Nö: Person auf Brückenkonstruktion in Wampersdorf
Wampersdorf (Nö): Zu einem nicht alltäglichen Einsatz wurde die FF Wampersdorf am Samstag, dem 25. August 2007, um 18.31 Uhr alarmiert. Die Alarmierung lautete auf „Person in Notlage“, genaueres wurde erst bei der Ausrückemeldung bekannt gegeben.

Als das RLFA diese machte, teilte Florian Baden mit, dass eine Person auf die Brückenkonstruktion der Leithabrücke zwischen Wampersdorf und Wimpassing geklettert war und mit Selbstmord drohte.
Gleichzeitig mit der FF Wampersdorf wurde auch die FF Pottendorf alarmiert, die in der Drehleiter ein Sprungtuch mitführt. Beide Feuerwehren fuhren ohne Folgetonhorn zum Einsatzort an, um die Situation nicht unnötig zu eskalieren. Bei der Ankunft am Einsatzort ergab sich folgendes Bild: Der junge Mann saß auf der ca. 4 Meter hohen Brückenkonstruktion und viele Schaulustige waren rundherum versammelt. Einsatzleiter HBI Gerhard Leitgeb erkannte sofort den Ernst der Situation und ließ den gesamten Bereich rund um die Brücke sperren. Dies bedeutete auch eine Komplettsperre der B16, die von der Polizei durchgeführt wurde. Da noch kein Psychiater vor Ort war, wurde vorsichtig versucht, mit der Person auf der Brücke Kontakt aufzunehmen, während die FF Pottendorf mit dem Sprungtuch auf der Brücke in Stellung ging.

Nach dem Eintreffen des zuständigen Psychologen übernahm dieser die Gespräche mit der offensichtlich alkoholisierten Person. Der Situation war ein heftiger Streit bei einer Hochzeitsgesellschaft im Gasthaus zur Leithabrücke vorangegangen.
Während der Arbeit des Psychologen beschränkte sich die Tätigkeit der Feuerwehren auf das Absperren des Bereichs rund um die Leithabrücke und auf das Bereithalten des Sprungtuchs. Nach ca. einer Stunde wurde noch die FF Baden-Stadt mit ihrem Sprungretter nachalarmiert. Der Plan war, dass dieser Sprungretter auf der Leithabrücke aufgeblasen wird und die FF Pottendorf mit ihrem Sprungtuch in der Leitha positioniert wird, da nicht sicher war, wohin der Mann im Fall des Falles springen würde, auf die Fahrbahn der B16 oder in die Leitha.
Beim Eintreffen der FF Baden-Stadt deutete sich aber bereits eine Entspannung der Situation an. Nachdem die Forderung des jungen Mannes nach Abzug aller Polizeieinheiten erfüllt war, kletterte er um ca. 20.15 Uhr von der Brückenkonstruktion. Dies bedeutete das Ende des Einsatzes für die FF Pottendorf und die FF Baden-Stadt, für die FF Wampersdorf sollte er aber noch weiter gehen.
Da nämlich die Polizei nach wie vor nicht in die Nähe der Person durfte, mussten Männer der FF Wampersdorf die Sicherung des Einsatzortes übernehmen. Das hieß im Klartext, verhindern, dass die Person erneut auf die Brückenkonstruktion klettert, während der Psychologe seine Arbeit fortsetzte. Ein weiterer Psychologe traf am Einsatzort ein und stellte fest, dass sich die Person nicht mehr in einem psychischen Ausnahmezustand befand und so keine Suizidgefahr mehr bestand.
Somit konnte gegen 21.15 Uhr auch die letzte Gruppe der FF Wampersdorf ihren Einsatz beenden und ins Zeughaus einrücken. Der junge Mann wurde mit einem Taxi nach Hause gebracht. Es dürften sehr hohe Kosten auf den jungen Mann zukommen, da er neben allen Einsatzkräften auch die zweistündige Sperre der B16 bezahlen muss.
Eingesetzte Kräfte: FF Wampersdorf mit 23 Mann und 3 Fahrzeugen (RLFA 2000, KLF, MTF), FF Pottendorf mit 18 Mann und 4 Fahrzeugen (DL, TLF 4000, RF, MTF), FF Baden-Stadt mit 5 Mann und 1 Fahrzeug (KRF-S mit Sprungretter-Anhänger), RK Landegg mit 3 Mann und 1 Fahrzeug (RTW), PI Pottendorf, PI Hornstein, PI Neufeld und PI Eisenstadt, BH Eisenstadt sowie 1 Arzt und 2 Psychologen.
