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Vbg: Grazer Experte kritisiert Brandschutz in Egg

Vorarlberg: Die Brandverhütungsstelle setzt ihre Kontrollen in den Vorarlberger Pflegeheimen fort. Alfred Pölzl, Brandschutzexperte bei der Grazer Feuerpolizei, übt indes Kritik am Brandschutz in Egg.

Pölzl vermutet anhand der Fernsehbilder, dass im Heim in Egg der Brandschutz zu dürftig war. „Wenn es eine Brandalarm-Anlage gegeben hätte, wäre der brennende Mistkübel sofort entdeckt worden und die Folgen wären nicht so verheerend gewesen“, so Pölzl. Pölzl ist Gast in der Sendung „Thema“ am Montag ab 21.10 Uhr auf ORF2.

Brandschutz nicht Sache der BH: Für die Bezirkshauptmannschaft (BH) ist die Kontrolle des Brandschutzes nur eine Nebenaufgabe. Wird ein Heim nach dem Pflegeheim-Gesetz überprüft, ist neben dem Amtsarzt aber immer auch ein bautechnischer Sachverständiger der BH dabei, sagt der Bregenzer Bezirkshauptmann Elmar Zech.
Im konkreten Fall Egg wurde zuletzt in den Jahren 2003 und 2006 kontrolliert. Der Bau-Sachverständige habe dabei den Zustand des Gebäudes beurteilt und geprüft, ob die Vorschriften der Baubewilligung eingehalten werden, also zum Beispiel ob Fluchtwege vorhanden und beschriftet sind oder ob es ausreichend Feuerlöscher gibt. Die Beurteilung des darüber hinaus gehenden Brandschutzes sei Sache der Gemeinde, sagt Bezirkshauptmann Zech.

Feuerbeschau alle sechs Jahre: Dies geschieht in Form einer sogenannten Feuerbeschau. Diese muss alle sechs Jahre durchgeführt werden. Es gibt aber keine Mindeststandards, die alte Seniorenheime erfüllen müssen.
Die Kontrollen sollen Mängel aufzeigen, die eine Brandgefahr begründen können, etwa wenn heiße Asche in einen Plastikeimer gefüllt wird oder wenn eine Kerze zu nahe an Vorhängen steht. Das Ergebnis der Feuerbeschau geht dann an die Gemeinde und wird anschließend als Bescheid an den Gebäudebesitzer übermittelt. Allerdings gibt es keine konkreten Zeitvorgaben, bis wann entdeckte Mängel behoben werden müssen.

Brandmelder direkt an RFL wird überlegt: Sicherheitslandesrat Erich Schwärzler (ÖVP) will jetzt erst einmal das Ergebnis der Kontrollen durch die Brandverhütungsstelle abwarten. Er kann sich aber sehr wohl vorstellen, dass die Feuerbeschau durch die Gemeinde künftig in kürzeren Intervallen, und zwar alle drei Jahre, durchgeführt wird.

Zudem werde überlegt, auch in älteren Seniorenheimen Brandmelder, die direkt die Rettungs- und Feuerwehrleitstelle alarmieren, vorzuschreiben.

ORF Vorarlberg

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