Belgien: Brand im Gebäude der EU-Kommission – Verspäteter Alarm
Brüssel (Belgien): Ein Brand im Hauptquartier der EU-Kommission hat am Montag, dem 18. Mai 2009, Chaos im Brüsseler Europaviertel ausgelöst. Hunderte Beamte und Besucher mussten Hals über Kopf das Berlaymont-Gebäude verlassen, darunter auch EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso. Verletzt wurde nach Angaben von EU-Kommission und Sicherheitskräften aber niemand. Der materielle Schaden war am Montagabend noch nicht absehbar.
«Bislang ist uns von Opfern oder Verletzten nichts bekannt», erklärte EU-Kommissionssprecher Johannes Laitenberger am Abend. Die Feuerwehr sei aber noch dabei, das Berlaymont von oben bis unten zu inspizieren. Die EU-Kommissare seien vorübergehend Büros in anderen Gebäuden untergekommen. «Unser Ziel ist, das Gebäude morgen wieder zu öffnen», sagte Laitenberger. Barroso und die 26 übrigen Kommissare hätten aber bereits Büros in anderen Gebäuden bezogen, um dort weiterarbeiten zu können. Der Feueralarm ging kurz vor 13 Uhr los. Die Feuerwehr wurde nach Kommissionsangaben aber erst 15 Minuten später benachrichtigt, weil zunächst geprüft worden sei, ob es sich um einen Fehlalarm handelte.
Aus dem Dach des 13-stöckigen Gebäudes quoll dunkler Qualm und verbreitete den beißenden Gestank von brennendem Plastik. Feuerwehrsprecher Francis Boileau erklärte am Abend jedoch, entgegen ersten Angaben sei das Feuer vermutlich im Keller ausgebrochen, im Archiv der Kommission. Durch einen Kabelschacht seien die Funken bis unter das Dach gestiegen und hätten dort ein weiteres Feuer entfacht. Obwohl die Feuerwehr mit 40 Personen und mindestens sechs Löschzügen anrückte, konnte der Brand erst gegen 17.15 Uhr gelöscht werden. Die Ursache war nach Angaben von Kommissionssprecher Laitenberger am Montagabend noch unklar.
Die Büros wurden nach Angaben Boileaus aber nicht von dem Feuer erfasst, deshalb sei «kein gewaltiger Schaden» zu erwarten. Erheblich sei aber der Schaden an Stromkabeln, in dem Versorgungsschacht und am Dach.
