Stmk: Gasexplosion in Fernitz -> Mann wollte Familie töten
Fernitz (Stmk): Mit dem Einsatzbefehl „Menschenrettung bei Gasaustritt“ wurde die Feuerwehr Fernitz in den frühen Morgenstunden des 11. April 2010 alarmiert. Die Erkundung durch den Einsatzleiter ergab folgende Lagebilder:
Schadenslage: Explosion und Gasaustritt bei einem Einfamilienhaus, vermutlich noch Personen im Haus, schwere Beschädigungen am Wohnhaus, Trümmerfeld im Garten, kein Brand mehr.
Eigene Lage: RLF und KLF mit 18 Mann, Polizei vor Ort, Feuerwehrarzt vor Ort
Allgemeine Lage: klares Wetter, kein Wind
Nach der Erkundung durchsuchte ein Atemschutztrupp sämtliche Räumlichkeiten, es konnten aber Personen im Gebäude mehr auffinden. Nach der Rückmeldung an die Einsatzleitung wurde vom Atemschutztrupp die Gasabsperrung im Wohnhaus geschlossen und das Objekt mit einem Drucklüfter belüftet. Die Bewohner, eine Mutter mit ihren drei Kindern konnte sich rechtzeitig bei einem Nachbar in Sicherheit bringen.

Während dem Schließen der Gasabsperrung konnte eine Manipulation an der Gasleitung festgestellt werden. Nachdem diese Information an die Polizei weitergegeben wurde, erklärte die Behörde den Einsatzort zum Tatort und verständigte ihrerseits Spezialkräfte wie Kripo, Brandursachenermittlung, Landeskriminalamt udgl. Die mittlerweile eingetroffenen Mitarbeiter von Elektrounternehmen und Gasversorgung machten das Objekt stromlos und legten den Gasanschluss still.

Nach einer Messung der Gaskonzentration durch den Gasversorger konnte die Einsatzstelle für die Behörde frei gegeben und der Betrieb des Drucklüfters eingestellt werden.
Im Anschluss rückte die Feuerwehr Fernitz wieder in das Feuerwehrhaus ein und stellte die Einsatzbereitschaft wieder her.

ORF-BERICHT – Mann wollte Familie durch Explosion töten
Zu einer Gasexplosion ist es am Sonntag in einem Haus in Fernitz (Bezirk Graz-Umgebung) gekommen. Die Bewohnerin und ihre drei Kinder blieben unverletzt. Der Ex-Mann der Frau dürfte die Explosion in Mordabsicht ausgelöst haben. Der Mann sägte im Keller eine Gasleitung an. Laut Polizei ging der Mann gegen 7.30 Uhr in den Keller des Einfamilienhauses und sägte eine Gasleitung an. Danach begab er sich in das Schlafzimmer seiner Ex-Frau, weckte sie auf und lockte sie unter dem Vorwand, der Keller würde unter Wasser stehen, aus dem Raum.

Anschließend wollte der 43-Jährige seine Ex-Frau über eine Treppe in den Keller stoßen, doch diese schrie laut um Hilfe und konnte sich losreißen. Der Verdächtige flüchtete anschließend in den Keller und drohte, das Haus mitsamt der Frau und den drei Kindern in die Luft zu sprengen. Bevor der Mann das Gas-Luft-Gemisch im Keller mit einem Feuerzeug entzünden konnte, ergriffen die Frau und die drei Kinder die Flucht. Alle vier blieben unverletzt, erlitten aber einen Schock. Teile des Einfamilienhauses wurden bei der anschließenden Explosion zerstört, ein Brand brach nicht aus.

Der mutmaßliche Täter flüchtete anschließend, wurde dann aber nach einer Stunde von der Polizei aufgegriffen und ins Krankenhaus gebracht. Er hatte bei der Explosion leichte Verletzungen erlitten. Hintergrund der Tat soll ein Beziehungsdrama sein. Laut Polizei gab es seit der Trennung vor sechs Jahren immer wieder Auseinandersetzungen zwischen den beiden Geschiedenen. So soll der 43 Jahre alte Mann seiner Frau mehrmals mit Mord gedroht haben.

Am Samstag hatte der Mann außerdem die Reifen am Auto der Frau aufgestochen, weil sie sich mit einem anderen Mann verabredet hatte. Dem 43-Jährigen könnte nun eine Anklage wegen versuchten Mordes drohen.
