tasche gesteckt. Das Geld stammte von Einnahmen aus Festen und sollte für den Neubau des Zeughauses verwendet werden. Auch Spenden waren darunter.
Ein erster Verdacht keimte bei den Löschern auf, als ihr für die Finanzen zuständiger Kamerad bei der Vollversammlung im März vergangenen Jahres kein Sparbuch vorlegen konnte. Der Kassier gab damals vor, es verloren bzw. verlegt zu haben. Nach und nach kam aber die traurige Wahrheit ans Tageslicht. Das Geld war weg. Die Reserven der Klein-Feuerwehr waren offenbar für private Vergnügungen vom einstigen „Säckelwart“ abgezweigt worden. Auch das Feuerwehrkonto war überzogen. Obwohl Angehörige des untreuen Kassiers nach Auffliegen der Affäre 5000 Euro überwiesen, war es für die Löscher ein harter Schlag.

Nun musste sich der Kamerad für seine Tat im Rieder Landesgericht verantworten. Anklagevorwurf: Veruntreuung und Urkundenunterdrückung. Der Langfinger bekennt sich schuldig. „Selbstverständlich werde ich den angerichteten Schaden wieder gut machen“, sagt er. Richter Rudolf Aschauer zeigt sich davon aber nicht sonderlich beeindruckt: „Die eigenen Freunde zu bestehlen, macht kein gutes Bild.“ Als der Vorsitzende wissen will, wo das Sparbuch sei, muss der Angeklagte zugeben: „Ich weiß es nicht. Ich habe es bestimmt nicht verschmissen. Ich habe zu Hause alles umgedreht, es aber nicht gefunden. Es tut mir sehr leid.“

Der Schriftführer der Feuerwehr Kössldorf beziffert den noch offenen Betrag mit rund 13.000 Euro. „Unser Ex-Kassier hat nachweislich seit 1997 keine Zinsen mehr verbucht.“ Richter Rudolf Aschauer verhängt gegen den bislang unbescholten gewesenen Angeklagten eine siebenmonatige bedingte Freiheitsstrafe. Außerdem muss der Innviertler volle Schadenswiedergutmachung leisten. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

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