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Deutschland: Feuerwehr soll in Münster Retter Nummer Eins bleiben

Münster (Deutschland): Arbeiter-Samariter-Bund, Rotes Kreuz, Johanniter-Unfall-Hilfe und Malteser-Hilfsdienst haben offenbar nicht den Hauch einer Chance, sich im Rettungswesen der Stadt ein größeres Stück des von der Feuerwehr dominierten Kuchens sichern zu können.

Im Ausschuss für Umweltschutz und Bauwesen, der für die Feuerwehr zuständig ist, herrschte am Abend des 21. September 2010 über Parteigrenzen hinweg Einigkeit darin, dass an dem bestehenden System nicht gerüttelt werden soll. Zuvor hatte Feuerwehr-Chef Benno Fritzen zu dem Papier der privaten Rettungsdienste Stellung bezogen. Sein Fazit: Bei einer stärkeren Einbeziehung der Privaten würde es für die Stadt nicht preiswerter werden, sondern teurer. Und zwar rund eine Million Euro im Jahr.

Zunächst wies Fritzen die These zurück, eine Verlagerung der Dienste von der Feuerwehr weg käme der Stadtkasse zu Gute. Profitieren würden nur die „Kostenträger der Rettungseinsätze“, sprich die Krankenkassen. Unterm Strich ist die jetzige Regelung laut Fritzen deshalb so günstig, weil alle Mitarbeiter der Berufsfeuer sowohl in der Brandbekämpfung als auch im Rettungsdienst tätig sind. Etwa an jedem dritten Tag komme es vor, dass „Einsatzspitzen“ im Rettungsdienst abgedeckt würden durch Bereitschaftskräfte der Feuerwehr. „Es wäre viel teurer, für diesen Zweck zusätzliches Personal vorzuhalten.“

Unterdessen haben die Rettungsdienste in einem Brief an die Ratsmitglieder ihrem Unmut über die – aus ihrer Sicht bestehende – Benachteiligung Luft gemacht. In dem Schreiben, das der Redaktion vorliegt, wird beklagt, dass es in der Stadtverwaltung „aufgrund partikularer Interessen einen gewissen Widerstand gegen die verstärkte Einbindung der Hilfsorganisationen“ gebe.

Im Sinne des Steuerzahlers sollten die Ratsmitglieder aber die preiswertere Variante wählen: „Letztlich obliegt die Entscheidung den politischen Entscheidungsträgern.“ Nach Berechnungen des Arbeiter-Samariter-Bundes, des Roten Kreuzes, der Johanniter-Unfall-Hilfe und des Malteser-Hilfsdienstes könnte die Stadt Münster „bei konservativer Rechnung“ jährlich mehr als 500.000 Euro sparen, würden die Hilfsdienste bei der Notfallrettung stärker berücksichtigt werden. Begründet wird dies mit geringeren Personalkosten und einem stärkeren Einsatz von Ehrenamtlichen.

Der SPD-Ratsherr Holger Wigger zweifelte in diesem Zusammenhang an der Qualität: „Ich möchte nicht von Azubis und Zivis gerettet werden.“

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Westfälische Nachrichten

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