Österreich: Schweres Unwetter zog übers Land (26. Mai 2009)
Österreich: Von Westen her zogen am Dienstagabend, dem 26. Mai 2009, schwere Gewitter über Österreich. Bereits am frühen Abend waren die Feuerwehren in Vorarlberg im Großeinsatz, gegen 20 Uhr erreichte das schlechte Wetter Salzburg. Auch in Deutschland gingen schwere Gewitter nieder. In der Schweiz forderte der Sturm ein Todesopfer.
Gegen 20 Uhr erreichte das Unwetter am Dienstag Salzburg. Im Großeinsatz waren die Einsatzkräfte etwa im Flachgau, wo umgestürzte Bäume mehrere Straßen blockierten. Laut dem aktuellen Wetterbericht sind die ganze Nacht über Gewitter Hagel und schwere Regelfälle in weiten Teilen Österreichs zu erwarten. Zudem kommt heftiger Sturm. Auch am Mittwoch Vormittag muss man weiterhin mit Regen rechnen. Erst am Nachmittag lockert das Wetter dann auf.
Feuerwehren in Vorarlberg im Großeinsatz: Teils heftige Regenfälle und starke Windböen haben am Dienstagnachmittag zu zahlreichen Feuerwehreinsätzen in Vorarlberg geführt. Besonders betroffen war der Bezirk Bregenz, am Bodensee wurden Windspitzen von bis zu 113 km/h gemessen. Nach Angaben der Rettungs- und Feuerwehrleitstelle (RFL) beschäftigten die Einsatzkräfte vor allem umgestürzte Bäume, die Straßen verlegten und Gebäude beschädigten. Mindestens eine Person wurde leicht verletzt. Während des Gewitters kam es laut RFL-Angaben zu drei Verkehrsunfällen, die glimpflich verliefen. Eine Person wurde von einem umstürzenden Baum gestreift und leicht verletzt. Die Einsätze konzentrierten sich am Spätnachmittag auf den Norden Vorarlbergs, neben Bregenz waren auch die Ortschaften Höchst und Lauterach sowie Lustenau und Dornbirn betroffen. Insgesamt waren die Feuerwehren in 18 Gemeinden im Einsatz. Die ÖBB bemühten sich um die rasche Räumung dreier verlegter Strecken. Betroffen waren die Verbindungen Lochau – Bregenz, Bregenz – St. Margrethen (St. Gallen) sowie Bregenz – Dornbirn. Bis gegen 18.30 Uhr sollten die Gleise wieder befahrbar sein, hieß es vonseiten der ÖBB.
Sturm und Hagel über Deutschland: Stürmische Unwetter zogen am Dienstag über weite Teile Deutschlands hinweg und haben in Niedersachsen zu Schulschließungen geführt. Im oberschwäbischen Baienfurt entgleiste ein Interregio-Zug mit rund 200 Fahrgästen, der gegen einen umgestürzten Baum auf den Gleisen geprallt war. Dabei wurde nach Polizeiangaben der Lokführer schwer verletzt. Die Passagiere in dem Zug von Ravensburg nach Ulm blieben unverletzt und wurden in die Gemeindehalle in Baienfurt gebracht. Auf dem Bodensee musste die Wasserschutzpolizei mehrere Menschen aus Seenot retten. Ein Segler verletzte sich, als sein Boot vor Meersburg gegen das Ufer prallte und sank. Der Wetterdienst Meteomedia hatte am Bodensee Orkanböen mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 156 Stundenkilometern gemessen. Auch im Schwarzwald sowie am Ober- und Hochrhein wurden Straßen vom Regen überflutet, liefen Keller voll und stürzten Bäume um.
Flugverkehr in München lahm gelegt: Am Abend erreichte das Unwetter Bayern. Sturm, Blitz und heftige Regenschauer legten den Flugverkehr in München vorübergehend lahm. Um 18.40 Uhr seien Starts und Landungen für voraussichtlich eine Stunde ausgesetzt worden, teilte ein Flughafen-Sprecher mit. Die meisten Flugzeuge, die in München landen wollten, mussten Warteschleifen drehen.
Ein Toter in der Schweiz: Heftige Gewitterstürme haben in der Schweiz am Dienstag ein Todesopfer gefordert. Ein 31-jähriger Mann wurde nach Angaben der Behörden in Romanshorn im Kanton Thurgau in seinem Auto von einem umstürzenden Baum erschlagen. In Luzern wurde eine 37- jährige Frau von einem Ast getroffen und verletzt. In weiten Teilen des Landes wurden Bäume entwurzelt und Ziegel von den Dächern geweht. Auch Bäche traten über die Ufer. Die Gewitterstürme legten Bahnstrecken lahm, weil Bäume auf die Gleise fielen. Auch Straßen mussten für Aufräumarbeiten gesperrt werden.
