Österreich: Bis 2,5 Meter Neuschnee -> Gefahr auch durch Dach-Schneelasten
Österreich: Bis zu zweieinhalb Meter Neuschnee sind in den vergangenen Tagen am Nordrand der Alpen gefallen. Dadurch ist der ungewöhnliche Fall eingetreten, dass in den Voralpen, auch in Niederösterreich und der Steiermark, die höchste Lawinenwarnstufe fünf ausgerufen werden musste.
Generell rufen alle Lawinenwarndienste mit Ausnahme der südlichen Regionen Österreichs zu erhöhter Vorsicht bei Touren im alpinen Gelände auf.
Ungewöhnliche Neuschneemassen: Vergleichbar ist das Ereignis mit den großen Neuschneemengen in den Südalpen im Dezember 2008. Besonders extrem sind dabei die Verhältnisse auf den Bergen in Salzburg, Oberösterreich, Niederösterreich und der Obersteiermark. In den letzten Tagen wurden hier 150 bis 250 Zentimeter Neuschnee gemessen, in Loser liegen 4,06 Meter Schnee, auf der Tauplitz 3,50 Meter, auf dem Hochkar 3,05 Meter, in Lackenhof 2,3 Meter, auf dem Niederalpl 2,34 Meter, in der Eisenerzer Ramsau 2,1 Meter, in Lunz am See 1,4 Meter.
Ybbstaler Alpen betroffen: In Niederösterreich und in der Steiermark hat der Lawinenwarndienst die höchste Lawinenwarnstufe fünf ausgegeben. Die höchste Lawinenwarnstufe gilt speziell für die Region der Ybbstaler Alpen in Niederösterreich und in der Steiermark im Raum Bad Aussee sowie zwischen Wildalpen und Gußwerk. Michael Staudinger von der Lawinenwarnkommission sieht aber auch in Oberösterreich und Salzburg die Lawinenwarnstufe bis Dienstag möglicherweise stellenweise auf fünf steigen.
Lawinenwarnstufe fünf extrem selten: Die höchste Lawinenstufe ist auf den Bergen ein extremes Ereignis, wird von den Landeswarnzentralen sehr selten vergeben und kommt oft eine ganze Saison lang nicht vor. Bei Stufe fünf sind sehr große Abgänge mit zum Teil ungewöhnlichen Reichweiten wahrscheinlich. Bei dieser Lawinenwarnstufe sind mittlere und große Lawinenabgänge auch ohne Fremdeinwirkungen möglich.
Keine Gefahr für Häuser: Für besiedelte Regionen besteht keine unmittelbare Gefahr. Staudinger: „Für besiedelte Regionen besteht normalerweise kein Problem, aber im Waldgelände kann es zu Schäden kommen, da die Auslauflängen etwas größer sind.“
Entspannung nicht in Sicht: Die Situation mit extremer Lawinengefahr wird eine Zeit lang bestehen bleiben, entsprechend bleibt die Situation auch in den nächsten Tagen kritisch. Bis Mittwochfrüh kommen noch 30 bis 70 Zentimeter Neuschnee dazu.
Schneelast auf Dächern: Neben den Lawinen ist auch die Schneelast auf den Dächern zu beachten. Trotz der großteils rekordverdächtigen Neuschneemengen ist die Schneelast zwar kritisch, aber noch nicht extrem, denn im Vergleich zum Jahr 2005/2006, wo zahlreiche Dächer von der Schneelast erdrückt wurden, hat der Frischschnee diesmal ein weniger hohes Gewicht als damals der wochenlang zusammengepresste Schnee.
Dennoch ist es präventiv notwendig, jetzt die Dächer von den Schneemassen zu befreien, da auch in den nächsten sechs Wochen das Potenzial für große Neuschneemengen gegeben ist. Und mit den weiteren Niederschlagsmengen kann die Schneelast in manchen Gebieten schon in den nächsten Tagen zum Problem werden.
