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Deutschland: Glimpflich endender Bahnunfall bei Stuttgart

Stuttgart (Deutschland): Am Montagabend, dem 15. März 2010, entgleisten in Untertürkheim zwei zusammengekoppelte Lokomotiven und drei Kesselwagen eines Güterzuges. Der Lokomotivführer erlitt leichte Verletzungen und einen Schock.

Gegen 21:00 Uhr entgleiste auf der Güterbahnstrecke Kornwestheim – Untertürkheim in Untertürkheim ein Güterzug aus noch ungeklärter Ursache. Nach ersten Ermittlungen der Bundespolizei sprang die erste der beiden Lokomotiven aus den Gleisen und kippte um. Die zweite – unmittelbar dahinter angekoppelte – Lok entgleiste ebenfalls, blieb aber stehen. Der erste Kesselwagen entgleiste ebenfalls und kippte dabei auf die Seite. Zwei weitere Kesselwagen entgleisten ebenfalls, blieben aber stehen.

Die wenige Minuten nach dem Unglück eingetroffene Berufsfeuerwehr Stuttgart rettete und betreute zunächst den leichtverletzten und unter Schock stehenden Lokomotivführer. Anschließend wurden kleinere Lecks an dem umgestürzten Kesselwagen abgedichtet. Durch die Lecks waren ca. 500 – 600 Liter Dieselkraftstoff in den Boden gelaufen. Die teilweise mit 60 Mann im Einsatz befindliche Feuerwehr – darunter auch Spezialisten für Umwelteinsätze – pumpte im Anschluss den umgestürzten Kesselwagen leer, um eine weitere Gefährdung der Umwelt auszuschließen.

Die Bundespolizei – zuständig für die Gefahrenabwehr und Strafverfolgung auf den Bahnanlagen – nahm noch in der Nacht die Ermittlungen zur Feststellung der Unfallursache auf. Den ersten Ermittlungen zu Folge kann derzeit mit hoher Wahrscheinlichkeit ein menschliches Fehlverhalten ausgeschlossen werden. „Ein endgültiges Ergebnis ist aber frühestens in einigen Tagen zu erwarten“, so der Sprecher der Bundespolizeidirektion Stuttgart, Steffen Zaiser.

Derzeit werden zwei weitere Kesselwagen umgepumpt, um für die Bergung mittels eines extra aus Leipzig angeforderten Spezialkrans der DB AG vorbereitet zu sein. Dieser wird im Laufe des frühen Abends an der Unfallstelle erwartet. Für die Bergung stehen darüber hinaus drei Autokrane zur Verfügung. Wie lange die Bergungsarbeiten dauern werden, lässt sich derzeit nicht mit Sicher-heit sagen.

Die Güterverkehrsstrecke zwischen Bad Kornwestheim und Untertürkheim bleibt bis zum Abschluss der Bergungs- und Instandsetzungsarbeiten gesperrt. Der Personenzugverkehr wurde durch den Unfall indes nicht beeinträchtigt. Der Ausfall der so genannten kleinen Schusterbahn, welche achtmal am Tag zwischen Untertürkheim und Kornwestheim verkehrt, wird problemlos durch die S-Bahnverbindung über den Stuttgarter Hauptbahnhof aufgefangen.

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