Brand

Deutschland: Todesopfer bei gefährlichem Reetdachbrand in Neuendeich

Neuendeich (Deutschland): Ein Todesopfer hat vermutlich in der Nacht zu Mittwoch, dem 10. Februar 2010, ein Großfeuer in Neuendeich gefordert. Zwei weitere Personen hatten das direkt…

… am Pinnaudeich gelegene historische Reetdachhaus unverletzt verlassen können. Sie wurden vom Rettungsdienst betreut und kamen bei Nachbarn unter. Die um 1.41 Uhr alarmierten freiwilligen Feuerwehren Neuendeich und Uetersen fanden beim Eintreffen ein bereits in Vollbrand stehendes Gebäude vor. Der Neuendeicher Wehrführer Reinhard Pliquet war als Erster vor Ort. Er und unmittelbar darauf auch zwei Trupps unter schwerem Atemschutz durchsuchten noch das Erdgeschoss des Hauses. Ein Vordringen ins Obergeschoss, wo das Schlafzimmer der Vermissten liegt, war nicht mehr möglich, weil die Treppe bereits zusammengebrochen war.

Nach wenigen Minuten musste der Innenangriff dann abgebrochen werden, weil die Gefahr für die Einsatzkräfte zu groß wurde. Keine Minute zu früh: Die Männer hatten das Gebäude kaum verlassen, da fiel ein Teil des Giebels in sich zusammen. Im weiteren Verlauf sackte das gesamte brennende Reet in sich zusammen. Die 70 bis 80 Kräfte beider Feuerwehren konzentrierten sich in der Folgezeit darauf, das Feuer einzudämmen.

Die Wasserversorgung wurde über zwei Hydranten sicher gestellt. Die in den Boden eingelassenen Deckel der Hydranten waren eingefroren und mussten mit einem Gasbrenner aufgetaut werden. Wegen der eisigen Temperaturen um minus fünf Grad gefror das abfließende Löschwasser teilweise zu gefährlichen Rutschbahnen. Die Einsatzkräfte mussten hier sehr vorsichtig agieren. Es wurden mehrere Strahlrohre sowie zwei tragbare Monitore und das Wenderohr der Uetersener Drehleiter eingesetzt. Erst nach drei Stunden konnten die Kräfte erneut den Versuch unternehmen, vorsichtig in das Gebäude vorzudringen. Das heruntergefallene Reet innerhalb der Grundmauern bedeckte die Brandnester.

Da kein Bagger eingesetzt werden konnte, musste dieses per Hand abgetragen werden. Diese Arbeiten werden vermutlich bis in die Vormittagsstunden andauern. Die Brandursache und Schadenshöhe stehen noch nicht fest. Die Kripo ermittelt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert