Brand

Tirol: Großbrand im Tiroler Unterland -> Sägemehlsilo explodiert

Unterland (Tirol): Kurz vor 11 Uhr wurde am Samstag, dem 25. Juli 2009, die Feuerwehr Schwaz gemeinsam mit Buch und Jenbach alarmiert. „Explosion im Sägemehlsilo einer Tischlerei“, so die erste Meldung.

Beim Eintreffen der ersten Fahrzeuge drang bereits dichter Rauch aus dem Produktionsbereich der Tischlerei. Die Feuerwehr Schwaz rückte mit Kommando, Drehleiter, Tank 2, Tank 3, Atemschutzfahrzeug, Löschgruppenfahrzeug und dem Wechsellader samt Großlüfter an die Einsatzstelle aus.
In der Folge waren mehrere Atemschutztrupps der FF Schwaz – neben zahlreichen anderen – im Innenangriff eingesetzt. Vom Inn her wurde eine Wasserversorgung aufgebaut. Das Atemschutzfahrzeug sicherte die Versorgung mit Atemluft für die insgesamt acht Feuerwehren.

Ebenfalls wurde die Füllstation im Gerätehaus Schwaz besetzt, im Pendelverkehr wurden zahlreiche Atemluftflaschen nachgefüllt. Mit dem Großlüfter wurde zuerst die Halle, anschließend das angrenzende Wohngebäude belüftet. Gegen 13.00 Uhr konnten die ersten Fahrzeuge der Feuerwehr Schwaz einrücken. Im Einsatz standen die Feuerwehren von Buch, Jenbach, Gallzein, Strass, Wiesing, Rotholz, Schwaz und Stans.

Weil in der gesamten Region alle Feuerwehren eingesetzt waren, wurde die Feuerwehr Fügen zur Bereitschaft ins Gerätehaus Jenbach geholt.

Bericht ORF Tirol:
Ein Großbrand hält derzeit die Feuerwehren im Unterland in Atem. In einer Tischlerei am Ortsende von Buch bei Jenbach ist am Samstag, dem 25. Juli 2009, Feuer ausgebrochen. Ein Großaufgebot an Feuerwehren versucht derzeit den Brand zu löschen.

Sägemehlsilo bei Tischlerei explodiert
Gleich mehrere Explosionen sind kurz vor elf Uhr bei der Leitstelle Tirol gemeldet worden. Laut Feuerwehr dürfte das Sägemehlsilo bei der Tischlerei im Ortsteil St. Margarethen explodiert sein. Was genau der Auslöser war, ist nicht bekannt. Derzeit dringen dichte Rauchwolken aus dem Gebäude, die bis nach Schwaz zu sehen und zu riechen sind. In der unmittelbaren Umgebung zu der Tischlerei steht ein bewohntes Haus, hier gilt es derzeit ein Übergreifen der Flammen zu verhindern, berichtet die Feuerwehr Buch.

Im Einsatz stehen zig Feuerwehren aus der Umgebung. Das Wasser muss aus dem Inn zum Brandort gepumpt werden, die Leitung führt über die Bundesstraße. Ob es Verletzte gibt, ist nicht bekannte.

Bericht der FF Eben
Am 25. Juli, um 10.47 Uhr wurden die Feuerwehren Buch, Jenbach und Schwaz zu einem Gebäudebrand nach Buch, St. Margarethen alarmiert. Nach nur drei Minuten war der örtliche Einsatzleiter, HBI Reinhold Gschwendtner, vor Ort und hat eine erste Erkundung vorgenommen.

Die Tischlerwerkstatt ist als dreiteiliges Objekt, bestehend aus Holzlager, Werkstatt und Wohnhaus gestaltet. Ein Brandabschnitt bestand nur zwischen Wohnhaus und Werkstatt. Die Werkstatt stand zum Zeitpunkt des Eintreffens der Feuerwehren bereits in Vollbrand. Menschen waren nicht in Gefahr. Die ersten Maßnahmen konzentrierten sich daher auf den Schutz des Wohnhauses und des Holzlagers. Dazu wurde sofort einerseits ein Innangriff durch das Werkstatttor vorgenommen, andererseits mit dem Großlüfter der FF Schwaz versucht, das Wohnhaus so weit wie möglich rauchfrei zu halten.

Gleichzeitig mit dem Beginn des Innangriffes hat auch die Atemschutzsammelstelle mit dem Atemschutzfahrzeug der FF Schwaz den Betrieb aufgenommen.

Zum Aufbau der Wasserversorgung vom Inn wurden um 11.14 Uhr die FF Wiesing, Strass und Stans nachalarmiert. Es wurden zwei Zubringerleitungen zum Einsatzort verlegt. Da diese über die Bundesstraße B171 (Tiroler Bundesstraße) verlegt werden mussten, wurde die Straße von der Polizei für über zwei Stunden gesperrt. Der Verkehr wurde über die Autobahn umgeleitet.

Da zu diesem Zeitpunkt alle Feuerwehren des Abschnittes Jenbach im Einsatz standen, wurde die FF Fügen zur Besetzung des Gerätehauses Jenbach alarmiert. Um 12.49 erfolgte dann auch tatsächlich ein weiterer Alarm für die FF Jenbach. Dieser Einsatz wurde von der FF Fügen mit der Drehleiter Fügen erledigt.

Ab 11.30 Uhr – nach dem Aufbau der zusätzlichen Wasserversorgung – wurde der Innengriff verstärkt. Ziel des Löschangriffes war der Schutz des Lack- und des Holzlagers. Gleichzeitig wurde auch der Spänesilo kontrolliert. Da in diesem Bereich einige Glutnester festgestellt wurden, wurde der Silo geflutet.

Die Einsatzleitung wurde mittlerweile durch den Abschnittskommandanten ABI Karl Knoflach und den Bezirksfeuerwehrkommandanten OBR Hans Steinberger verstärkt. In der Folge wurde über die Teleskopmastbühne der FF Jenbach ein Außenangriff über das Dach vorgetragen. In diesem Zusammenhang wurde auch das Dach geöffnet und der Brand von dieser Seite aus bekämpft. Da aufgrund der nach wie vor starken Rauchentwicklung sämtliche Arbeiten nur unter Atemschutz möglich waren, wurde gegen 12.15 Uhr die Füllstation des Bezirksfeuerwehrverbandes in Betrieb genommen. Von dort erfolgte auch der Austausch der leeren Atemluftflaschen für die Atemschutzsammelstelle vor Ort.

Gegen 12.50 Uhr konnte dann „Brand aus“ gegeben werden. Die Werkstatt wurde weitgehend zerstört, das Holz- und Lacklager sowie das Wohnhaus konnten gehalten werden. Die Nachlöscharbeiteten dauerten bis in die frühen Abendstunden. Die FF Buch hat die Brandwache bis zum nächsten Tag übernommen.

Entstanden ist der Brand vermutlich im Bereich eines Gebläsemotors unter der Decke der Tischlerei. Mitarbeiter haben noch versucht, den Brand mit einem Schlauch aus dem Wandhydranten zu löschen, mussten aber wegen der großen Rauchentwicklung flüchten.

Im Einsatz standen sechs Feuerwehren mit insgesamt 25 Fahrzeugen und über 200 Personen, eine Feuerwehr in Bereitschaft in Jenbach, Rettung Schwaz, Polizei sowie der Bürgermeister von Buch.

ORF Tirol
Freiw. Feuerwehr Schwaz
Freiw. Feuerwehr Jenbach
FF Eben

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