Deutschland: B-Führerschein bis 7,5 Tonnen -> Feuerwehrautos sind zu schwer
Deutschland: Der sogenannte Feuerwehrführerschein, der Führerschein-B-Inhabern das Fahren von Fahrzeugen bis 7,5 Tonnen erlauben soll, bringt für Burgwedel und Isernhagen nur wenig. Die meisten Feuerwehrwagen wiegen mehr als acht Tonnen.
Der Führerschein der Klasse B gilt seit 1999 für Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht bis maximal 3,5 Tonnen. Dagegen erlaubt der alte Führerschein der Klasse III auch das Fahren von leichten Lastwagen mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 7,5 Tonnen. Um diesen Nachteil für die freiwilligen Feuerwehren auszugleichen, sollen Feuerwehrleute auch mit dem Führerschein B Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen bewegen dürfen.
Für Burgwedel und Isernhagen bringt dies nur wenig Entlastung. „Wir brauchen eher den alten Führerschein II für Lastwagen“, sagt Burgwedels Stadtbrandmeister Friedhelm Leisenberg. Mit Ausnahme von Mannschaftstransportern wögen die meisten Fahrzeuge mehr als acht Tonnen. „Für die Stadt Burgwedel ist die neue Regelung kein großer Vorteil“, sagte Leisenberg. Die Stadt bezuschusse deshalb mit zwei Drittel der Kosten den Erwerb eines Lastwagenführerscheins. Im Gegenzug müsse sich der Fahrer für mindestens fünf Jahre in der Feuerwehr verpflichten.
Auch in Isernhagen werde für 90 Prozent der Feuerwehrfahrzeuge der Lastwagenführerschein benötigt, sagte Manfred Grieger, Leiter des Ordnungs- und Sozialamtes. „Das bringt nur etwas für kleine Ortsfeuerwehren mit einer Grundausstattung, für uns aber so gut wie gar nichts“, kommentierte Grieger die Neuregelung. Derzeit habe die Gemeinde noch nicht das große Problem mit Führerscheininhabern bei der Feuerwehr. Wenn es Engpässe gebe, finanziere die Gemeinde den Erwerb der Fahrerlaubnis. Dies sei etwa vier- bis fünfmal im Jahr der Fall.
Bei der Feuerwehr Altwarmbüchen wögen nahezu alle Fahrzeuge mehr als zwölf Tonnen, sagte der stellvertretende Ortsbrandmeister Philipp Suppan. Der Trend bei den Feuerwehrfahrzeugen gehe dahin, dass 7,5 Tonnen kaum noch genommen und zehn Tonnen bevorzugt werden. Dies läge nicht zuletzt daran, dass die Anforderungen an die Feuerwehren und damit auch der Bedarf an Ausrüstung ständig steigen.
