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Sbg: Abschnittsübung Flachgau 4 – Brand im Umspannwerk Grödig – Eichet

Grödig (Sbg): Feuerwehreinsätze in Hochspannungsanlagen gehören nicht zum Feuerwehralltag. Ein “Störfall“ kann aber jederzeit und in jeder Gemeinde auftreten. So wurde am 04. Februar 2007 um 23:20 Uhr die FF Grödig zu einem Brand ins Umspannwerk – Eichet gerufen.

Damals konnte ein Brand nach einer Stromabschaltung rasch gelöscht werden. Dieser Einsatz führte zu einer Abschnittsübung in diesem Werk in Zusammenarbeit mit der Salzburg AG. Das “UW Eichet“ gehört zu den modernsten Anlagen dieser Art im Land Salzburg und ist ein wesentlicher Bestandteil der Stromversorgung für die Landeshauptstadt. Unter anderem verfügt diese Anlage über zwei moderne 110/30 KW Trafo mit je rund 23.000 kg Trafoöl und über eine Innenraumschaltanlage mit FS6 Isolationsgas. Neben der Hochspannung stellen die großen Mengen an Trafoöl und das Isolations- bzw. Löschgas FS6 (Sauerstoff verdrängend) die größten Gefahrenquellen für die Einsatzkräfte dar.

Übungsszenario:
Am 25.09.07 um 19:35 Uhr ereignet sich im Umspannwerk Eichet folgender Zwischenfall: Durch eine unbekannte Ursache gerät ein 110/30 KW Trafo in Brand. Durch die große Hitzeentwicklung droht sich der Brand auf die gesamte Anlage und auf das angrenzende Kraftwerksgebäude auszubreiten. Zudem wird auch ein SF6 Gas austritt vermutet. Mehrer Personen werden im Gebäude vermisst. Zudem ist die Löschwasserversorgung wegen der jährlichen Almabkehr schwierig.

Übungsablauf: Um 19:40 Uhr alarmiert die Übungsleitung die zuständige Feuerwehr Grödig. Nach dem Eintreffen von Tank 1 Grödig und der Erkundung des Übungsleiters werden die restlichen Feuerwehren vom Bereitstellungsraum Parkplatz Untersberg – Seilbahn laut Übungsplan alarmiert und in zwei Abschnitte aufgeteilt. Während dessen dringt ein Atemschutztrupp der FF Grödig gemeinsam mit einem Lotsen der Salzburg AG (auch unter Atemschutz) zur Personenrettung in das Gebäude vor. Wegen der angenommenen starken Hitzestrahlung kann Tank 2 Grödig nur über einen zweiten Anfahrtsweg die Rückseite des Gebäudes erreichen, beginnt zuerst mit einem C-Rohr die Löscharbeiten und richtet gleichzeitig den 2. Einsatzabschnitt ein. Die Wasserversorgung in diesem Bereich erfolgt über eine mehrere hundert Meter lange Zubringleitung, da der angrenzende Almkanal wegen den jährlichen Revisionsarbeiten kein Wasser führt.

Die Sicherstellung der Löschwasserversorgung bis zur Fertigstellung dieser Relaisleitung übernimmt Tank Niederalm. Im Einsatzabschnitt unterstützt unterdessen ein zweiter Atemschutztrupp die Personenrettung im Gebäude, zudem wird eine Überdruckbelüftung und ein Atem- bzw. Verletztensammelplatz installiert. Parallel dazu startet ein umfassender Löschangriff. Die Wasserversorgung sichert eine Tank Pendel-Verkehr und ein naheliegender Hydrant. Um das mit Trafoöl verschmutzte Löschwasser aufzufangen, errichtet Pumpe Vorderfager gemeinsam mit Öl Grödig eine Ölsperre im Bereich Almkanal – Pflegerbrücke. Um ca. 20:30 Uhr sind die wichtigsten Übungsziele erreicht.

Übungs-Nachbesprechung: Nach den Aufräumarbeiten und einer kurzen Übungsanalyse konnte man zu einem weiteren wichtigen Übungsteil übergehen. Der Sicherheitsbeauftragte der Salzburg AG Dipl. Ing. Putz und der verantwortliche Techniker für das Umspannwerk Eichet Herr Gerhard Bichler referierten kurz über die eventuellen Gefahren im Bereich von elektrischen Anlagen und elektrischen Leitung für Einsatzkräfte. An dieser Stelle möchten wir uns nochmals bei der Salzburg AG für die ausgezeichnete und vorbildliche Zusammenarbeit bedanken.

Übungsdaten:

Mannschaftsstärke:
ca. 95 Mann von der Feuerwehr, 3 Mann der Salzburg AG

Feuerwehr Grödig: TLF-A 3000, SLF-A 1500, KLF-A, KRF, Öl, MTF, Krad
LZ Fürstenbrunn: TLF-A 2000, KLF-A
Feuerwehr Anif: LF-A
LZ Niederalm: TLF-A 4000
Feuerwehr Elsbethen: RLF-A 2000
LZ Vorderfager: LF-A
Feuerwehr Wals-Siezenheim:
LZ Wals: TLF-A 3000
LZ Viehhausen: LF-A
LZ Siezenheim: TLF-A 3000
FF Großgmain: KLF-A

Übungsleiter und Verfasser des Berichtes: Lm Karl Schnöll-Reichl (FF Grödig)

Information FS6 Gas

FS6 Gas dient als Isolations- bzw. Löschgas im Elektrizitäts- bzw. Telekommunikationssektor.

Eigenschaften:
• farblos, geruchlos und ungiftig
• schwerer als Luft d.h. Sauerstoff verdrängend – Erstickungsgefahr
• austretendes Gas vermischt sich bleibend mit Luft
Schutzmaßnahmen:
• Im Störfall Raum verlassen, absperren und belüften
• Atemschutz verwenden
• Schutzkleidung tragen
• nach der Arbeit exponierte Körperstellen gründlich mit Wasser und Seife waschen

Freiw. Feuerwehr Grödig

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