Nö: Aufwändige Ringentfernung bei 3-Jähriger im Krankenhaus Korneuburg
Korneuburg (Nö): Am 25.06.2009 um 22:30 Uhr wurde die Feuerwehr der Stadt Korneuburg durch die Notfallaufnahme der Unfallabteilung des Krankenhauses Korneuburg alarmiert. Lt. Notruf sollte einem Kind ein Ring von einem geschwollenen Finger geschnitten werden.
Die Vorgeschichte: Die 3-jährige ANJA hatte sich einen Ring über den rechten Mittelfinger gezogen und brachte diesen nicht mehr runter. Aufgrund der besonderen Form des Rings verursachten die Versuche, ihn runterziehen, Schmerzen. Der Ring war aus Stahl, gekröpft, konisch geformt, innen scharfkantig, 8mm hoch mit einer Materialstärke von ca. 1,5mm (ähnlich einer Karosseriescheibe, wie sie bei älteren Antennendurchführungen von KFZ Verwendung fand). Woher das Mädchen den Ring hatte, war nicht zu eruieren. Jedenfalls war ANJA mit ihrer Mutter in der Notfallaufnahme der Unfallabteilung gelangt. Nachdem mit den Mitteln des Krankenhauses der Ring nicht entfernt werden konnte, entschied der diensthabende Arzt, die Feuerwehr hinzuzuziehen.

Alarmierung: Da Mannschaft im FW-Haus anwesend war, wurde unverzüglich ein TLF (TANK 1 mit technischer Ausrüstung) und 4 Mann in Marsch gesetzt. Zuvor wurde das dafür absehbar notwendige Werkzeug (vom TANK 2) verdoppelt (Einhand- Winkelschleifer und Geradeschleifer), um im Bedarfsfall Redundanzen zu haben.
Erste Befreiungsversuche: Der Finger war bei unserer Ankunft durch entsprechende Behandlung seitens des Krankenhauses nur mehr leicht geschwollen. Das Mädchen war durchaus ansprechbar und guter Dinge. Es wurde entsprechend gelagert und abgedeckt. Vorerst wurde versucht, den Ring mit vorhandenem und mitgenommenem Werkzeug runter zu zwicken (Bolzenschneider-klein, Hebelvorschneider und Seitenschneider), was jedoch wieder zu Schmerzen bei dem Mädchen führte. So wurde in einem weiteren Versuch ein Kleinschraubstock zur Stabilisierung des Rings herbeigeschafft und versucht, den Ring und damit den Finger zu stabilisieren. Auch diese Versuche führten zum schmerzbedingten Aufschreien des Mädchens. Zwischenzeitlich wurde von bekannten Werkstätten (Nachtzeit!) weiteres, geeignetes Werkzeug angefordert. Der Finger wurde kühl gehalten, um die Schwellung des Fingers zum Abklingen zu bringen.

Die Befreiung: Es wurde gleichzeitig entschieden, die rechte Hand mittels Lokalanästhesie vorzubereiten und das Mädchen, nach Setzen eines venösen Zugangs, zu sedieren und erst dann mit weiteren Befreiungsmaßnahmen mit Spezialwerkzeugen fortzufahren. Während der obgenannten medizinischen Maßnahmen traf auch der erhoffte, angeforderte, geeignete Geradeschleifer (Dremel-Schleifer) mit Trennscheibe DM 40mm, einer KFZ- Werkstätte ein. Nach entsprechender Vorbereitung erfolgte der eigentliche Einsatz im Schockraum. Der Ring wurde teilweise mit Spezial-Seitenschneidern weiter aufgezwickt und mit dem DREMEL – Schleifer – nach Beilegen eines Schraubenziehers zum Schutz des Fingers – aufgeschnitten und anschließend mit Zangen aufgebogen und entfernt.

Dieser eigentliche Einsatz war nach 10 Minuten beendet. Die entsprechende umsichtige Einsatzplanung zwischen Feuerwehr und dem Krankenhauspersonal führte zum Erfolg. Die 3-jährige Anja konnte von Ihren Eltern mit einem unverletzten Finger nach Hause gebracht werden. Den Ring schenkte sie ihrem behandelnden Arzt.
