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Sbg: Euro 2008: 800 Katastrophenschutzkräfte in Salzburg einsatzbereit

Salzburg: Für den Katastrophenschutz ist die EURO 2008 ein Ausnahmefall. Weil es sich um ein Großereignis handelt, werden während der Fußball-EM an den drei Salzburg-Spieltagen im Juni insgesamt rund 800 Katastrophenschutzkräfte „standby“ gehalten, erklärt der Koordinator im Katastrophenschutzreferat des Landes Salzburg, Markus Kurcz.

Auch wenn die Veranstalter von einem friedlichen Fest ausgehen, können Szenarien wie Massenschlägereien, Brandausbrüche, große Unfälle, Gewalt- oder Terrorakte nicht ausgeschlossen werden. Für die „nichtpolizeiliche Gefahrenabwehr“ fordert das Land im Regelfall die Helfer von Rotem Kreuz, Feuerwehr und Bundesheer erst dann an, wenn sich tatsächlich ein großes Unglück ereignet hat und die Zahl der ohnedies vor Ort befindlichen Helfer nicht ausreicht oder eine unmittelbare Gefahr droht. Bei großen Menschenansammlungen kann dies aber jeder Zeit der Fall sein. Während der EURO werden im Fußballstadion Salzburg-Klessheim immerhin 30.000 Fans dabei sein, in der Public-Viewing-Zone in der Altstadt sollen es bis zu 25.000 sein.

Generalprobe am 17. April: Im Katastrophenschutzreferat, das in das Ressort von Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (S) fällt, liegt der Stufenplan des EM-Einsatzes fertig ausgearbeitet auf dem Tisch. Für das EM-Stadion gilt folgende Planungsgrundlage: Bricht eine Katastrophe aus, ist bei 30.000 Zusehern mit maximal 600 unmittelbar Betroffenen zu rechnen, weil das Stadion ja in viele Sektoren unterteilt ist. 60 Prozent davon könnten verletzt sein. Diese 360 Opfer werden je nach Schweregrad behandelt und abtransportiert, die letzten müssen spätestens nach sechs Stunden in ein Krankenhaus gebracht worden sein.
Eine Evakuierungsübung wurde am 24. November 2007 im Stadion bereits erfolgreich durchgeführt. Schwachstellen sollen bis zur Generalprobe am 17. April ausgemerzt sein, wenn beim Stadion ab 19.00 Uhr erneut eine Katastrophenübung stattfindet.

Katastrophenschutz hat 850.000-Euro-Budget: In Vorbereitung auf die EURO verfügt der Katastrophenschutz über ein Budget von 850.000 Euro. „Etwa 175.000 Euro davon fließen in Ausrüstungsmaterial wie Dekontaminationsgeräte, Rettungszeltanhänger, Funkgeräte, Beleuchtungssätze und Leitungsschaltungen“, erläuterte Kurcz. Geplant ist auch der Ankauf von Toilettenanlagen, provisorischer Büros und eines Bodenbefestigungssystem beim Stadion.
An den Salzburg-Spieltagen halten sich vier Sanitätskontingente des Roten Kreuzes und drei Dekontaminationskontingente von Bundesheer und Feuerwehr für den Gefahrenguteinsatz bereit. Die Kontingente sind beim EM-Stadion, Landesfeuerwehrkommando, bei der Berufsfeuerwehr und in der Rainerkaserne abgestellt. Ein Sanitätskontingent hält sich auch in den Gebirgsgauen in Alarmbereitschaft. Die Helfer stehen für das Stadion sowie für die Fanzone in der Salzburger Altstadt sofort bzw. mit Vorlaufzeiten von 30, 60 und 120 Minuten zur Verfügung. Der EM-Einsatz der vorwiegend zivilen Helfer ist nicht gratis. Die Mitglieder des Roten Kreuzes und der Freiwilligen Feuerwehren erhalten ein Taggeld, die Höhe wird von den einzelnen Organisationen unterschiedlich gehandhabt. Das Land verhandelt mit den Landesverbänden über die Tarife. Die Personalkosten werden aus dem 850.000-Euro-Budget entnommen.

Salzburger Nachrichten

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