Italien: Müllkrise in Neapel: Über 50 Brände in der Nacht
Italien: Nach den Bürgerprotesten gegen die Eröffnung einer Mülldeponie in Chiaiano im Nordwesten Neapels sind in der Nacht auf den 27. Mai 2008 Dutzende von Abfallbergen in Brand gesetzt worden. Über 50 Brände wurden gemeldet, die Feuerwehr musste wiederholt ausrücken, um die Flammen zu löschen, teilte die Polizei mit.
In Chiaiano, in dem es am Freitag und Samstag zu gewaltsamen Protesten gegen die Eröffnung einer Deponie gekommen war, räumten die Demonstranten die Straßenblockaden. Die Behörden vermuten die Regie der Camorra hinter den Demonstrationen der vergangenen Tage, bei denen sechs Polizisten verletzt und drei Personen verhaftet wurden.
Regierung sieht keine Alternative: Die Regierung Berlusconi will hart durchgreifen, sollte es zu weiteren Zusammenstößen kommen. „Es kann keinen Dialog mit Demonstranten geben, die Molotowcocktails werfen. Wir geben der Gewalt nicht nach. Unsere Regierung ist auch gewählt worden, um die Müllkrise in Neapel zu bewältigen. Es gibt keine Alternative zur Eröffnung neuer Mülldeponien und Verbrennungsanlagen“, sagte Innenminister Roberto Maroni gestern.
Die Opposition rief die Regierung auf, nicht mit Gewalt gegen die demonstrierenden Bürger vorzugehen. „Die Gesetze müssen respektiert werden, aber man darf nicht mit Gewalt gegen die Bürger vorgehen“, sagte Oppositionschef Walter Veltroni. Er rief die Regierung auf, die Lokalbehörden in alle Beschlüsse bezüglich der Müllkrise einzubinden.
