Neun „Feuerwehrfreundliche Betriebe“ erhielten erstmals „Feuerwehr-Awards 2007“

Österreich: Eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für die über 328.000 großteils freiwilligen Feuerwehrleute forderte Ing. Manfred Seidl, Präsident des Österreichischen Bundesfeuerwehr-verbandes (ÖBFV), …
… anlässlich der Verleihung der „Feuerwehr-Awards 2007“ am Donnerstagabend des 20. September 2007 im Beisein aller Landesfeuerwehrkommandanten.
Besonders bei den Dienstfreistellungen für Feuerwehrmitglieder sieht der Burgenländische Landesbranddirektor Handlungsbedarf. Lösungsansätze wie Steuervorteile für Unternehmen, die Feuerwehrmitglieder beschäftigen bzw. freistellen, oder eine generelle Freistellung im Katastrophenfall wie z.B. im Freistaat Bayern haben die Feuerwehren bereits in der Vergangenheit aufgezeigt. Seidl: „Eine zukunftsorientierte Lösung muss noch gefunden werden. Jedenfalls ist sicherzustellen, dass das Ehrenamt nachhaltig gesichert bleibt und auch in Zukunft Bestand haben kann.

“ Innenminister Günther Platter sagte den Feuerwehren seine Unterstützung zu. Die Bundesregierung habe sich vorgenommen „für Freiwillige im Katastropheneinsatz die Möglichkeit von zusätzlichen sozialen Absicherungen zu prüfen, damit ihnen aus ihrer Hilfeleistung kein Nachteil entstehen kann. Ich bin zuversichtlich, dass wir hier gemeinsam zu tragfähigen Lösungen kommen werden, um das Ehrenamt auch langfristig strategisch absichern zu können“. Eine wichtige Säule für den Fortbestand des Freiwilligenamtes ist die Unterstützung durch die Arbeitgeber, von denen neun im Großen Festsaal des Innenministeriums mit „Feuerwehr-Awards 2007“ als „Feuerwehrfreundliche Betriebe“ ausgezeichnet wurden:
· Elektrizitätswerke Reutte Ges.m.b.H., Reutte (Tirol)
· Lentner Elektro GesmbH Co KG, Kolsass (Tirol)
· Gebauer & Griller GmbH, Poysdorf (Niederösterreich)
· Schubrig GesmbH, Krems (Niederösterreich)
· Landtechnikfachbetrieb Zankl, Jenig (Kärnten)
· Tischlerei Erschen GmbH & Co KG, Eberndorf (Kärnten)
· Felix Austria GmbH, Mattersburg (Burgenland)
· Katzbeck GmbH & Co KG, Rudersdorf (Burgenland)
· W & H Dentalwerke Bürmoos GmbH, Bürmoos (Salzburg)
Diese Auszeichnung wurde heuer das erste Mal in Zusammenarbeit mit dem Innenministerium und der Wirtschaftskammer vom Präsidium des Österreichischen Bundesfeuerwehrverbandes (ÖBFV) auf Vorschlag der Landesfeuerwehrverbände in zwei Kategorien vergeben: Privatunternehmen sowie öffentliche Unternehmen des Bundes, der Länder und Gemeinden. Bedingung für die Nominierung war, dass im Unternehmen aktive Feuerwehrmitglieder beschäftigt sind, dass die ArbeitnehmerInnen für Feuerwehreinsätze während der Arbeitszeit freigestellt werden oder dass der Betrieb das Feuerwehrwesen auf andere besondere Weise unterstützt. „Neben den ehrenamtlichen aktiven Feuerwehrmitgliedern sind verständnisvolle Unternehmer die wichtigste Voraussetzung zum Funktionieren des flächendeckenden österreichischen Feuerwehrsystems“, dankte ÖBFV-Präsident Seidl den neun „Feuerwehrfreundlichen Betrieben“. Innenminister Platter sprach den ausgezeichneten Betrieben den Dank der Republik Österreich dafür aus, „dass Sie trotz des harten Wettbewerbes, dem Sie tagtäglich ausgesetzt sind, in ganz besonderem Maße bereit sind, dem Land und seinen Menschen zu dienen.

Für diese gelebte Solidarität, die sie in vorbildlicher Weise repräsentieren, darf ich Ihnen meinen ausdrücklichen Dank aussprechen“. Es sei keineswegs Selbstverständlichkeit, „dass Unternehmen bereit sind, ihre Mitarbeiter dann ziehen zu lassen, wenn es notwendig ist und der Mitarbeiter, der vielleicht gerade zu diesem Zeitpunkt auch in der Firma dringend benötigt würde, zu einem Einsatz gerufen wird“. „Dienstfreistellungen sind keine Selbstverständlichkeit, sondern gelebte gesellschaftliche Verantwortung in reinster Form“, betonte auch NRAbg. Dr. Hans-Jörg Schelling, Vizepräsident der Wirtschaftskammer Österreichs. „Es muss uns allen aber auch bewusst sein, dass eine Dienstfreistellung in Zeiten des globalen Wettbewerbs eine äußerst sensible Thematik ist.“ Sowohl den Angestellten, als auch den Unternehmern dürfe durch dieses besondere En-gagement kein gravierender Nachteil entstehen, begrüßte Schelling „die Bestrebungen im aktuellen Regierungsübereinkommen, für Freiwillige im Katastropheneinsatz die Möglichkeit einer sozialen Absicherung zu prüfen. Beispielsweise wäre ein Kostenersatz im Einsatzfall Kompensation der Entgeltfortzahlung in Katastrophenfällen durch den Katastrophenfonds hier sehr zu begrüßen“.
1. Felix Austria GmbH, Mattersburg (Burgenland)
Felix Austria produziert seit fast 50 Jahren Lebensmittel unter einer Marke, die zu den bekanntesten im österreichischen Lebensmittelhandel zählt. Am Standort in Mattersburg kreiert und vertreibt das Unternehmen mehr als 100 Produkte. Diese werden fast ausschließlich vor Ort hergestellt und entwickelt. Die „Felix“, wie sie von der Bevölkerung der Umgebung liebevoll genannt wird, bietet knapp 200 Personen aus der Region einen Arbeitsplatz. Ketchup, fertige Pasta Saucen (Sugo) und die Gulaschsuppe (im Gastronomiebereich) zählen seit Jahren zu den unangefochtenen Lieblingen von Herrn und Frau Österreicher. Darüber hinaus produziert das Unternehmen auch noch Fertiggerichte, Sauergemüse, Gurken und Salate. Felix Austria beschäftigt mehrere Feuerwehrleute und unterstützt tatkräftig die Feuerwehren der Region Mattersburg.
2. Katzbeck GmbH & Co KG, Rudersdorf (Burgenland)
Seit über 55 Jahren fertigt die Firma KATZBECK im Südburgenland, in Rudersdorf hochwertige Fenster und Türen nach Maß. Zusätzlich hat das Unternehmen vier weitere Verkaufsateliers in Gleisdorf, Güssing, Feldbach und Neusiedl am See. Katzbeck ist einer der renommiertesten Fensterhersteller Österreichs und einer der größten Arbeitgeber in einer strukturschwachen Region. Katzbeck beschäftigt derzeit ca. 200 Mitarbeiter. Das Unternehmen beschäftigt zwischen 40 und 45 Feuerwehrmitglieder. Es gibt zwei Brandschutzbeauftragte, die aus dem Kreis der Feuerwehr kommen. Katzbeck stellt für Feuerwehreinsätze im Ort die Feuerwehrmitglieder frei. Pro Jahr müssen die freiwilligen Helfer ca. 15 Mal den Arbeitsplatz verlassen. Das Unternehmen befindet sich an der burgenländisch-steirischen Landesgrenze und lädt einmal pro Jahr die Feuerwehren der Region aus beiden Bundesländern zur Winterschulung ein, bei der eine Betriebsbesichtigung und eine Feuerbeschau stattfindet.
3. Landtechnikfachbetrieb Zankl, Jenig (Kärnten)
Die Firma Landtechnik Zankl ist ein Gailtaler Familienbetrieb und kann auf eine 130-jährige Firmengeschichte zurückblicken. In den Bereichen Landtechnik, Forst-und Gartengeräte sowie Garagentore zählt dieses Unternehmen dank einer hervorragenden Produktpalette und einem Top-Service zu einem verlässlichen Partner der Landwirtschaft, technischer Unternehmen und den privaten Haushalten. Das Unternehmen besteht aus zwölf MitarbeiterInnen, wovon zehn bei der Freiwilligen Feuerwehr sind und wichtige Funktionen besetzen. Neben Kommandant und Stellvertreter besteht die „Feuerwehr Zankl“ aus drei Maschinisten, einem Kassier, einem Zugskommandanten sowie drei aktiven Feuerwehrmännern und ist stets dort, wo Gefahr in Verzug oder Not am Manne ist.
4. Tischlerei Erschen GmbH & Co KG, Eberndorf (Kärnten)
Die Tischlerei Erschen, ein Kärntner Familienbetrieb, wurde im Jahre 1927 durch Josef Erschen gegründet. Qualität und persönliche Beratung ist seit der Gründung oberste Firmenphilosophie. Ob Neu- oder Umbau: Die Tischlerei bieten professionelle Planung für den kompletten Innenausbau und ist der ideale Fachberater zur Erfüllung Ihrer Wohn(t)räume – egal ob klassisch, modern oder Feng Shui! Das Unternehmen beschäftigt fünf Feuerwehrmitglieder und der Firmenchef ist zugleich der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr. Bis zu 25 Mal pro Jahr ist es notwenig, für den Nächsten das Unternehmen zu verlassen.
5. Gebauer & Griller GmbH, Poysdorf (Niederösterreich)
Das Unternehmen Gebauer und Griller mit einem Gesamtumsatz von € 339 Mio. im Jahr 2006/07 besteht aus ca. 1.300 Mitarbeiter, wovon ca. 640 Mitarbeiter im Werk Poysdorf beschäftigt sind. Die Firmengruppe steht seit 1940 für erfolgreiche und innovative Produktentwicklungen im Bereich Kabel, Leitungen und Batteriekabelsätze für die europäische Automobilindustrie. Ein engagiertes Team „verantwortlicher Beauftragter“ sorgt für die ständige Verbesserung der Arbeitssicherheit, des Brandschutzes, der Abfallwirtschaft und des Umweltschutzes im Betrieb. Gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr werden z.B. laufend Brandschutzübungen abgehalten, Notfallspläne erarbeitet, wobei großer Wert bereits auf den vorbeugenden Brandschutz gelegt wird.
6. Schubrig GesmbH, Krems (Niederösterreich)
Die Bauunternehmung „Baumeister Alfred Schubrig“ wurde von Baumeister Kom.-Rat. Alfred Schubrig im Jahre 1946 ins Leben gerufen. In der Zwischenzeit erfolgte die Umwandlung in die „Schubrig Ges.m.b.H.“ sowie diversen Tochterunternehmen.
Das Unternehmen ist ein solider Familienbetrieb, dessen Anteile sich im Besitz von Herrn Bmstr. Alfred Schubrig und Frau Mag.arch. Elisabeth Schubrig befinden. Die Firma Schubrig beschäftigt zirka 20 Mitarbeiter, die in unterschiedlichsten Feuerwehren aktive Mitglieder sind. Der Polier selbst ist Kommandant der FF Loiwein. Die Chefin, Frau Mag. Schubrig, ist ebenfalls neues Mitglied der FF-Krems und absolviert seit Jahresbeginn die Grundausbildung.
7. W & H Dentalwerke Bürmoos GmbH, Bürmoos (Salzburg)
W&H gilt als einer der weltweit führenden Hersteller von zahnmedizinischen Präzisionsinstrumenten. Die Produkte von international führendem Qualitätsstandard kommen in Zahnarztpraxen, Zahnkliniken, Dentallabors und in der Mikrochirurgie zur Anwendung. Der Exportanteil des hauptsächlich im Business to Business – Bereich tätigen Familienunternehmens mit Sitz in Bürmoos bei Salzburg liegt bei über 95%. Mit einem Jahresumsatz von 85 Millionen Euro und 580 Mitarbeitern an zwei Produktionsstätten in Bürmoos zählt W&H zu einem bedeutenden Arbeitgeber in der Region. Als Industriebetrieb dieser Größe ist es für W&H eine Selbstverständlichkeit, lokal entsprechend sozial zu agieren. Dazu zählen nicht nur diverse interne Leistungen, die W&H 2006 zum mitarbeiterfreundlichsten Betrieb des Jahres ge-macht haben, sondern auch der kontinuierliche Beitrag zur Sicherheit des Ortes Bürmoos. Deshalb werden Mitarbeiter von W&H für ihre Tätigkeit bei der freiwilligen Feuerwehr von ihrer Arbeit freigestellt und zwar für insgesamt 100 Stunden pro Jahr. Bislang wurde diese Freistellung allerdings noch nie komplett ausgeschöpft, was unter anderem auf das hohe Verantwortungsbewusstsein der betroffenen Mitarbeiter zurückzuführen ist.
8. Elektrizitätswerke Reutte GesmbH, Reutte (Tirol)
Die Elektrizitätswerke Reutte bieten höchste Qualität in der Stromversorgung und im Bereich Elektroanlagenbau. In Ihrer über 100- jährigen Firmengeschichte haben sich die Elektrizitätswerke Reutte zu einem maßgeblichen Wirtschaftsfaktor im Außerfern und im Allgäu entwickelt.
Rund 500 Mitarbeiter sind in den diversen Unternehmensbereichen beschäftigt, 350 davon in Reutte. Die Elektrizitätswerke Reutte legen höchsten Wert auf Qualitätsarbeit. Diese Haltung fließt auch in die Lehrlingsausbildung und in Aus- und Weiterbil-dungsmaßnahmen für die Mitarbeiter ein. Sichtbare Zeichen für die hohen Stan-dards der EWR sind die Qualifizierung des Betriebes nach ISO 9000:2000 , sowie die Zertifizierung als staatlich ausgezeichneter Ausbildungsbetrieb.
9. Lentner Elektro GesmbH Co KG, Kolsass (Tirol)
Das Familienunternehmen aus Tirol wurde im Jahr 1968 von Richard Lentner gegründet und seit 1990 von seinem Sohn Helmut geführt. Die Firma Elektro Lentner gehört heutzutage zu einem der innovativsten Elektrounternehmen in Tirol. Mittlerweilen ist beinahe die gesamte Familie im Unternehmen beschäftigt und deckt somit die Bereiche Zahlungs- und Rechungswesen, Verkauf und Buchhaltung, Installation und Service sowie den Bereich Handel ab. Neun der 20 Mitarbeiter sind zusätzlich Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr und dürfen offiziell unentgeltlich und jeder Zeit bei einem Alarm den Arbeitsplatz verlassen, um Menschen in Not zu helfen. Zusätzliche wird alle 5 Jahre ein 16-stündiger Erste-Hilfe-Kurs für alle Mitarbeiter organisiert und finanziert.
Österreichischer Bundes-Feuerwehrverband
Landes-Feuerwehrverband Burgenland
