Übungen

Oö: Gemeinschaftsübung der Feuerwehren Fraham, Steinholz und Alkoven

Fraham (Oö): Da durch unser Einsatzgebiet zwei sehr stark befahrene Bundesstraßen, nämlich die B129 und B134 führen und es auch immer wieder zu sehr schweren Verkehrsunfällen kommt, wobei in letzter Zeit auch immer öfter Lkws daran beteiligt sind, fand am Mittwoch den 03. März 2010 eine große Gemeinschaftsübung statt.

Das Ziel der Übung war, die Schwierigkeiten aufzuzeigen die man zu erwarten hat wenn man eine Personenrettung aus einer deformierten Fahrerkabine eines LKWs durchführen muss. (Arbeitshöhe mit hydr. Rettungsgerät, Personenbergung usw.)

Als Szenario wurde Folgendes angenommen:
Zwischen einem Pkw und Lkw sei es zu einer Frontalkollision gekommen, wobei der Lkw–Lenker im deformierten Führerhaus eingeklemmt wurde. Aus Unachtsamkeit bemerkte ein nachfolgendes Fahrzeug die Unfallstelle zu spät und fuhr auf den bereits stehenden Lkw auf.

Es wurde versucht, eine technisch orientierte Einsatzübung mit Schulungscharakter, so realistisch wie möglich zu gestalten, um sie bestmöglich abzuarbeiten und mitverfolgen zu können. Die Feuerwehren trafen gleichzeitig am Übungsort ein. Einsatzleiter BI Klaus Reisenberger ließ die gesamte Mannschaft für eine gemeinsame Taktische Übungsbesprechung zusammenkommen. Diskutiert wurde durch die einzelnen Fahrzeugkommandanten der teilnehmenden Fahrzeuge um die beste Vorgehensweise zur Bergung der eingeklemmten Personen zu finden.

Der Einsatzleiter ordnete daraufhin die Absperrung des Einsatzbereichs, das Aufbauen des Brandschutzes, die Herstellung mehrer Lichtquellen und die sofortige Menschenrettung an.

Nach dem Vorbereiten der hydraulischen Rettungsgeräte und dem Kleingerät wurde in mehreren Arbeitsschritten beim LKW die Türe herausgespreitzt, die A-Säule herausgeschnitten und mittels eines Pressstempels das Dach aufgedrückt. Da das Aufdrücken des Daches nicht die gewünschte Wirkung zeigte, wurde anschließend durch das Abzwicken der B–Säule das Dach komplett entfernt.

Zwischen den einzelnen Schritten wurde die Übung immer wieder für eine gemeinsame Diskussion angehalten. Somit sollte jeder Teilnehmer die Möglichkeit haben, seine eigene Meinung in den Ablauf einzubringen.

Im zweiten Teil der Übung wurde am Pkw, der auf den Lkw aufgefahren ist, durch das Herausnehmen von Fahrer- und Beifahrertüre eine Rettungsöffnung geschaffen, um die Opfer befreien zu können. Auch hier wurde wie schon vorher beim Lkw das Dach entfernt und später mittels Pressstempel der Vorbau des Pkws nach vorne gedrückt.

Nach eineinhalb Stunden Einsatzübung mit Schulungscharakter war diese dann zu Ende und das große Aufräumen konnte beginnen. Faktum ist, dass es für die Beteiligten eine sehr spektakuläre und auch lehrreiche Übung gewesen ist.

Weiters sei an dieser Stelle auch Hrn. Franz Brandstätter von der Autoverwertung in Seebach ausdrücklich gedankt, der diese realistische Übung durch Beistellen der Fahrzeuge ermöglichte, und weiters auch der Firma Hummel für das Bereitstellen des Firmenareals – herzlichen DANK!

Fazit:
Eine so genannte Rettungsplattform ist das auf und ab bei der Befreiung von eingeklemmten Personen aus Lkws und Bussen. Wegen der Höhe des Fahrgastraumes ist die Schaffung eines Zugangs zum Patienten sehr umständlich und kräfteraubend (über Kopf arbeiten). Durch die Plattform haben Einsatzkräfte die Möglichkeit den Höhenunterschied zu überwinden und können so Spreitzer und Schere direkt im Bereich der Scharniere und des Schlosses einsetzen. Weiters dient es auch dem Rettungspersonal um umgehindert einen Zugang zum Verletzten zu haben (Notarzt, Sanitäter).

FF Fraham
FF Alkoven

Bericht der FF Alkoven (hier auf Fireworld.at)

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