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Deutschland: Land unter im Westallgäu -> 167 Liter Regen pro Quadratmeter

Deutschland / Österreich: Vollgelaufene Keller, überflutete Straßen, nicht mehr befahrbare Brücken, umgestürzte Bäume – stundenlange starke Regenfälle haben in den frühen Morgenstunden des 26. Juli 2010 den Landkreis Lindau und das benachbarte Vorarlberg regelrecht überschwemmt.

Bei der Leitstelle in Kempten gingen am Vormittag über 170 Notrufe ein, davon allein 70 aus dem Westallgäu. 500 Rettungskräfte waren laut Landratsamt im Einsatz. Besonders stark betroffen waren die Marktgemeinden Weiler-Simmerberg und Scheidegg sowie die Stadt Lindau.

Gegen 4 Uhr morgens wurden die ersten Feuerwehren zur Hochwasserbekämpfung alarmiert. Mehrere Straßen mussten gesperrt werden. In Weiler trat der Hausbach über das Ufer und drohte angrenzende Keller zu überfluten. Feuerwehr und Technisches Hilfswerk rückten mit Sandsäcken an, von denen etwa 25000 im Westallgäu auf Lager sind. Auch viele Anwohner halfen beim Errichten der Barrikaden mit.

In Weiler war es das schlimmste Hochwasser seit 1932. Schuld daran war der starke nächtliche Regen: 167 Liter pro Quadratmeter waren es zeitweise laut Peter Waibel, der in Weiler eine private Wetterstation unterhält. In Sigmarszell waren es 107 und im benachbarten Sulzberg (Vorarlberg) 123 Liter pro Quadratmeter.

Während in der Kreisstadt Lindau zwei Gymnasien und die Notaufnahme des Krankenhauses von den Wassermassen bedroht wurden, gingen im benachbarten Vorarlberg einige Muren ab. Die Feuerwehren im Leiblachtal und Bregenz hatten hier bereits von Mitternacht an über 200 Einsätze zu absolvieren. In Lochau mussten 80 Personen aus einer Wohnanlage evakuiert werden, die durch einen Hangrutsch bedroht war. Deshalb wurde ein Helikopter angefordert, um Bäume hinter der Wohnanlage abzutransportieren.

Die Zufahrt nach Bregenz war stundenlang gesperrt, ebenso die Bahnlinie von Lindau nach Bregenz. Autofahrer standen im Stau. Viele Pendler kamen erst spät an ihren Arbeitsplätzen an.

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