Thailand: 59 Tote und über 220 Verletzte bei Nachtklub-Brand durch Pyrotechnik
Bangkok (Thailand): Bei einem Brand in einem Nachtklub in der Silvernacht 2008/2009 in Bangkok sind mindestens 59 Menschen ums Leben gekommen. Über 220 wurden nach Polizeiangaben mit Rauchvergiftungen und teils schweren Verbrennungen ins Spital eingeliefert.
Bei einem Brand in einem Nachtklub in Bangkok sind mindestens 59 Menschen ums Leben gekommen. Über 220 wurden nach Polizeiangaben mit Rauchvergiftungen und teils schweren Verbrennungen ins Spital eingeliefert. Unter den Verletzten waren viele Touristen – unter anderem aus Frankreich, den Niederlanden, Japan und Australien, wie die Behörden weiter mitteilten. Ob sich auch Schweizer unter den Opfern befinden, war am Neujahrsmorgen noch unklar. Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) bemühte sich um Informationen, wie EDA-Sprecher Jean-Philippe Jutzi erklärte.
Auslöser der Brands waren laut Augenzeugenberichten Feuerwerkskörper, die zum Jahreswechsel im Klub angezündet worden seien. Die Behörden schlossen aber auch einen Kurzschluss nicht aus. Zum Zeitpunkt des Unglücks hielten sich nach Schätzungen von Überlebenden etwa 400 Gäste in dem engen Tanzlokal auf. Augenzeugen berichteten von einer Massenpanik, nachdem das Feuer ausgebrochen war. Andere Überlebende schilderten, wie die Decke des Nachtklubs zunächst Feuer fing und dann einstürzte.
Österreicher entkamen Flammenhölle in Bangkok
Ein österreichisches Geschwisterpaar ist mit viel Glück dem Flammeninferno in Bangkok in der Silvesternacht entkommen. Nicole Trau hatte mit ihrem Bruder und Freunden im Club „Santika“ gefeiert, als das Feuer ausbrach. Rund 60 Menschen starben, über 200 wurden verletzt. Angehörige der Toten versammelten sich am Freitag am Unglücksort. Der Brand wurde vermutlich durch Feuerwerkskörper ausgelöst. Gegenüber der APA beschrieb Trau die dramatischen Momente: „Am Anfang war das Feuer nur ganz klein, wir dachten, es gehört zur Show. Doch dann wurde es plötzlich extrem heiß und die Leute haben nur mehr geschaut, dass sie herauskommen“, beschrieb Trau. Die Szenen waren entsetzlich: „Menschen wurden einfach niedergetrampelt“, so die junge Frau.
Vor dem Brand war die Feier in dem beliebten Club ausgelassen gewesen. „Es war der letzte Abend, der Club sollte am nächsten Tag geschlossen werden“, sagte Trau. Entsprechend viele Gäste – rund 1.000 – waren in dem Lokal. Kurz nach dem Jahreswechsel um 0.30 Uhr brach dann die Hölle los. „Innerhalb von Minuten war das ganze Obergeschoß in Flammen“, so Trau. Mit Riesenglück gelang es ihr, mit ihrem Bruder ins Freie zu gelangen. Dort stellten die Geschwister fest, dass drei ihrer Freunde noch in dem Club gefangen waren. „Sie waren in einer Toilette im Keller des Clubs eingesperrt“, beschrieb Trau. Doch auch ihre Bekannten konnten sich schließlich retten. Vor dem Club ging die Tragödie weiter. Flüchtende Gäste verstopften mit ihren Autos den einzigen Zugang zu der Diskothek. „Dadurch kamen Rettung und Feuerwehr nicht hinein“, sagte Trau.
Zur Katastrophe gibt es jede Menge Gerüchte. So könnte der Brand gelegt worden sein. „Es hat in dem Club schon vor zwei Jahren einmal gebrannt“, meinte Trau. Zudem sollte die Disko nach der Silvesterfeier wegen Renovierungsarbeiten geschlossen werden. Dem Besitzer des Clubs droht eine Anklage. Die Polizei kündigte am Freitag an, der Mann werde vor Gericht gestellt, weil er junge Leute unter 20 Jahren in den populären Club gelassen habe.
