Ktn: Migranten als freiwillige Helfer eher untypisch
Kärnten: Frühestens 2012 sollen auch in Kärnten Nicht-EU-Bürger zur Freiwilligen Feuerwehr gehen dürfen. Für andere freiwillige Organisationen in Kärnten ist die Integration von Ausländern unproblematisch, aber eher untypisch.
Quasi-Verbot in Kärnten und der Steiermark
Integrationsstaatsekretär Sebastian Kurz (ÖVP) hat die Diskussion über die Integration von Migranten als ehrenamtliche Helfer bei der Feuerwehr ausgelöst. So stellte sich heraus, dass Kärnten – neben der Steiermark – das einzige Bundesland mit einem Quasi-Verbot für nicht EU- und EWR-Bürger ist.
Beschluss im Landtag nicht vor 2012
FPK-Feuerwerhreferent Uwe Scheuch hatte vor wenigen Wochen noch gesagt, in Kärnten gebe es keinen Bedarf an Migranten bei den freiwilligen Feuerwehren. Nun kündigte er an, es werde Gespräche mit dem Landesfeuerwehrverband geben. Im besten Fall wird es 2012 auch bei den freiwilligen Feuerwehren in Kärnten so weit sein, denn der Kärntner Landtag muss erst eine Gesetzesänderung beschließen. Weitere, andere Neuerungen sollen gleichzeitig in das Gesetz einfließen. Zuvor müsse dies vom Verfassungsdienst geprüft werden, was eben seine Zeit dauere, hieß es aus dem Büro von Uwe Scheuch.
Migranten-Mitgliedschaft selten, aber möglich
Jetzt haben auch die anderen Rettungs- und Hilfsorganisationen in ihren Statuten nachgesehen, ob diese einen Passus enthalten, der nicht EU-Bürgern das Helfen verbietet.
Bei der Bergrettung sei beispielsweise die Mitgliedschaft für Migranten kein Problem, aber selten. Bei der Ortsstelle Klagenfurt gebe es zum Beispiel einen Kroaten, der vor zwei Jahren als 50-Jähriger aufgenommen wurde und sich – so Ortsstellenleiter Martin Hofmann – seither mächtig ins Zeug gelegt hat.
Eine ähnliche Ausgangssituation gibt es auch bei der Wasserrettung, wo Nicht-EU-Bürger durchaus mitarbeiten dürfen, wenn die körperlichen Voraussetzungen stimmen.
Rotes Kreuz: Deutschkenntnisse sind Pflicht
Bei der größten Rettungsorganisation in Kärnten, dem Roten Kreuz, gibt es derzeit kein Migrantenverbot, sagte Pressesprecherin Melanie Reiter.
Wer ehrenamtlich helfen will, könne dies auch tun. Im Rettungsdienst ist allerdings das Beherrschen der deutschen Sprache Pflicht. Etwa fünf Menschen seien laut Reiter auf diese Weise als ehrenamtliche Helfer beim Roten Kreuz in Kärnten integriert. Genau erfasst werde das allerdings nicht.
Einzige Ausnahme ist, dass mit dem Präsident oder der Präsidentin des Roten Kreuzes ein EU-Bürger integriert sein muss.
Diakonie setzt auf einwandfreien Leumund
Bei der Diakonie sei die Aufnahme von Migranten grundsätzlich kein Problem, sofern der Leumund stimme.
Auch bei der Caritas gebe es keine Aufnahmebeschränkung für Migranten. Es sei jedoch oft schwierig, eine passende ehrenamtliche Arbeit für sie zu finden, räumte Cornelia Leitner, zuständig für Kommunikation bei der Caritas, ein.
