Technisch

Stmk: Chemieeinsatz mit Personenrettung im Cargo-Center-Graz

Werndorf (Stmk): Am Mittwoch, dem 14. März 2007, wurde um 05:16 Uhr die Betriebsfeuerwehr Cargo-Center-Graz in Werndorf zu einem Unfall mit einem 68 Tonnen Container Stapler gerufen. Der Stapler mit einem 34 Tonnen beladene Tankcontainer geriet ins Kippen und stürzte nach vorne hin um.

Die Alarmmeldung seitens der ÖBB lautete: Unfall mit Tankcontainer, eine Person noch im Container Stapler, Austritt einer unbekannten Flüssigkeit. Nach ca. drei Minuten waren die ersten Einsatzkräfte der Feuerwehr Cargo-Center-Graz vor Ort und führten über einen Leiterweg die Menschenrettung durch. Gleichzeitig wurde der Verschubbetrieb in diesem Sektor des Terminals eingestellt und der Chemiealarmdienst der Landesregierung verständigt. Außerdem wurde eine großräumige Absperrung vorgenommen und ein 130 Tonnen Bergekran für Sicherungsarbeiten angefordert.

10 Minuten nach Einsatzbeginn konnte man aus den Frachtpapieren entnehmen, dass es sich um Kautschuk handelt. Der Tankcontainer war mit ca. 31.000 Liter beladen und war bei dem Unfall im unteren drittel Leck geschlagen. Zu diesem Zeitpunkt waren an die 600 bis 800 Liter Kautschuk ausgelaufen.

Das komplette Abdichten der lecken Stelle war nicht möglich und konnte nur teilweise durchgeführt werden. Diese Arbeit musste unter schwerem Atemschutz aus folgendem Grund erfolgen: in unmittelbarer Nähe der Austrittsstelle entstehen Lösungsmitteldämpfe, welche für die Atemwege gefährlich sind. Bedingt des entstandenen Vakuums im Container, hörte dieser nach 30 Minuten zum Fließem auf.

Nach dem Binden der ausgetretenen Flüssigkeit wurde der Container vom Stapler abgekuppelt. Hiefür musste die Betriebsfeuerwehr einen Leiterweg für die Befestigung des Kettengehänges herstellen, um ein sicheres Entkuppeln von Stapler und Container zu gewährleisten.

Gegen Mittag wurde mit den Umpumparbeiten seitens der BF Graz begonnen. Der Container musste dafür belüftet werden, welches zur Folge hatte, dass der Containerinhalt wieder sehr stark zu fließen begann und permanent der ausgetretene Kautschuk mit den beiden Saugwagen einer Entsorgungsfirma abgesaugt werden musste. Nach Beendigung der Abpumparbeiten musste der untere Bereich der Isolierung des Containers entfernt werden.

Der logistische Aufwand der sich im Laufe des Einsatzes herausstellte, war enorm. Durch die sehr gute Zusammenarbeit aller Feuerwehren vor Ort sowie aller Spezialkräfte konnte ein größerer Schaden verhindert werden. Dadurch kamen auch keine weiteren Personen bei diesem Unfall zu Schaden.

Nach aufwändiger Reinigung des Unfallplatzes sowie aller Gerätschaften rückte die Betriebsfeuerwehr Cargo-center-grad um 21:00 Uhr – nach 16 Stunden Einsatzzeit – wieder ins Feuerwehrhaus ein und war wieder einsatzbereit.

Chronologischer Ablauf des Einsatzes:
05:16 Uhr: Alarm und Einsatzbeginn – Feuerwehr CCG rückt mit 3 Fahrzeugen und 12 Mann aus.
05:25 Uhr: Verständigung Chemiealarmdienst der Steiermärkischen Landesregierung.
05:35 Uhr: Verständigung Bergekran Firma Prangl (130 to Teleskopkran).
05:45 Uhr: Verantwortliche der ÖBB und der STLB mit 5 Mann vor Ort.
05:55 Uhr: Anforderung eines Ersatzcontainers.
06:34 Uhr: Anforderung von ÖL Werndorf – mit 1 Fahrzeug und 3 Mann vor Ort.
06:50 Uhr: Eintreffen des Bergekranes – 2 Fahrzeuge und 2 Mann.
07:05 Uhr: Eintreffen des Chemiealarmdienstes – 1 Fahrzeug und 2 Mann.
08:30 Uhr: Anforderung von zwei Saugfahrzeugen der Fa. Saubermacher – 2 Wagen und 4 Mann
11:00 Uhr: Eintreffen des Ersatzcontainers – 1 Fahrzeug und 1 Mann.
11:30 Uhr: Alarmierung der Berufsfeuerwehr Graz.
12:10 Uhr: Eintreffen der BF Graz – 3 Fahrzeuge und 10 Mann.
16:45 Uhr: Abpumpen bis zur Leckasche durch die BF Graz.
19:30 Uhr: Umfüllen der Restmenge in den Zweiten Container.

Einsatzleiter: HBI Bernd Macher, BtF Cargo-Center-Graz in Werndorf.

Bezirks-Feuerwehrverband Graz-Umgebung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert