Oö: Großbrand am Stadtplatz – Zum Glück nur Übung!
Rohrbach (Oö): Im März 2010 wurde am Stadtplatz Rohrbach von der Feuerwehr eine Großübung organisiert und durchgeführt.
Die einmalige Gelegenheit, ein Abbruchhaus mitten im Stadtzentrum zur Verfügung zu haben, konnte für vielfältige Einsatzaufgaben genützt werden. So wurde in den Räumen der ehemaligen Videothek vom Ausbildungsleiter für Atemschutz Thomas Pachner ein Feuer gelegt. Zwei Stockwerke darüber waren drei Personen eingeschlossen, die auf Grund der Rauchentwicklung das Haus nicht mehr verlassen konnten. Eine Person erlitt übungsweise Verbrennungen und wurde bewusstlos. Die Übung wurde medial angekündigt, so verfolgten über 100 interessierte Zuschauer die Einsatzübung.

Einsatzleiter Martin Wakolbinger alarmierte auf Grund der Lage sofort Alarmstufe II. Die Feuerwehr Rohrbach wird dabei von den Feuerwehren Arnreit, Götzendorf, Sprinzenstein und Perwolfing unterstützt. Insgesamt waren vier Tanklöschfahrzeuge, drei Löschfahrzeuge, die Drehleiter, zwei Kdo-Fahrzeuge und ein Manschafttransportfahrzeug mit ca 85 Feuerwehrmitglieder, ein Rettungstransportfahrzeug mit drei Sanitätern und ein Polizeifahrzeug mit zwei Beamten im Einsatz.
Zeitgleich mit dem ersten Atemschutzangriff auf das Feuer in der Videothek begann die Drehleiterbesatzung mit der Rettung der um Hilfe schreienden Personen. Zwei Stöcke tiefer fand der Atemschutztrupp neben dem Feuer eine Puppe, welche es aus dem Brandraum zu retten galt. Zwei Personen waren schnell über die Drehleiter gerettet, die Rettung der bewusstlosen Person war etwas schwieriger, da zuvor die Krankentragenhalterung am Korb montiert werden musste. Der bewusstlose Mann wurde der Rettung übergeben.
In der Zwischenzeit wurde der Löschwasserbehälter am Stadtplatz geöffnet und eine Löschwasserversorgung zum TLF Rohrbach hergestellt. Inzwischen wurden in Summe vier Löschwasserversorgungen (ein Teich und drei Hydranten) im Stadtgebiet von Rohrbach hergestellt, um alle Tanklöschfahrzeuge versorgen zu können. Entsprechende Vekehrsmaßnahmen wurden durch die Polizei und die Feuerwehr gesetzt. Es zeigte sich auch, dass einige Pkw nicht die entsprechende Bodenfreiheit aufweisen, um problemlos über eine Schlauchbrücke fahren zu können. Trotz des vielen Verkehrs gab es keine Probleme und Staus.

Im Keller des Gebäudes suchten Atemschutztrupps nach weiteren vermissten Personen. Just in diesem Moment brach ein weiterer, echter Brand in den Räumen des ehemaligen Elektrogeschäftes Reumüller aus. Der Brand war durch professionellen Einsatz schnell gelöscht, jedoch fand man eine gefährliche heiße Acetylenflasche. Sofort wurde das gesamte Gebäude geräumt und alle Einsatzkräfte mussten sich in sichere Lage begeben. Aus gesicherter Entfernung wurde ein Wasserwerfer aufgebaut, und die Kühlung der Gasflasche durchgeführt.
Zwischenzeitlich wurde die vermisste Person aus dem verrauchten Keller geborgen, als Draufgabe befand sich im Keller jede Menge gefährlicher Güter, welche geborgen und gesichert werden mussten. Zu guter letzt wurde ein Atemschutzunfall simuliert, zwei Atemschutzträger wurden bewusstlos. Rettungstrupps wurden alarmiert und führten die Rettung der verunglückten Feuerwehrmänner durch. Die Rettung Rohrbach versorgte diese nach deren Rettung.
Bei der Abschlussbesprechung dankten die Organisatoren Josef Kandlbinder und David Höllwirth allen teilnehmenden Feuerwehrmännern und Organisationen für die geleistete Arbeit. Die beobachteten Fehler der Übung wurden angesprochen um für einen Ernstfall daraus lernen zu können.
