Nö: Zwei Kinder bei Wohnhausbrand in Gänserndorf ums Leben gekommen
Gänserndorf (Nö): 9. Juli 2009 – Kurz vor 12.00 Uhr Mittag wurde der Löschzug der Feuerwehr Gänserndorf zu einem Wohnhausbrand in die Ferdinand Weißgasse in Gänserndorf alarmiert.
In einem Haus der Größe eines Kleingartenhauses in massiver Bauweise, welches durch eine Feuermauer an ein weiteres Haus angebaut ist, war massive Rauchentwicklung aus allen Fenstern und Türen zu erkennen. Zum Zeitpunkt des Brandausbruches waren ein dreijähriger Bub und ein vierjähriges Mädchen alleine im Haus.

Bei Eintreffen der Feuerwehr hatte die anwesende Wohnungsinhaberin bereits ihre 2 leblosen Kinder aus dem Haus gerettet und im Grünsteifen am Grundstückseingang abgelegt. Der Feuerwehr-Medizinischer-Dienst der Feuerwehr Gänserndorf leitete sofort Wiederbelebungsmaßnahmen ein und übernahm die weitere Versorgung der Kinder. Von der ersten eintreffenden Löschgruppe wurde unter schwerem Atemschutz eine Löschleitung im Innenangriff vorgenommen. Zu diesem Zeitpunkt standen die Räume des Hauses bereits in Vollbrand und es kam zu einer Rauchgasdurchzündung.
Die ebenfalls alarmierten Feuerwehr Weikendorf unterstütze den Innenangriff mit einem zweiten Atemschutztrupp. Die Feuerwehr Strasshof stellte einen Rettungstrupp für die eingesetzten Kräfte.

Die Kinder wurden bis zum Eintreffen des Notarztes aus Groß Enzersdorf weiter versorgt. Auch Feuerwehrarzt Dr. Johann Cserko und der Notarzthubschrauber Christophorus 9 waren im Einsatz und kämpften um das Leben der Kinder, alle Bemühungen blieben jedoch leider erfolglos. Die Feuerwehr Schönkirchen-Reyersdorf wurde als Sicherheitsreserve nachalarmiert. Geben 12.10 Uhr war der Brand unter Kontrolle und es wurden noch weitere Glutnester abgelöscht. In weiterer Folge wurde über die Drehleiter Gänserndorf die Dachhaut geöffnet um Glutnester im Zwischenboden zu bekämpfen. Brand Aus konnte um 14.30 Uhr gegeben werden.
Die eingesetzten Feuerwehrmänner wurden im Anschluss von Feuerwehrkuraten und Stadtpfarrer Mag. Eduard Schipfer psychologisch bereut. Wie es zu dieser schrecklichen Tragödie kommen konnte, ist zur Zeit Inhalt polizeilicher Ermittlung.
Eingesetzte Kräfte:
Löschzug der Feuerwehr Gänserndorf – 4 Fahrzeuge, 21 Mann
Feuerwehr Weikendorf
Feuerwehr Strasshof
Feuerwehr Schönkrichen-Reysersdorf
Feuerwehrarzt Dr. Cserko
Notarzt Groß-Enzersdorf
Notarzthubschrauber Christophorus 9
1 Rettungswagen RK Gänserndorf
ORF-Update per 10.7.:

Brandursache: Kinder dürften gezündelt haben
Nach dem für zwei Kinder tödlich endenden Brand in einem Wohnhaus in Gänserndorf haben die Ermittler die Arbeit am Donnerstagabend abgeschlossen. Das Feuer hat im Kinderzimmer seinen Ausgang genommen, die Kinder dürften gezündelt haben. Die zu diesem Zeitpunkt unbeaufsichtigten Kleinen, ein dreijähriger Bub und seine eineinhalb Jahre ältere Schwester, wurden leblos hinter der versperrten Eingangstür gefunden. Wiederbelebungsmaßnahmen blieben erfolglos. Es wurde kein Fremdverschulden festgestellt.
Wie Erich Rosenbaum vom Landeskriminalamt (LKA) NÖ am Donnerstagabend sagte, machten die Mutter und die Großmutter der Kinder, die mit einem Schock ins Krankenhaus gebracht wurden, noch am Unglücksort übereinstimmende Angaben zum Hergang. Demnach hatte die allein erziehende 33-Jährige die Kinder in der Obhut der Großmutter gelassen, als sie am Morgen zur Arbeit ging. Die Großmutter musste dann allerdings um 11.30 Uhr selbst zur Arbeit – um 12.00 Uhr hätte die Kindesmutter heimkommen sollen. In dieser kurzen Zeitspanne kam es jedoch zur Tragödie.
Ob die Frauen schon am Freitag ausführlich befragt können, hänge von der Entscheidung der Ärzte ab, sagte der Ermittler. Weiters soll noch der Besitzer des gemieteten Hauses befragt werden. Eine Prüfung hinsichtlich der Aufsichtspflicht sei Sache der Staatsanwaltschaft.
Update per 13. Juli:
Nach dem Brand in Gänserndorf, bei zwei kleine Kinder ums Leben gekommen sind, haben die Ermittlungen ergeben, dass die beiden, viel länger alleine waren als angenommen und dass sie irrtümlich eingesperrt worden sein dürften.
Eine halbe Stunde seien die beiden Kinder allein gewesen, hatte es zunächst geheißen – ein halbe Stunde, in der sie durch Zündeln ein für sie tödliches Feuer entzündet hatten. Doch wie die Einvernahmen der Mutter und der Großmutter ergeben haben, dürften die beiden Kleinen viel länger alleine gewesen sein – nämlich ab 8 Uhr.
Der Grund: die Mutter dürfte verschlafen haben und, ohne die Kinder in den Kindergarten zu bringen und ohne die Großmutter zu informieren, zur Arbeit geeilt sein. Dass die Tür und damit der rettende Weg ins Freie verschlossen war, dürfte durch einen tragischen Irrtum passiert sein. Aus Ermittlerkreisen heißt es, die Großmutter sei im Laufe des Vormittags zufällig vorbeigekommen, habe die Tür unversperrt vorgefunden und ohne nachzusehen, ob jemand im Haus ist, zugesperrt. Kurz vor Mittag brach dann das Feuer aus – als Rettungskräfte und Mutter eintrafen war es bereits zu spät. Für Miguel und Nicole gab es keine Hilfe mehr – am Dienstag werden sie beerdigt. Beide Frauen, Mutter und Großmutter werden angezeigt.
