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Deutschland: Baugerüst an ICE-Baustelle umgestürzt -> 12 Verletzte

Halle (Deutschland): Es sollte ein Feiertag für die Deutsche Bahn beim Bau eines der größten Infrastrukturprojekte in Deutschland werden. Entlang der ICE-Neubaustrecke zwischen Erfurt und Halle/Leipzig wurde…

… am Mittwoch, dem 3. März 2010, im sachsen-anhaltischen Saubach der Vortrieb von drei insgesamt 15,4 Kilometer langen Tunneln abgeschlossen und damit die Hälfte für den Bau der prestigeträchtigen Hochgeschwindigkeitstrasse erreicht. Doch dann passierte nur 26 Kilometer davon entfernt am Vormittag im Süden von Halle ein folgenschweres Unglück: Ein Baugerüst und ein Kran stürzten ein. Zwölf Bauleute werden verletzt.

In der Saale-Elster-Aue entsteht gegenwärtig eine gigantische Talbrücke, die nach ihrer Fertigstellung 2012 etwas mehr als 8600 Meter messen und damit Deutschlands längstes Brückenbauwerk sein wird. Auf einem auf Stelzen stehenden Gleisbett wird ab dem Jahr 2017 der ICE über die Auenlandschaft fahren. Doch momentan wird dort noch gebaut.

An einem dieser Brückenelemente, die auf Stützen stehen, brachen am Mittwochvormittag gegen 10.25 Uhr plötzlich ein 1000 Tonnen schweres sogenanntes Vortriebs-Baugerüst und ein Baukran zusammen. Unter der Last und Wucht knickten starke Stahlträger ein wie Streichhölzer. Zwölf Bauleute, die am Vormittag dort arbeiteten und Vorbereitungen für die weitere Betonierung der Brücke trafen, stürzten in die Tiefe und wurden verletzt, zwei von ihnen schwer.

In Merseburg und Halle werden die Opfer in Kliniken versorgt. Alle Verunglückten befänden sich außer Lebensgefahr. Die Arbeiter hätten Knochenbrüche, Prellungen und Platzwunden, sagte eine Sprecherin der Berufsgenossenschaftlichen Kliniken Bergmannstrost Halle. Die Leichtverletzten könnten bereits am Donnerstag oder Freitag wieder nach Hause.

Die insgesamt fast 120 Rettungskräfte waren zwar schnell vor Ort, mussten sich aber erst durch unwegsames Gelände vorkämpfen, durch mannshohes Wasser und durch Morast. Mit Kettensägen verschafften sich Feuerwehrleute im Sträucherdickicht Platz, um an die Verschütteten zu gelangen. Hochwasser in der Saale-Elster-Aue behinderte zudem den Einsatz der Notärzte, Feuerwehrleute und Rettungsdienste. Feuerwehrleute und Mitarbeiter der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) brachten auf Schlauchbooten und einem Luftkissenfahrzeug die Verletzten in Sicherheit.

Ob möglicherweise der auftauende Boden und Flusshochwasser den Kran aus dem Gleichgewicht gebracht haben, ist noch offen. Die Ermittlungen zur Ursache dieses Arbeitsunfalls würden sicher Monate dauern, sagte eine Polizeisprecherin.

Die Saale-Elster-Talbrücke ist Teil der 500 Kilometer langen Bahnverbindung Nürnberg-Erfurt-Leipzig/Halle-Berlin, in deren Verlauf 27 Tunnel und 35 Brücken gebaut werden. Sie ist mit einem Investitionsvolumen von rund zehn Milliarden Euro das derzeit größte Infrastrukturprojekt in Deutschland.

Nach Fertigstellung der Trasse Mitte dieses Jahrzehnts wird sich laut Bahn die Fahrzeit zwischen Berlin und München von derzeit sechs Stunden auf rund vier Stunden verkürzen. Die Fahrt von Erfurt nach Leipzig dauert statt 70 nur noch 39 Minuten, von Erfurt nach Halle statt 79 nur noch 31 Minuten.

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