Deutschland: 30 Tonnen Gewicht erdrücken Traktorfahrer
Kumreut/Schönberg (Deutschland): 55-jähriger Unternehmer verunglückt bei Kumreut tödlich beim Baggertransport – Kollision eines Bulldogs mit einem Pkw in Hartmannsreut.
Zwei schwere Unfälle, bei denen Traktoren beteiligt waren, haben sich am Wochenende im Bayerwald ereignet. Einem schrecklichen Verkehrsunfall ist am späten Samstagnachmittag, 31. Oktober 2010, bei Kumreut ein 55-jähriger Freyunger Unternehmer zum Opfer gefallen. Der Mann wurde von einem mit einem Bagger beladenen Tieflader zerquetscht. Der Auflieger samt Bagger hatte laut Polizei ein Gewicht von rund 30 Tonnen. Der Sohn des Unfallopfers musste als Feuerwehrmann zur Bergung des eigenen Vaters ausrücken. Bei einem Unfall am Samstag gegen Mittag kollidierte bei Hartmannsreut (Landkreis Freyung-Grafenau) ein 23-jähriger Traktorfahrer mit einem Pkw. Zwei Personen wurden verletzt.
Der aus Mundobl bei Neureut (Landkreis Freyung-Grafenau) stammende Mann hatte den Bagger mit seinem Traktor in Hirtreut geholt, um ihn nach Kumreut zu transportieren. Der Unfall ereignete sich gegen 17.20 Uhr auf der Kreisstraße zwischen Auggenthal und Kumreut. Von der leicht abschüssigen Straße wollte der Fahrer offensichtlich nach links in die B 12 abbiegen. Ein Augenzeuge will gesehen haben, dass vor dem Traktor ein Pkw-Fahrer links von der Kreisstraße in die Auffahrt zur B 12 einbog. Der Traktorfahrer hatte daher eine Bremsung vornehmen müssen, dabei geriet der Traktor ins Schleudern. Der Auflieger mit Bagger hatte, so die Schätzung, ein Gewicht von rund 30 Tonnen, daher eine große Schubkraft. Der Traktor selbst, ebenfalls mit einem Gewicht von rund acht Tonnen, geriet über die Leitplanken, drehte sich entgegen der Fahrtrichtung.
Die Last schob die Zugmaschine nach rechts eine zehn bis 15 Meter tiefe Böschung hinab. Dabei krachte der Auflieger samt Bagger auf den Traktor. Die komplette Fahrerkabine wurde weggerissen und der Fahrer darunter zerquetscht.
Mitglieder der Feuerwehren Röhrnbach, Kumreut und Perlesreut hatten die Rettungsschere im Einsatz, um sich, so Alois Haberl von der FFW Röhrnbach, zum Verunglückten vorzuarbeiten. Doch leider kam jede Hilfe zu spät, der Baggerunternehmer aus Mundobl konnte nur noch tot geborgen werden.
Das BRK-Kriseninterventionsteam war im Einsatz, um den Angehörigen ersten Trost zu spendet. Marco T., der Sohn des tödlich Verunglückten, hatte kurz zuvor die Feuerwehr-Leistungsprüfung in Neureut bei der FFW Neureut-Aigenstadl mit Bravour absolviert. „Als uns dann die Meldung im Feuerwehrhaus in Neureut erreichte, dass sich bei Kumreut ein schwerer Unfall mit einem Traktor und Bagger ereignet hatte, wurde Marco schon sehr unruhig“, so Hans-Karl Fuchs, der Vorstand der FFW Neureut-Aigenstadl. Aus der Vermutung wurde bitterer Ernst, der junge Feuerwehrmann verlor seinen Vater.
Die Bergung des Gespannes stellte sich äußerst schwierig dar und dauerte fast bis Mitternacht. Zwei Kräne mussten eingesetzt werden. Traktor, Auflieger und Bagger wurden zu technischen Untersuchungen abtransportiert.
Bei dem Unfall in Hartmannsreut bei Schönberg kam der Fahrer eines Traktors (23) auf der kurvenreichen, abschüssigen Straße aus ungeklärten Umständen ins Schleudern und geriet auf die Gegenfahrbahn. Bei der Kollision mit einem Pkw wurde dessen Fahrerin (47) schwer verletzt. Sie musste mit dem Rettungshubschrauber ins Klinikum Passau geflogen werden. Der Traktorfahrer wurde ebenfalls ins Krankenhaus gebracht.
