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Oö: Nach Intrigen bei der Feuerwehr treten drei Kommandanten zurück

Wels-Land: Bei der Feuerwehr im Bezirk Wels-Land rumort es. In gleich drei Gemeinden warfen die Kommandanten frustriert das Handtuch.

In Holzhausen und Stadl-Paura legten die Feuerwehrchefs von einem Tag auf den anderen ihre Funktionen zurück. In Lambach kündigt Kommandant Michael Krizek an, bei der nächsten Wahl nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Bei allen drei Fällen spielt mangelnder Rückhalt in der Mannschaft und fehlende Unterstützung durch die Gemeinden beziehungsweise die Bürgermeister eine Rolle.

Anonyme Briefe: Besonders schlimm sind die Zerwürfnisse in Holzhausen. Hier gibt es offenbar innerhalb der Feuerwehr eine Gruppe, die mit dem Führungsstil von Kommandant Dieter-Hans Prack, einem Berufssoldaten, ein Problem hat. Es kam zu einer Lagerbildung. Der schwelende Konflikt gipfelte darin, dass anonyme Briefe mit Unwahrheiten über den Kommandanten verschickt wurden. Prack erhoffte sich Unterstützung vom Bürgermeister. Doch der stellte sich nicht – in der Form, wie es sich der Feuerwehrchef erwartet hätte – hinter ihn.

In Stadl-Paura veranlasste ein ähnlicher Fall den Kommandanten dazu, das Handtuch zu werfen. Nach einem disziplinarischen Vorfall hatten sich einige Feuerwehrleute beim Bürgermeister über die strengen Worte des Kommandanten Franz Oberroithmayr beschwert. „Anstatt zu mir zu helfen, ist mir der Bürgermeister in den Rücken gefallen“, sagt Oberroithmayr, der noch am selben Tag zurücktrat.

In Lambach will Kommandant Michael Krizek bei der nächsten Wahl nicht mehr kandidieren, weil er „seine Vorstellungen nicht verwirklichen konnte“. Der 36-jährige Polizist wollte die Lambacher Feuerwehr professioneller machen. Dazu hätte er auch die Hilfe der Gemeinde gebraucht, die Bauhof-Mitarbeiter im Anlassfall freistellen hätte sollen. „Die Unterstützung war nicht ausreichend. Sowohl von Seiten der Gemeinde, als auch innerhalb der Mannschaft“, zeigt sich Krizek frustriert. Der Lambacher ist derart enttäuscht, dass er der Feuerwehr nach 25 Jahren Mitgliedschaft ganz den Rücken kehren will. „Ich habe mit der Feuerwehr abgeschlossen“, sagt Krizek.

OÖN-Kommentar:
Böses Blut -> Anonyme Briefe zu schreiben, ist absolut letztklassig
Was sich derzeit bei einigen Feuerwehren in Wels-Land abspielt, sollte einem zu denken geben. Drei engagierte Kommandanten, für die die Feuerwehr mehr als nur ein Hobby ist, werden durch interne Intrigen und Machtkämpfe so weit getrieben, dass sie alles an den Nagel hängen. Allen drei Fällen ist gemein, dass die „Meuterei“ von einer kleinen Gruppe von Feuerwehrleuten ausging, für die das Wort Veränderung automatisch etwas Schlechtes bedeutet.
Wenn dann derartige Machtkämpfe – wie in Holzhausen – in anonymen Briefen enden, ist das absolut letztklassig. Solche Vorgänge schaden dem Ansehen der ganzen Feuerwehr und bestrafen nur jene, die sich mit Leib und Seele für diese so wichtige Vereinigung engagieren. Und das ist immerhin der überwältigende Großteil der Brandbekämpfer im Bezirk Wels-Land. Würden die Intriganten all ihre negativen Energien für Positives einsetzen, wäre die Feuerwehr in den betroffenen Gemeinden das, was sie sein sollte: einfach unschlagbar.

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