D: Großfeuer in Fachmarkt für Maler- und Lackierbedarf in Velbert

Velbert (Deutschland): Am noch nächtlichen Samstagmorgen des 03.10.2009 (Tag der deutschen Einheit), um 03.44 Uhr, wurden Feuerwehr und Polizei in Velbert zu einem Brand im Industriegebiet West an der Uhlandstraße gerufen.
Anwohner hatten einen zunächst klein erscheinenden Brand auf dem Flachdach eines dortigen Malermarktes entdeckt, eigene Löschversuche unternommen und parallel dazu den Notruf veranlasst.
Als erste Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei nur wenige Minuten später am Brandort erschienen, stand das mit Bitumenbahnen gedeckte und mehrere hundert Quadratmeter große Flachdach des Fachmarktes für Maler- und Lackierbedarf bereits in Vollbrand. Daraufhin wurde Groß- und Sirenenalarm für sämtliche Velberter Löschzüge in allen Stadtteilen ausgelöst. Obwohl diese noch durch weitere Kräfte, Fahrzeuge und Einsatzgeräte aus Heiligenhaus, Wülfrath, Mettmann und Ratingen unterstützt wurden, konnte der Malermarkt nicht mehr gerettet werden. Er brannte vollkommen nieder. Dabei kam es zeitweise auch zu gefährlichen Detonationen von Farben, Lacken und Sprühdosen im Brandobjekt. Nur mit großer Mühe konnte dabei verhindert werden, dass das Feuer in größerem Umfang auf benachbarte und unmittelbar angrenzende Firmengebäude übergreifen konnte. Dennoch entstand auch an zwei Nachbarfirmen nicht unerheblicher Sachschaden.

Für die Dauer der Löscharbeiten, insbesondere für die im erforderlichen Maß schwierig zu garantierende Löschwasserversorgung der zahlreichen Löschangriffe vom Boden und über mehrere Drehleitern, wurde das Industriegebiet von der Polizei weiträumig abgesperrt, dortiger Verkehr um- bzw. abgeleitet. Betroffen von diesen Sperrmaßnahmen war dabei auch die innerstädtische Heiligenhauser Straße (B 227). Das in unmittelbarer Nähe verlaufende Teilstück der A44 (Birther Tunnel) musste wegen einer in dieser Richtung abziehenden starken Rauchentwicklung ebenfalls zeitweise gesperrt werden. Für diese Verkehrs- und Absperrmaßnahmen am unmittelbaren Brandort war die Polizei mit sechs Streifenwagen und rund 15 Einsatzkräften eingesetzt.
Kurz nach 06.00 Uhr hatte die Feuerwehr den Brand weitestgehend unter Kontrolle, die Brandbekämpfung dauert aber auch zur Stunde immer noch an. Weitere Angaben zum Löscheinsatz der Feuerwehr sowie deren Maßnahmen und Kräfteansatz bitten wir dort unmittelbar zu erfragen.
Polizeiliche Angaben zur Brandursache sind zur Zeit noch nicht möglich. Ebenso wenig Angaben zu einer genaueren Schadenshöhe. Nach ersten Schätzungen dürfte diese jedoch mindestens bei mehreren hunderttausend Euro liegen und eventuell sogar Millionenhöhe erreichen. Personenschaden entstand nach bisherigen Feststellungen wahrscheinlich nicht. Polizeiliche Untersuchungen zur Brandursache und genauen Schadenshöhe werden erst lange nach dem Ende der Löscharbeiten und erst dann möglich sein, wenn der ausgekühlte und entgaste Brandort von den Ermittlern gefahrlos betreten werden kann. Daher ist aus polizeilicher Sicht mit weiteren Angaben dazu nicht vor Montag, dem 05.10.2009 zu rechnen.
Update per 5. Oktober: Wie angekündigt wurde der nach dem Ende der Löscharbeiten beschlagnahmte Brandort am heutigen Tage von Brandexperten der Kriminalpolizei in Mettmann und einem Brandsachverständigen zur Feststellung der Brandursache genauer untersucht. Hierbei kommen die Experten zum Ergebnis, dass das Feuer mit großer Wahrscheinlichkeit durch den fahrlässigen Umgang mit selbstentzündlichen, leinölgetränkten Lappen entstand. Hinweise auf einen Einbruch oder Fremdverschulden bislang unbekannter Täter ergaben sich nicht. Der insgesamt entstandene Sachschaden, der nicht nur den Malermarkt, sondern auch zwei unmittelbar benachbarte Firmen betrifft, wird auch von den Brandexperten auf Millionenhöhe geschätzt.
