Oö: Einsatzübung im Pflegeheim Ried im Innkreis
Ried im Innkreis (Oö): Vom Sozialhilfeverband Ried i.I. wurde das Pflegeheim 1 in Ried i.I., Riedholzstraße, generalsaniert. In den letzten Jahren wurden die Bauteile Ost und West saniert und sind mittlerweile seit ca. 2 Jahren in Betrieb.
Jetzt wurde der Bauteil Nord saniert und wird in den nächsten Tagen bezogen. Dies wurde von der FF Ried i.I. am 2. September 2009 für eine Übung genutzt. Vor der Übung wurden vom Brandschutzbeauftragten des Pflegeheimes, Herrn Walter Bertich, die anwesenden Bediensteten, ca 80 Personen, fast ausschließlich Frauen, über die Brandschutzbestimmungen im Heim unterwiesen. Von einem Vertreter der Lieferfirma wurde das Personal über die richtige Handhabung der Brandfluchthauben geschult. Von der Feuerwehr Ried i.I. wurde von HBI Spitzer das richtige Verhalten im Brandfalle erklärt. Da sehr viel neues Personal eingestellt wurde, waren diese Schulungen enorm wichtig.
Die eigentliche Brandschutzübung wurde mit folgender Übungsannahme durchgeführt: Brand in einem Zimmer im 2. Obergeschoss. Sowohl der Bewohner des Zimmers, als auch andere Bewohner und mehrere Bedienstete werden vermisst.
Als Übungsschwerpunkte sollten die ungehinderte Zufahrt zum Pflegeheim, die Drehleiteraufstellplätze, die Angriffswege im Heim und die Evakuierungswege gelten.
Die Alarmierung zur Übung erfolgte über die automatische Brandmeldeanlage. Diese wurde durch die Vernebelung des betroffenen Bewohnerzimmers ausgelöst. Bei der Anfahrt zum Pflegeheim zeigte sich, dass sich bei den Bewohnern der umliegenden Wohnhäuser durch die jahrelange Baustelle eine Undiszipliniertheit beim Parken auf der Zufahrtsstraße zum Heim eingeschlichen hat. Es war den Lenkern der größeren Einsatzfahrzeuge erst durch mehrfache Lenkmanöver möglich zum Heim zuzufahren.
Vom Übungsleiter, ABI Anton Stangel, wurden 4 Atemschutztrupps zur Erkundung, Bergung der vermissten Personen und Brandbekämpfung in das Heim geschickt. Zeitgleich wurde ein zweiter Angriffs- und Rettungsweg über die Drehleiter im Bereich der Südseite des Nordtraktes aufgebaut. Hier zeigte sich, dass der dort erst kürzlich gepflanzte Baum den Drehleiteraufstellplatz erheblich einschränkt. Hier muss nochmals eine Übung mit dem Zweck einen besseren Aufstellplatz zu finden, durchgeführt werden.

Die Atemschutztrupps konnten, auf Grund des ausgelösten Brandmelders, das vom Brand betroffene Zimmer rasch auffinden. Vor dem Betreten des Zimmers wurde ein mobiler Rauchverschluss angebracht. Zur Brandbekämpfung wurde ein Löschangriff vom Wandhydrantan mit C-Hohlstrahlrohr simuliert. Im Zimmer konnte ein ohnmächtiger Mann im Bett liegend und zwei Frauen, ohnmächtig am Boden liegend, vorgefunden werden. Diese Personen wurden durch die Balkontür auf den großzügig dimensionierten Balkon ins Freie gebracht. Zwischenzeitlich wurde von der Bezirkswarnstelle Ried i.i. das Rote Kreuz mit 2 Sanitätseinsatzwagen zum Übungsobjekt angefordert.
Die eingetroffenen Rot Kreuz Sanitäter wurden mit der Drehleiter auf den Balkon gehoben und konnten sich in der Folge um die Versorgung der ohnmächtigen Opfer kümmern. Mit der Krankentragehalterung wurden die Personen zu Boden gebracht und in die Sanitätswagen verladen. Hier zeigte sich, dass eine Abfahrt der Rot Kreuz Fahrzeuge wegen der parkenden Privatfahrzeuge nicht, bzw. nur nach mehrmaligen Vor- und Rückwärtsfahrten möglich wäre.
Die Atemschutztrupps durchsuchten im weiteren Übungsablauf die Zimmer im gesamten Stockwerk. Dabei wurde in einem Zimmer eine verwirrte Frau gefunden, die sich zuerst weigerte das Zimmer zu verlassen. Mit dem Tragetuch konnte die Frau doch noch aus dem Objekt getragen werden.

Wollten sich vor der Übung kaum Frauen als Übungsteilnehmerinnen melden, so entwickelte sich im weiteren Übungsablauf eine Eigendynamik. Zahlreiche als Übungsbeobachterinnen anwesende Pflegerinnen wollten sich doch jetzt eine Fluchthaube über den Kopf ziehen und von der Feuerwehr ins Freie geleitet werden. Dabei konnte auch der Fluchtweg über die neu errichtete Fluchtstiege beübt werden.
Im Verlauf der Übung zeigte sich, dass sich das Personal Gedanken machte, was es in der Zeit zwischen der Alarmierung und dem Eintreffen der Feuerwehr machen muss. Hier vergehen sicherlich 4 bis 5 Minuten. In der Zwischenzeit müssen Evakuierungs- und wenn noch möglich, erste Löschmaßnahmen durchgeführt werden.
Da die Handhabung eines Wandhydranten für die meisten Frauen Neuland war, wurde nach der Übung noch eine genaue Einschulung über die richtige Inbetriebnahme und Anwendung der Mittel der ersten Löschhilfe durchgeführt. Bei der Übungsnachbesprechung zeigte sich, dass die Zufahrt verbessert und die Drehleiteraufstellplätze neu überdacht werden müssen.
Die Übung wurde von zahlreichen Anwohnern der umliegenden Wohnobjekte beobachtet. Dabei fiel ein junger Bub, der sich mit einem Kinderfeuerwehrhelm ausgerüstet hatte, besonders auf. Vielleicht wird aus ihm in den nächsten Jahren ein tüchtiger Jungfeuerwehrmann.
Fahrzeuge: KDO 1, KDO 2, KDO 4, KSF, Tank 2, Tank 3, KSF, Rüst, DLK23-12
Einsatzleiter: ABI Anton Stangel
Mannschaftsstärke: 30
