Deutschland: Zwei Großfeuer halten Wehren im Kreis Rendsburg-Eckernförde in Atem

Kreis Rendsburg-Eckernförde (D): Gleich zwei Großbrände hielten am Dienstagabend, 6. Mai 2008, insgesamt zehn Freiwillige Feuerwehren im Kreis Rendsburg-Eckernförde über Stunden im Einsatz. Dabei waren rund 160 ehrenamtliche Brandbekämpfer mit 20 Fahrzeugen im Einsatz.
Kurz nach 19 Uhr heulten die Sirenen in Schülp bei Nortorf und zahlreichen umliegenden Gemeinden. Im Torfwerk Schülp hatte sich aus ungeklärter Ursache ein Schwelbrand im Torf entwickelt. Über rund 100 Meter brannte das Moor neben den Gleisen der „Torfdraisine“, die den abgebauten Torf zur Verladung transportiert. Nun sind Brände im Moor, bzw. Torf ohnehin eine langwierige und schweißtreibende Arbeit, da sich das Feuer unterirdisch in den Torfschichten ausbreitet und Löschwasser durch das gepresste Material kaum durchdringen kann. In diesem Fall mussten die Feuerwehrleute zudem weit über 800 Meter Schlauchleitungen legen, um die Distanz zwischen Wasserentnahmestellen und Brandherd überbrücken zu können. Bei den vorsommerlichen Temperaturen eine schweißtreibende Angelegenheit!

Vor Ort war das Arbeiten meist nur unter schwerem Atemschutz möglich. Doch nicht nur Strahlrohre kamen hier zum Einsatz, sondern auch die althergebrachte Feuerpatsche und Beile und Schaufeln taten hier ihr Bestes. Gegen 22:30 Uhr war der Brand gelöscht. Im Einsatz waren die Freiwilligen Feuerwehren Schülp, Nortorf, Gnutz, Borgdorf-Seedorf, Timmaspe und Krogaspe mit rund 100 Einsatzkräften. Durch den schnellen und massiven Einsatz konnte ein Ausbreiten des Feuers in dem wertvollen Naturraum verhindert werden. Die Brandursache ist ungeklärt.
Bauernhofbrand:Das zweite Großfeuer brach aus bisher ungeklärter Ursache gegen 20:15 Uhr auf einem Bauernhof in Osterstedt aus. Hier brannte ein Stallgebäude in voller Ausdehnung. Dem Landwirt gelang es noch, fünf Jungtiere aus dem Stall zu retten. Dabei zog er sich schwere Brandverletzungen an der Hand zu und musste notärztlich versorgt werden. Die Kälber erlitten Brandverletzungen und werden von einem Tierarzt untersucht. Das Stallgebäude brannte indes komplett nieder.

Durch den schnellen Einsatz der Freiwilligen Feuerwehren Osterstedt, Todenbüttel, Beringstedt und Wapelfeld konnte ein Übergreifen auf das unmittelbar benachbarte Wohn- und Wirtschaftsgebäude verhindert werden. Die Strahlungshitze ließ jedoch bereits Außenlampen und Dachrinnen schmelzen. In dem Stallgebäude, das aus einer Balkenkonstruktion mit Wellblechplattenverkleidung bestand, verbrannten landwirtschaftliche Kleingeräte und zwei Traktoren. Der Feuerwehreinsatz, an dem rund 60 Einsatzkräfte teilnahmen, endete gegen Mitternacht. Die Osterstedter Wehr stellte jedoch noch eine Brandwache. Die Kripo Rendsburg nahm noch während der Löscharbeiten die Ermittlungen auf. Zur Brandursache und Schadenshöhe können noch keine Angaben gemacht werden.
