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Deutschland: Feuerwehr muss mehrere Millionen Liter Wasser abpumpen

Köln (Deutschland): Aufregung für die Kölner Feuerwehr: Die Einsatzkräfte haben nach Informationen von SPIEGEL ONLINE mehrere Millionen Liter Wasser aus einer U-Bahnbaustelle vor dem eingestürzten Stadtarchiv pumpen müssen. Ein Messgerät hatte Alarm geschlagen.

Sie arbeiteten still und leise, und bislang hat kaum jemand etwas mitbekommen: Die Einsatzkräfte der Kölner Feuerwehr haben mehrere Millionen Liter Wasser aus der U-Bahnbaustelle am Waidmarkt direkt vor dem eingestürzten Stadtarchiv gepumpt. Der Grund: Ein Messgerät, das gefährliche Bewegungen in den Bauteilen anzeigen sollte, hatte Alarm geschlagen.

Peter Hartl, Einsatzleiter der Feuerwehr an der Unglücksstelle Severinstraße, bestätigte SPIEGEL ONLINE die neuen Komplikationen bei der Sicherung der U-Bahnbaustelle. Ein Messgerät im sogenannten Gleiswechselbauwerk habe seit dem 17. August „auffällige, nicht erklärbare Werte angezeigt“, sagte Hartl.

Das Gerät wird eingesetzt, um zu kontrollieren, ob sich Bauteile verschieben und Spalten zwischen den Seitenwänden und der Betondecke des Bauwerks entstehen. Geschieht dies, könnte es dramatische Folgen nach sich ziehen – und im Extremfall zum Einsturz der Deckenkonstruktion führen. Diese Gefahr drohte laut Feuerwehr auf der Kölner U-Bahnbaustelle aber nicht.

22 baugleiche Exemplare: Während das eine Messgerät Alarm schlug, hätten 22 baugleiche Exemplare in der Grube zu keinem Zeitpunkt etwas Ungewöhnliches angezeigt, so Hartl. Auch zusätzliche optische Kontrollinstrumente verzeichneten demnach nichts Auffälliges. Und so machte sich die Feuerwehr ohne Eile an die Aufklärungsarbeit.
Keine einfache Sache: Da die Baugrube der Gleiswechselstelle aus Stabilitätsgründen geflutet worden war, befand sich das Messgerät rund zehn Meter unter Wasser. Am 2. September entschloss sich die Feuerwehr, die Alarmmeldungen mit einer aufwändigen Aktion zu überprüfen: Einsatzkräfte pumpten das Wasser ab, bis sie an das Gerät herankamen.

Am Ende gaben sie Entwarnung. Weil Feuchtigkeit in das Gehäuse eingedrungen sei, habe das Messgerät falsche Werte angezeigt, so Hartl. Es wurde ausgetauscht. Alle anderen Kontrollmessungen seien unbedenklich. Jetzt heißt es wohl bald wieder „Wasser marsch“: Am Montag, 13. September 2010, soll entschieden werden, wann die Baugrube erneut geflutet wird.

Spiegel online

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