Deutschland: Ladegut auf Sattelzug verrutscht -> Lkw-Lenker schwer eingeklemmt

Dorfmark (Deutschland): Lebensgefährliche Folgen hatte am 4. Dezember 2007 vermutlich nicht ausreichend gesichertes Gefahrgut auf einem Sattelschlepper auf der A7 bei Dorfmark.
Gegen 14.45 Uhr war der Mann aus Neubrandenburg mit seinem Lkw mit Anhänger auf der A 7 in Richtung Hannover gefahren und hatte einen sich aufgrund eines vorangegangenen Unfalls aufgebauten Stau zu spät bemerkt. Fast ungebremst fuhr er auf einen am Stauende auf dem rechten Fahrstreifen stehenden Sattelzug auf. Kurz vor dem Aufprall versuchte er vermutlich noch auszuweichen, wodurch der Lastwagen nach dem Aufprall umstürzte und quer auf den Fahrstreifen auf der linken Fahrzeugseite liegen blieb. Der 36-Jährige wurde im Führerhaus schwer eingeklemmt. Erst nach knapp zwei Stunden gelang es der Feuerwehr ihn mit schwerem Gerät aus dem Fahrzeug zu befreien.

Mit lebensgefährlichen Verletzungen wurde der Mann mit dem Rettungshubschrauber Christoph 4 ins Krankenhaus geflogen. Aufgrund dieses Unfalls bremste der 46-Jährige Fahrer eines folgenden Gefahrstofftransportes aus dem Kyffhäuserkreis (Thüringen) seinen Sattelzug durch eine Vollbremsung ab und wich auf den Standstreifen aus Hier kam das Gespann zum Stillstand, ohne mit einem anderen Fahrzeug zu kollidieren. Durch die Bremsung verrutschten jedoch die auf der Ladefläche nur unzureichend gesichert transportierten Kanister, in denen knapp 24 Tonnen ätzender und Atemweg gefährdender Stoff geladen war.

Durch den Druck platzen einige der Kanister auf und liefen aus. Die Feuerwehr fing die aus dem Sattelzug auslaufende Flüssigkeit auf, reinigte Sattelzug und Fahrbahn. Die Autobahn war in Richtung Hannover mehrere Stunden voll gesperrt, was längere Staus und Behinderungen auf den Umleitungsstrecken nach sich zog.
Ergänzung: Der schwer verletzte 36-Jährige Lkw-Fahrer aus Holldorf in Neubrandenburg wurde mit dem Rettungshubschrauber in die Medizinische Hochschule Hannover geflogen. Der Sattelanhänger des Gefahrstofftransportes aus dem Kyffhäuserkreis war mit 28 Paletten zu je 24 Kanistern (je 25 Liter) und 2 Behältern mit jeweils 1000 Litern Kaliumhydroxid beladen.

Der Stoff ist auch als Kalilauge bekannt und eine stark alkalische, ätzende, wässrige Lösung, der auch die Atemwege beeinträchtigen kann. Nachdem der 46 Jahre alte Fahrer sein Gespann stark abgebremst hatte, verrutschte die offensichtlich nicht ordnungsgemäß gesicherte Ladung auf dem Sattelanhänger. Dadurch schlugen vier 25-Liter-Kanister Inhalt leck. Die freigesetzte Lösung lief aus dem Sattelzug auf die Fahrbahn. Die Feuerwehren Dorfmark und Bad Fallingbostel waren mit insgesamt 32 Kräften im Einsatz, befreiten den schwer verletzt im Lkw eingeklemmten Fahrer, banden das ausgelaufne Gefahrgut mit Spezialbindemittel ab und sicherten die leck geschlagenen Verpackungen in so genannten Bergungsbehältern. Anschließend reinigten sie den Sattelzug von dem ausgelaufenen Gefahrstoff.

Mit Polizeibegleitung wurde der Sattelzug anschließend auf einen Parkplatz begleitet, wo er am 5. Dezember umgeladen wird. Insgesamt entstand bei dem Unfall ein Sachschaden von rund 100.000 Euro. Die Autobahn 7 war in Richtung Hannover war wegen der Rettungs- und Bergungsarbeiten bis 21.30 Uhr voll gesperrt, anschließend wurde zunächst der linken Fahrstreifens freigegeben.
