D: Herabstürzende Felsen verwüsten Häuser in Bad Ems, Hunde im Schlamm
Bad Ems (Deutschland): Beim Absturz tonnenschwerer Gesteinsbrocken aus einer Felswand sind am Samstag, 16. Mai 2009, in Bad Ems (Rheinland-Pfalz) drei Mehrfamilienhäuser stark beschädigt worden. Verletzt wurde nach Angaben der Polizei niemand.
Nach Darstellung der Beamten hatten sich etwa 15 bis 20 Kubikmeter Fels aus der 180 Meter hohen und speziell gesicherten Wand gelöst. Zwar sei ein Teil des Felses von Fangnetzen gestoppt worden, einige größere Brocken stürzten jedoch mit ohrenbetäubendem Lärm in die Hinterhöfe der Häuser, deren Rückseiten aus Fachwerk bestehen.
Im hessischen Hammersbach überflutete am Freitagabend eine Schlammlawine die Keller und Gärten von neun Wohnhäusern. Auslöser der braunen Schlammmassen waren heftige Regenfälle, die die Erde auf einem abschüssigen Maisfeld aufweichten und zum Rutschen brachten, teilte die Feuerwehr mit. Menschen wurden nicht verletzt. Lediglich einige Hunde seien im Schlamm stecken geblieben und mussten aus ihrer misslichen Lage befreit werden. Rund 200 Feuerwehrleute waren in der Nacht zum Samstag im Einsatz und schützten die Häuser mit einem Damm aus rund 4000 Sandsäcken.
In Bad Ems zerstörte das Geröll bei einem Haus die Scheiben und schlug Löcher in die Wände, bei einem anderen wurde ein Bad teilweise herausgeschlagen. Zwei Wohnungen sind zunächst nicht mehr bewohnbar. Die Menschen kamen mit dem Schrecken davon. Sie hätten sich zum Zeitpunkt des Absturzes alle im vorderen Bereich aufgehalten, sagte der Polizist. «Die Leute hatten definitiv Glück.» Der Bereich wurde weiträumig abgesperrt. Der rheinland-pfälzische Innenminister Karl Peter Bruch (SPD) machte sich vor Ort ein Bild vom Ausmaß des Unglücks.
Die drei betroffenen Gebäude, die nach Angaben des Beamten Teil einer langen Häuserreihe sind, wurden sicherheitshalber evakuiert. Die 15 Bewohner kamen bei Freunden, Verwandten und Bekannten unter. «Teilweise waren die nicht mehr bereit, ihre Wohnungen zu betreten», sagte der Polizist. Geologen untersuchten am Hang, ob weitere Abstürze drohten und weitere Evakuierungen nötig sind. «Es sieht aber nicht danach aus», sagte der Beamte. Der Sachschaden wurde auf 300 000 Euro geschätzt.
