Medien / Fotografen

Stmk: Feuerwehr kämpfte um Löschwasser – und gegen Schaulustige

Bad Waltersdorf (Stmk): „Katastrophentourismus“ behinderte Arbeit der 180 Feuerwehrmänner. Polizei schritt ein.

Kilometerweit war am Sonntagnachmittag, 1. August 2010, die dunkle Rauchwolke über Bad Waltersdorf zu sehen. Und sie lockte unzählige Schaulustige in das Gebiet am Waltersdorfberg, wo mitten im Wald die Hörting KG ihre „Thermenland-Eier“ produziert. Wenige Meter vom Waldrand entfernt, nur über eine schmale Straße erreichbar.

Die Schaulustigen standen nicht nur am Waldrand, der durch wegfliegende Teile des Eternitdaches bald selbst zu brennen begann – sie kamen auch den Rauchgasen gefährlich nahe. „Und da waren Eltern mit kleinen Kindern dabei, die diese einer großen Gefahr aussetzten“, ärgert sich Bezirksfeuerwehrkommandant Franz Hauptmann. Den Warnungen der Feuerwehrmänner glaubten die Zuschauer nicht, erst als – mehr oder weniger zufällig – einige Wasserspritzer auch den Waldrand erreichten, flüchteten sie aus dem Gefahrenbereich. Der Weg für die Feuerwehr, die mit 30 Fahrzeugen und 180 Mann anrückte, war damit aber noch lange nicht frei.

Durch die „Katastrophentouristen“, wie Hauptmann sie bezeichnet, wurde die Zufahrtsstraße verstopft, auf der der Pendeldienst mit Löschwasser unterwegs war. „Zeitweise war kein Durchkommen mehr.“ Die Polizei musste schließlich schon in Sebersdorf die Straße sperren.

Löschwasser am Brandort gab es nämlich keines, beim Neubau seien Auflagen nicht erfüllt worden. „Vor zwei Jahren hat ein Brandsachverständiger das überprüft“, berichtet der Bezirkskommandant. Diesem fiel sofort auf, dass die Gebäude zu nahe am Waldrand stehen. Es sei nur eine Frage der Zeit gewesen, bis etwas passieren würde. „Die Feuerwehr war machtlos“, betont Hauptmann.

Kleine Zeitung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert