Deutschland: Metallbrände bei Großfeuer auf Lübecker Schrottplatz
Lübeck (Deutschland): Die Feuerwehr Lübeck wurde um 3:45 Uhr des 18. August 2010 zu einem Brand auf einem Schrottplatz gerufen. Bei der Ankunft brannte bereits ein 10m hoher Schrotthaufen mit einer Fläche von 40m x 40m in voller Ausdehnung.
Die Feuerwehr riegelt den brennenden Schrotthaufen mit vier Wenderohren (B-Rohre über Drehleitern) und fünf C-Rohren mit Wasser ab, um die umliegenden Gebäude und einen Tankstelle zu schützen. Ein massiver Schaummitteleinsatz ist vorbereitet, aber zur Zeit noch nicht erforderlich. Der hohe Wassereinsatz wird durch das Lübecker Löschboot sichergestellt. Personen sind nicht verletzt worden. Für Anwohner besteht zur Zeit keine Gefahr.
2. Meldung von 8.30 Uhr: Die Feuerwehr Lübeck hat um 8:00 Uhr ihre Einsatzmöglichkeiten abgewogen und wird vorerst aus Umweltschutzgründen auf einen Schaummitteleinsatz verzichten. Stattdessen wird der brennende Schrotthaufen mit Baggern auseinandergezogen und kleinteilig abgelöscht oder eventuelle Metallbrännde mit Sand erstickt. Auf Grund von Plastik und Kunstoffteilen in dem Schrotthaufen können sich in der Rauchsäule auch giftige Stoffe befinden. Die Bevölkerung wird seit 5:30 Uhr aufgefordert Fenster und Türen geschlossen zu halten. Die Feuerwehr prüft mit Messgeräten die Inhaltsstoffe des Brandrauchs. Sichere Messergebnisse werden aus messtechnischen Gründen erst die nächsten Tage vorliegen.
3. Meldung von 10.00 Uhr: Der Leiter des Lübecker Fachbereichs für Umwelt, Sicherheit und Ordnung Senator Bernd Möller machte sich um 8:30 Uhr ein Bild von der Einsatzstelle und den Löscharbeiten. Derweil ist die Löschwasserversorgung über sechs B-Leitungen von der Trave zur Einsatzstelle sichergestellt. Zur Zeit werden ca. 8000 Liter Wasser pro Minute auf den Brandherd gesprüht. Drei Bagger haben angefangen, erste Teile des Schrotthaufens auseinander zu ziehen. Die Tankstelle ist durch das Feuer nicht mehr akut gefährdet. Ein von der Feuerwehr Hamburg angefordertes Messfahrzeug ist um 09:30 Uhr an der Einsatzstelle eingetroffen und führt umfangreiche Messungen nach Giftstoffen im Brandrauch und im Löschmittelsammelbecken durch. Die Bevölkerungswarnungen wurden zwischenzeitlich auf den Stadtteil Travemünde ausgeweitet. Von dem Aufenthalt im Freien wird vorsorglich abgeraten.
4. Meldung von 10.30 Uhr: Bei dem Feuer hat sich bestätigt, dass es zu mehreren Metallbränden gekommen ist. Metallbrände erreichen Temperaturen vom bis zu 3.000 Grad Celsius. Bei diesen Temperaturen ist der Einsatz von Löschschaum nicht mehr sinnvoll, da die Schaumzerstörungsrate durch die hohe Temperatur zu hoch ist. Eine Vernetzung tritt hierbei nicht mehr ein und eine Löschwirkung ist nicht gegeben. Die mit den Baggern auseinandergezogenen Schrottteile lassen sich bislang gut ablöschen.
Tageszusammenfassung per 19. August:
Die Feuerwehr Lübeck wurde heute Morgen um 3:45 Uhr zu einem Brand auf einem Schrottplatz in Lübeck-Herrenwyk gerufen. Bei der Ankunft brannte ein 10m hoher Schrotthaufen mit einer Fläche von 40m x 40m in voller Ausdehnung. Die Feuerwehr riegelte den brennenden Schrotthaufen zunächst mit vier Wenderohren (B-Rohre über Drehleitern) und fünf C-Rohren mit Wasser ab, um die umliegenden Gebäude und einen Tankstelle zu schützen. Ein massiver Schaummitteleinsatz wurde zunächst vorbereitet, dann aber nicht durchgeführt, da zu erwarten war, dass durch die hohen Temperaturen der mit brennenden Leichtmetalle und die Schichtung des Schrottbergs ein Schaumeinsatz nicht zu einem Löscherfolg führen, sondern die weiteren Maßnahmen eher erschweren würde.
Stattdessen wurde der Schrottberg weiter gekühlt und parallel damit begonnen, ihn mit Baggern abzutragen und kleinteilig abzulöschen. Diese Maßnahme zeigte guten Löscherfolg, gestaltete sich aber sehr langwierig.
Lübecks Innensenator Bernd Möller verschaffte sich vom Morgen an den ganzen Tag über einen Überblick über die Lage vor Ort.
Wegen der starken Rauchentwicklung wurde die Bevölkerung der betroffenen Stadtteile aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten und den Aufenthalt im Freien zu vermeiden. Obwohl sowohl über den Rundfunk, durch Steifenwagen der Polizei als auch durch Lautsprecherwagen der Feuerwehr umfangreich gewarnt wurde, ist nicht auszuschließen, dass nicht alle betroffenen Bürger rechtzeitig erreicht wurden. Innensenator Möller bat hierfür um Verständnis
Um Erkenntnisse über Inhaltsstoffe der Rauchgase zu erhalten, forderte die Feuerwehr Spezialisten der Feuerwehr Hamburg mit speziellen Messgeräten an, die nur dort und an drei anderen Standorten in Deutschland vorgehalten werden. In der Rauchgaswolke unmittelbar über der Einsatzstelle wurden Schadstoffe ermittelt, die üblicherweise bei derartigen Bränden entstehen, die jedoch an weiteren Messellen im Wohngebiet Kücknitz nicht mehr nachweisbar waren. Genauere Ergebnisse werden erst am Donnerstag vorliegen. Außerdem entnahm die Feuerwehr Proben aus dem Löschwasser, die einer Analyse durch ein Lübecker Labor zugeführt wurden, um Aussagen zu Beeinträchtigungen des Abwassers zu erhalten. Ergebnisse hierzu werden ebenfalls erst in den nächsten Tagen vorliegen.
Der hohe Wassereinsatz von bis zu 8000 Litern pro Minute wurde über mehrere parallele Schlauchleitungen durch das Lübecker Löschboot von der Trave her sichergestellt. Insgesamt waren bis zu 140 Einsatzkräfte vor Ort. Eingesetzt waren die Berufsfeuerwehr Lübeck, -z. T. nacheinander zur Ablösung- nahezu alle Freiwilligen Feuerwehren Lübecks, das DRK, die JUH und das THW sowie Sonderfahrzeug von Feuerwehren aus Ostholstein und Hamburg.
Um die Menge des Löschwassers und damit mögliche Probleme für die Kläranlage zu begrenzen, errichtete die Feuerwehr mit Unterstützung des THW eine „Recyclinganlage“ für Löschwasser, indem das aus dem Schrottberg herauslaufende Wasser aufgefangen und erneut als Löschwasser verwendet wurde.
Erst um 21:15 Uhr konnte „Brand unter Kontrolle“ gemeldet werden. Der Einsatz wird sich voraussichtlich noch bis zum Donnerstagnachmittag hinziehen.
