Nö: Einsatzübung „Fahrzeugbrand mit Verletzten und Eingeklemmten“ in Matzen

Matzen (Nö): „Pkw-Brand mit mehreren eingeklemmten Personen“, so lautete die Übungsannahme für eine Einsatzübung der Feuerwehr Matzen Anfang Dezember 2008. Diese realistische Übung wurde von VM Klemens Widhalm und LM Roman Renntaler ausgearbeitet.
Gemeinsam mit der Feuerwehr Prottes und dem Roten Kreuz Gänserndorf wurde dieses Szenario am 2.12.2008 beübt. Gegen 19:05 wurde von der BAZ Mistelbach die Feuerwehr Matzen mittels Stillen Alarm alarmiert. Zeitgleich wurden das Rote Kreuz und die Nachbarfeuerwehr alarmiert.
Beim Eintreffen des ersten Fahrzeug (RLF-A 2000, FF Matzen) stellte sich die Lage für den Einsatzleiter HBM Karl Leibrecht wie folgt dar: Als Annahme kollidierte ein Pkw mit einem zweiten Fahrzeug im Kreuzungsbereich am Matzner Hauptplatz. (Für die Übung wurde der „Hauptplatz“ in das Gewerbegebiet verlegt) Der von der Seite angefahrene Pkw kippt zur Seite und kommt auf der Fahrerseite zum stillstand. Der Fahrer ist im Fahrzeug eingeklemmt und weißt schwere Wirbelsäulenverletzungen auf.

Ein weiterer Pkw konnte aufgrund überhöhter Geschwindigkeit nicht mehr bremsen und fuhr auf ein Fahrzeug auf. Durch den Aufprall wurde das Fahrzeug einige Meter zurückgeschleudert und beginnt zu brennen. Der Fahrer des brennenden Fahrzeuges konnte sich selbst befreien, hat sich jedoch im Schock von der Unfallstelle entfernt und wird vermisst. Im zweiten beteiligten Fahrzeug ist die Fahrerin eingeklemmt und der Beifahrer, ein Kind, welches nicht angeschnallt war, steckt in der Windschutzscheibe fest.
Da bereits während der Anfahrt bekannt war, dass am Übungsort, ein Fahrzeug in Brand steht, rüstete sich bereits ein Atemschutztrupp während der Anfahrt aus. Sofort nach der Erkundung wurden die Befehle an die Gruppenkommandanten der Fahrzeuge gegeben.

RLF-A 2000, FF Matzen
Absichern der Einsatzstelle, Ausleuchtung der Unfallstelle mittels Beleuchtungsballon, Brandbekämpfung mittels HD unter schwerem Atemschutz, Erstversorgung der Verletzten, Stabilisieren des umgekippten Fahrzeuges mittels neuen Stab-Fast System
KDO-F, FF Matzen
Aufbau der Einsatzleitung
Zeitgleich mit dem KDO-F Matzen traf auch das erste Fahrzeug des RK Gänserndorf, ein RTW, ein. Bei der Übungsausarbeitung wurde darauf wert gelegt, auch die Eintreffzeiten des RK so realitätsnahe wie möglich zu gestalten. Da das erste Fahrzeug des RK bei einer derartigen Schadensgröße (3 Schwer- und 1 Leichtverletzter) die Aufgabe hat, nachzualarmieren und den Einsatzleiter zu stellen wurde die Erstversorgung der verletzten Personen weiterhin durch die Feuerwehr durchgeführt.
Kurze Zeit später trafen auch schon das RLF-A 2000 Prottes und Last Matzen am Übungsort ein. Auch hier wurden die Einsatzbefehle richtig und professionell weitergegeben.

RLF-A 2000, FF Prottes
Menschenrettung der schwer verletzten Fahrerin und des Kindes der in der Windschutzscheibe steckt, Aufbau des Lichtmastes
LAST, FF Matzen
Suche des vermissten Fahrers des brennenden Fahrzeuges
Kurze Zeit später trafen die restlichen Kräfte des RK Gänserndorf am Übungsgelände ein. Insgesamt waren jetzt 1 NAW und 2 RTWs mit 10 Mann vor Ort. Umgehend wurde seitens des Roten Kreuzes mit der Stabilisierung der Patienten begonnen. Hand in Hand wurden die Menschenrettung gemeinsam mit der Feuerwehr Prottes und Matzen durchgeführt.
Die schwerst Verletzte Fahrerin wurde mittels Spreizer befreit und dem RK zur weiteren Versorgung übergeben. Zur Rettung des Kindes, welches in der Windschutzscheibe steckte, musste die Windschutzscheibe vorsichtig entfernt werden.

Schwieriger gestaltete sich die Menschenrettung aus dem auf der Seite liegenden Auto. Nachdem dieses mittels Stab-Fast System stabilisiert wurde, konnte eine Versorgungsöffnung durch die Windschutzscheibe geschaffen werden. Für die Rettung der Person musste, aufgrund des Verletzungsmusters, das Dach vorsichtig entfernt werden. Auch hier wurde mit Absprache mit dem behandelten Notarzt jeder Schritt gemeinsam geplant.
Auch das vierte Opfer, der leichtverletzte Fahrer des brennenden Fahrzeuges, konnte mittlerweile gefunden werden. Dieser Befand sich auf einer steilen Böschung. Auch hier wurde die Stabilisierung und der Abtransport gemeinsam mit den Einsatzkräften des Roten Kreuzes durchgeführt.

Nach rund 45 Minuten konnten alle Opfer, die vom Schminkteam des RK Gänserndorf realistisch geschminkt wurden, gerettet und abtransportiert werden. Anschließend konnte der Übungsleiter HBM Karl Leibrecht das Übungsende bekannt geben.
Zur Übungsnachbesprechung fand man sich dann gemeinsam im Feuerwehrhaus Matzen ein, wo noch für das leibliche Wohl gesorgt wurde. Bei der Übungsbesprechung wurden durchwegs positive Rückschlüsse aus dieser Übung gezogen. Jedoch gab es natürlich die eine oder andere Sache die verbesserungswürdig ist, aber dafür üben wir…

Ziele der Übung:
– Realitätsnahe Übungsdarstellung
– Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Prottes und dem Roten Kreuz verbessern
– Einsatzmäßiges Üben mit dem neuen Fahrzeug (RLF-A 2000, FF Matzen)
– Befehlsgebung (Einsatzleiter, Einsatzleitung, Gruppenkommandanten)
