Deutschland: Feuer auf mit 200 Personen besetzter Fähre
Cuxhaven (Deutschland): Eine Fähre mit mehr als 200 Personen an Bord ist in der Nacht zum Samstag, 9. Oktober 2010, auf der Ostsee in Flammen aufgegangen. Nach Angaben des Havariekommandos in Cuxhaven gab es gegen Mitternacht eine…
… Explosion auf dem Oberdeck der litauischen Fähre „Lisco Gloria“. Sechs Schiffe eilten zu Hilfe, darunter eine weitere Fähre. Alle Menschen an Bord wurden lebend in Sicherheit gebracht. Das Fährschiff „Deutschland“ brachte die Geretteten am Morgen nach Kiel. „Wir hoffen, dass wir alle gerettet haben“, sagte der Leiter der Kieler Wasserschutzpolizei, Uwe Marxen, in Kiel.
„An Bord haben wir rund 20 Verletzte vorgefunden“, fügte er hinzu. Die meisten von ihnen seien imstande gewesen, die Fähre zu Fuß verlassen, nur einer hätte hinausgetragen werden müssen. Die Verletzten würden in Kiel medizinisch betreut. Das Havariekommando teilte mit, drei Verletzte seien mit Hubschraubern ausgeflogen worden.
Nach Angaben der Reederei DFDS Seaways, zu der die „Lisco Gloria“ gehört, waren unter den Passagieren kaum Deutsche. „An Bord waren überwiegend Litauer und nur wenige Deutsche“, sagte der Sprecher der Reederei, Gert Jacobsen. Das Unglück sei für die Betroffenen eine traumatisches Erlebnis. Sie seien aber dankbar für die schnelle Hilfe der deutschen Behörden.
Brand womöglich auf Wagendeck ausgebrochen: Über die Brandursache kann laut Jacobsen derzeit nur spekuliert werden. Eventuell sei der Brand auf dem Wagendeck der Fähre ausgebrochen. Die genaue Unglücksursache würde in enger Zusammenarbeit mit den Behörden so schnell wie möglich aufgeklärt, fügte er hinzu.
Das Schiff war von Kiel nach Klaipeda (dem früheren Memel) unterwegs und befand sich zum Unglückszeitpunkt nördlich der schleswig-holsteinischen Insel Fehmarn. An Bord waren 204 Passagiere – unter ihnen 89 Lkw-Fahrer – und 32 Besatzungsmitglieder.
Das leere Schiff, das über 200 Meter lang ist, stand am Morgen noch in voller Ausdehnung in Flammen. Mehrere Schiffe mit Löscheinrichtungen versuchten, der Flammen Herr zu werden, unter ihnen das Feuerlöschboot „Kiel“. In Einsatz waren auch Feuerwehreinheiten aus Kiel, Rostock, Lübeck und Hamburg. Die brennende Fähre, die eine leichte Seitenlage hatte, trieb in Richtung Dänemark.
Die 2002 gebaute „Lisco Gloria“ hatte Kiel laut Fahrplan am Freitag um 23.00 Uhr verlassen.
