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Oö: Bilanz 2008 der FF Steyr: 55.000 Stunden, höchster Mitgliederstand

Steyr (Oö): Am 24. April 2009 mit Beginn um 19.00 Uhr hielt die Freiwilligen Feuerwehr Steyr ihre Jahreshauptversammlung in den Räumen des Gasthofs Zöchling in Steyr-Münichholz ab. Bezirks- und Feuerwehrkommandant Oberbrandrat Robert Lumesberger konnte dazu 164 Männer der Feuerwehr,…

… weitere Kameraden der Betriebsfeuerwehren von MAN, SKF, BMW-Motoren und des Landeskrankenhauses sowie eine große Anzahl von Ehrengästen, an der Spitze den Bürgermeister und Feuerwehrreferenten der Stadt Steyr Ing. David Forstenlechner mit einer Vielzahl von Stadt- und Gemeinderäten, den Landes-Feuerwehrkommandanten Johann Huber und Landtagsabgeordneten Franz Schillhuber begrüßen.

Im Totengedenken wurde zweier im letzten Jahr verstorbener Feuerwehrmänner gedacht: Ehren-Brandinspektor August Dutzler, verstorben am 04.02.2008 im 85. Lebensjahr, und Ehren-Oberbrandinspektor Richard Weikerstorfer, verstorben am 23.10.2008 im 75. Lebensjahr.

Abschnitts-Feuerwehrkommandant Gerhard Praxmarer sen. gab als Stellvertreter des Bezirkskommandanten einen Überblick über das Jahr 2008 in Zahlen, Daten und Fakten. Der Mitgliederstand der FF Steyr betrug mit 31.12.2008 erstmals 305 Mann, um 18 mehr als noch 2007. Darunter befinden sich 220 Mann im Aktivstand, 51 im Reservestand und 34 in der Feuerwehrjugend.
Die Freiwillige Feuerwehr von Steyr rückte im Jahr 2008 81 Mal zu Bränden aus, sowie 82 Mal zu Alarmen ohne Brand von Brandmeldeanlagen und 38 Mal zu weiteren Alarmierungen ohne Brand. Insgesamt gab es somit 201 Brandalarme. Weiters waren 219 technische Einsätze zu bewältigen, davon 22 Verkehrsunfälle. Die letzteren zeigten sich übrigens gegenüber 2007 deutlich reduziert, als noch zu 33 Verkehrsunfällen ausgerückt werden musste.
Im Ganzen wurden von den Florianijüngern 55.582 Stunden im Dienste der Allgemeinheit aufgewendet, darunter viele Urlaubstage für Ausbildungen.
Größere Verletzungen oder gar Todesfälle von Feuerwehrmännern waren im Jahr 2008 – so wie in den vergangenen Jahren – glücklicherweise nicht zu verzeichnen.

Bezirks-Feuerwehrkommandant Lumesberger ging in seiner Ansprache pointiert auf einige Ereignisse des letzten Jahres ein. Nicht nur die Stürme „Emma“ und „Paula“ stellten eine Herausforderung für die Feuerwehr dar, die enorme Schäden und viele Einsatzstunden mit sich brachte, auch der „Sturm im Wasserglas“, der Bericht des Landesrechnungshofes zu den oö. Feuerwehren ließ die Wogen hochgehen. Auch bei der nicht immer positiven und fairen Berichterstattung durch die Medien ortete der Kommandant Verbesserungsmöglichkeiten. Trotz alledem versprach der Bezirkskommandant eine professionelle Arbeit im Ehrenamt. Er verwies auf die erbrachten Leistungen und brachte seine Freude über die neuen Ausstattungen der Feuerwehr zum Ausdruck, mit denen diese Leistungen erst möglich würden. Besonders stolz war er auf die unfallfreie Bilanz der Feuerwehr im vergangenen Jahr, aber auch auf die vorbildliche Jugendarbeit, die das Kapital der Zukunft darstellte.

Die Ausbildung wird in Steyr sehr ernst genommen, viele Lehrgänge und Leistungsabzeichen werden bereits – von der Landesfeuerwehrschule ausgelagert – in Steyr selbst abgehalten und abgenommen. Im Schnitt nahmen an jeder Feuerwehrübung 120 aktive Feuerwehrmänner teil! Ein Höhepunkt war dabei wohl die Qualifikation einer Bewerbsgruppe für den Bundes-Feuerwehrleistungsbewerb in Wien, er gratulierte dabei allen Gruppen zu ihren erbrachten Leistungen.

Bezirkskommandant Lumesberger bedankte sich auch bei allen Organisationen, mit denen die FF Steyr Zusammenarbeit pflegt, für die großartigen Kooperationen: den Betriebsfeuerwehren, dem Roten Kreuz und der Polizei, dem Bürgermeister, Stadtsenat, Gemeinderat, dem Magistrat Steyr und allen Unterstützern. Er schloss mit der Bitte um Unterstützung bei den nächsten größeren Vorhaben, dem Neubau des Feuerwehrhauses in Christkindl, aber auch der Planung für die Übersiedlung des Löschzuges Steyrdorf und der Bezirksdienststelle, die endlich in Angriff genommen werden müssten.

Als nächster Punkt der Tagesordnung wurden Ehrungen und Auszeichnungen vorgenommen. Erstmals wurde das Jugend-Feuerwehrleistungsabzeichen in Gold verliehen, die erste vollwertige Auszeichnung für Jugendliche in der Feuerwehr, die in den Aktivdienst mitgenommen wird! Der scheidende Bürgermeister Ing. Forstenlechner erhielt als Ehrengeschenk für die langjährige Freundschaft und Unterstützung einen Weinkrug mit Gläsern. Mitten während der Auszeichnungen unterbrach ein Brandalarm die Vollversammlung, woraufhin ein Teil der Florianijünger zum Einsatz aufbrach. Die Vollversammlung wurde jedoch planmäßig weitergeführt (wobei selbstverständlich Kontakt mit den Einsatzkräften gehalten wurde), und nach kurzer Zeit konnten auch diese wieder ihre Plätze in der Versammlung einnehmen.

Bürgermeister Ing. Forstenlechner bedankte sich bei der Feuerwehr für die Leistungen in den vergangenen Jahren. Schon in seinem ersten Jahr als Bürgermeister 2002 hatte er die effiziente und beste Zusammenarbeit schätzen gelernt, als das Hochwasser über Steyr hereinbrach. Bei den schwierigsten Einsätzen war die Freiwillige Feuerwehr immer mit Professionalität für die Stadt Steyr dabei, auch in den Jahren danach schätzte er die angenehme Zusammenarbeit. Im Gegenzug hatte er sich immer bemüht die besten Grundlagen dafür zu liefern und großzügig zu sein, auch wenn natürlich immer Wünsche offen blieben. Er bedankte sich auch für die hervorragende Jugendbetreuung und zeigte sich überzeugt, dass auch sein Nachfolger gut mit der Feuerwehr zusammenarbeien würde.

Landes-Feuerwehrkommandant Johann Huber ging in seiner Ansprache ebenfalls auf den Bericht des Landesrechnungshofes ein: er begrüßte Kontrolle in allen Bereichen, erteilte jedoch einer Systemprüfung vom grünen Tisch aus eine Absage. Die Feuerwehr sei keine „Heilige Kuh“, sondern eine Körperschaft Öffentlichen Rechts, und ihre Freiwilligkeit beruhe auf gewachsenen Strukturen, die sich nicht künstlich verändern ließen. Kooperationen über Gemeinde- und sogar Landesgrenzen hinweg gäbe es bereits seit Jahrzehnten. Ehrenamt brauche Wertschätzung und Motivation, keine Nörgeleien oder unsachlichen Diskussionen.

Auch Landtagsabgeordneter Franz Schillhuber als Vertreter des Landes Oberösterreich bedankte sich bei den Feuerwehrmännern für ihre Hilfe bei Einsätzen für die Bevölkerung, ohne sich Tag und Stunde einer Katastrophe aussuchen zu können. Über die Zukunft der Feuerwehren in den kommenden Jahrzehnten sei vom Land eine Arbeitsgruppe eingesetzt worden, die die Aufgabe habe darüber sachlich zu diskutieren. Er verwies auf die Rolle, die die Feuerwehr beim Hineinwachsen der Jugend in die Gemeinschaft spielte. Die Vollversammlung sei eine Gelegenheit dafür Danke zu sagen.

Drei junge Feuerwehrmänner wurden bei der Vollversammlung angelobt und damit förmlich in die Reihen ihrer Kameraden aufgenommen.

Freiw. Feuerwehr der Stadt Steyr

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