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Deutschland: Reisebus-Brand bei Hannover fordert 20 Menschenleben!

Hannover (Deutschland): Beim Brand eines Busses auf der deutschen Autobahn A2 bei Hannover sind am Abend des 4. November 2008 20 Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben eines Sprechers der Autobahnpolizei geriet der aus dem Ruhrgebiet kommende Bus kurz vor Hannover in Brand.

Zwölf Personen seien verletzt worden, teilte die Polizei weiter mit. Der Busfahrer habe rechts angehalten, als er das Feuer bemerkte. Rund zehn der vorwiegend älteren Passagiere hätten es noch geschafft, das in Brand geratene Fahrzeug rechtzeitig zu verlassen, sagte die Polizeisprecherin. Busunternehmen und die meisten Insassen stammten aus Hannover. Die Brandkatastrophe wurde nach Polizeiangaben vermutlich durch eine Zigarette ausgelöst, die ein Fahrgast heimlich auf der Bustoilette geraucht hatte. Die Gruppe war zu einem Tagesausflug – einer „Kaffeefahrt“ – in das Ruhrgebiet gefahren. Nachdem der Bus während der Fahrt Feuer gefangen hatte, habe der Busfahrer noch auf der Standspur rechts angehalten. Eine Augenzeugin berichtete von schrecklichen Szenen. Sie habe angehalten, um zu helfen, sagte sie. „Ich habe bald einen Herzschlag gekriegt. Es war grausam, es war fürchterlich, ich zittere jetzt noch.“ Das Unglück ereignete sich auf der Spur in Richtung Berlin bei der Ausfahrt Garbsen. Die Autobahn wurde ab der Ausfahrt Luthe in Richtung Berlin voll gesperrt.

ORF News

Bericht von Spiegel online:
Die Passagiere hätten es nicht mehr geschafft, das in Brand geratene Fahrzeug rechtzeitig zu verlassen, sagte ein Sprecher der Autobahnpolizei. Der Busfahrer habe rechts angehalten. Es sei aber lediglich etwa zehn Menschen gelungen, sich aus dem brennenden Bus zu retten. Insgesamt sollen sich 30 Insassen in dem Fahrzeug befunden haben. Das Unglück ereignete sich auf der Spur in Richtung Berlin bei der Ausfahrt Garbsen. Die Autobahn wurde ab der Ausfahrt Luthe voll gesperrt. Ersten Erkenntnissen zufolge handelt es sich bei dem Unglück nicht um einen Unfall, sondern um einen technischen Defekt. An dem Unglück sei kein anderes Fahrzeug beteiligt gewesen, sagte eine Polizeisprecherin. Zur Unfallursache und zu dem genauen Hergang wollte sie noch keine Angaben machen. Der aus dem Ruhrgebiet kommende Bus stammte den Angaben zufolge aus Hannover. Ein Augenzeuge berichtete, Einsatzkräfte hätten aus dem Wrack einige Gehhilfen getragen – möglicherweise handele es sich bei den Toten um ältere Menschen, die nicht schnell genug dem Feuerinferno entkommen konnten.

Spiegel

Bericht der Neuen Züricher Zeitung:
Beim Brand eines Reisebusses auf der Autobahn 2 nahe Hannover sind am Dienstagabend mindestens 20 überwiegend ältere Menschen ums Leben gekommen. 13 weitere wurden nach Polizeiangaben zum Teil schwerst verletzt, unter ihnen der Fahrer. Auslöser der Tragödie war nach ersten Ermittlungen eine Zigarette, die ein Fahrgast heimlich auf der Bustoilette geraucht hatte. Bei den Opfern handelte es sich um Teilnehmer einer Kaffeefahrt nach Nordrhein-Westfalen, die sich auf der Rückreise nach Hannover befanden.
Polizeisprecher Stefan Wittke sagte der Nachrichtenagentur AP, nach Augenzeugenberichten sei aus der Bordtoilette Qualm gekommen, nachdem ein Fahrgast dort gewesen sei. Die Tür sei geöffnet worden, und es habe eine explosionsartige Stichflamme gegeben. Das Feuer habe sich sehr schnell im gesamten Bus ausgebreitet. So sei auch die hohe Zahl der Toten zu erklären. Der Fahrer sei zwar direkt auf den Seitenstreifen gefahren, sagte ein Sprecher des Lagezentrums im niedersächsischen Innenministerium, aber: „Die Leute sind wohl nicht schnell genug rausgekommen.“
Der Bus war nach Angaben der Busfirma Mommeyer in Hannover mit 39 vor allem älteren Fahrgästen und dem Fahrer besetzt, der Polizeisprecher sprach von 33 Insassen. Der Bus kam aus Haltern von einer Ausflugsfahrt und war auf dem Weg zurück nach Hannover, wie Uwe Prehn sagte, der Ehemann der Firmeneigentümerin. «Es handelt sich um einen Bus vom Typ Mercedes-Benz 350, etwa vier Jahre alt und völlig in Ordnung», sagte er der AP am Telefon. Die Fahrt lief im Auftrag eines Reiseveranstalters, es handelte sich möglicherweise um eine Verkaufsfahrt. Die Reisegruppe sei zu einem Tagesbesuch auf einem Bauernhof bei Haltern gewesen, sagte Prehn. Ein technischer Defekt des Unglücks könne «eher ausgeschlossen werden», sagte Polizeisprecher Wittke. Das Unglück ereignete sich kurz nach 20.30 Uhr zwischen den Anschlussstellen Garbsen und Herrenhausen. Noch am späten Abend war die A2 in Fahrtrichtung Berlin voll gesperrt. Von den Verletzten erlitten drei schwerste Brandverletzungen, die übrigen leichte Verletzungen oder Schocks. Die Rettungskräfte begannen am späten Abend mit der Bergung des völlig ausgebrannten Busses, in dem sich noch die Leichen befanden.

Neue Züricher Zeitung

Polizeibericht Hannover:
Wie bereits berichtet, sind bei einer Brandkatastrophe auf der Autobahn 2 bei Hannover gestern Abend gegen 20:40 Uhr 20 Menschen ums Leben gekommen. 13 weitere Personen sind verletzt worden, einige von ihnen schwer – teilweise lebensgefährlich. Nach jetzigem Ermittlungsstand hat sich das Feuer in dem mit 33 Personen (einschließlich Fahrer) besetzten Reisebus der hannoverschen Firma Mommeyer im Bereich der Toilette entzündet. Nach einer ersten Zeugenaussage einer überlebenden Passagierin soll aus der verschlossenen Toilette, die sich im hinteren Ausgang des Busses befand, Rauchgeruch nach außen in den Fahrgastraum gedrungen sein. Die Frau habe dann die Toilettentür geöffnet worauf ihr sofort Flammen entgegengeschlagen seien. Das Innere des Busses hat dann sehr rasch Feuer gefangen. Der 51 Jahre alte Busfahrer brachte das Fahrzeug auf dem Standstreifen zum Stehen. Gegen 20:34 Uhr wurde die Feuerwehr über Notruf alarmiert, unmittelbar darauf erreichte eine Alarmierung auch die Polizei. Nach etwa fünf Minuten kamen die ersten Einsatzkräfte an der Unglücksstelle an. Der Reisebus brannte in voller Ausdehnung, 13 Menschen, unter ihnen der Fahrer, hatten sich ins Freie retten können. Einige der Überlebenden wiesen schwere Brandverletzungen auf und wurden notärztlich versorgt. Die A 2 wurde in Fahrtrichtung Berlin voll gesperrt. Die Überlebenden wurden in umliegende Kliniken gebracht, sieben von ihnen in die Medizinische Hochschule. Auch das Henriettenstift, das Friderikenstift, das Nordstadt-Krankenhaus und das Agnes-Karll-Krankenhaus nahmen Verletzte auf. Die Überlebenden des Unglücks sind bisher die einzigen, die mit Sicherheit identifiziert werden konnten. Es handelt sich um sieben Männer und sechs Frauen im Alter von 46 bis 79 Jahren. Alle 13 verletzten Personen stammen aus dem Raum Hannover. Die Identifizierung der Todesopfer gestaltet sich unter anderem deshalb so schwierig, weil es eine Passagierliste im klassischen Sinne nicht gibt. Außerdem sind die Opfer zum Teil bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. So weit es bislang möglich war, wurden verletzte Personen und Angehörige psychologisch und seelsorgerisch betreut. Der Reisebus ist von der Firma Thomas-Reisen in Haltern (NRW) gechartert worden. Zwischen 05:45 und 06:50 Uhr am Dienstagmorgen nahm der Bus an verschiedenen Haltepunkten in Hannover Fahrgäste auf. Ziel der Tagesreise war der so genannte Prickings-Hof, ein beliebtes und bekanntes Ausflugsziel in Haltern. Gegen 17:30 Uhr machte sich der Bus mit den Passagieren auf die Rückfahrt nach Hannover. Drei Stunden später ereignete sich dann zwischen den Anschlusstellen Garbsen und Herrenhausen das Unglück. Laut der bereits zitierten Zeugenaussage hatte vor der Rauchentwicklung ein Mann die Toilette aufgesucht. Als die Rauchentwicklung bemerkt wurde, hatte der Mann demnach die Toilette bereits wieder verlassen. Ob der Mann auf der Toilette geraucht hat, kann bisher nicht gesagt werden. Es ist auch noch unklar, ob der Betreffende, der zuletzt die Toilette aufgesucht hat, zu den Überlebenden gehört. Die Toten konnten vor Ort nicht aus dem Reisebus geborgen werden. So wurde das Fahrzeug gegen 01:45 Uhr mit den Opfern darin abgeschleppt und auf das Gelände einer Polizeiliegenschaft in Hannover gebracht. Dort hat am Mittwochmorgen die Bergung der Opfer begonnen, ihr folgt eine kriminaltechnische Untersuchung des Unglücksbusses. Zur Stunde ist die Brandursache noch unklar, technische Ursachen wie etwa ein Reifendefekt oder auch ein Motorschaden gelten nach jetzigem Ermittlungsstand jedoch als unwahrscheinlich. Inzwischen sind die ersten Getöteten zur Medizinischen Hochschule gebracht worden, auch die ersten Obduktionen sind erfolgt. Die Obduktionen dienen in erster Linie der Identifizierung, die nach internationalen Standards erfolgen werden. Genutzt werden unter anderem die DNA-Analyse und der Zahnstatus. Die Obduktionen werden voraussichtlich heute abgeschlossen werden können, ob damit bereits alle Opfer identifiziert werden können, ist noch nicht klar. Die Staatsanwaltschaft Hannover hat angekündigt ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung gegen Unbekannt einzuleiten. Es gibt zur Zeit keine Anhaltspunkte dafür, dass sich der Busfahrer in irgendeiner Weise falsch verhalten hätte.

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