Deutschland: Im Sölder Löschzug verschwanden 3500 Euro
Dortmund (Deutschland): Erst wurden 3000 Euro bei einer Jugendfreizeit der Freiwilligen Feuerwehr Sölde nicht richtig abgerechnet, dann rätselte der Löschzug über 500 Euro Erlös aus dem Getränkeautomaten. Auch das Verwaltungsgericht konnte nicht alles aufklären.
Im Februar 2009 meinte man dann, den Verantwortlichen gefunden zu haben und suspendierte ein heute 23 Jahre altes Mitglied „vorläufig“ bis zur Klärung der gegen den Mann erhobenen Vorwürfe.
Die sind bis heute trotz einer Strafanzeige des Löschzugführers vor anderthalb Jahren nicht aufgeklärt, wie Dortmunds Rechtsdirektorin Kulosa und Branddirektor Nestler gestern dem Verwaltungsgericht Gelsenkirchen vortrugen. Dort hatte der junge Mann, mittlerweile im Hauptberuf Rettungsassistent bei den Bochumer Johannitern, mit Rechtsanwalt Dohn Klage gegen den Ausschluss aus dem Löschzug erhoben. Die Stadt hatte bisher lediglich von der Staatsanwaltschaft erfahren können, dass in der Sache ein Strafbefehl beantragt werde. Im Vorfeld der Verhandlung hatte Kammervorsitzender Prof. Dr. Andrick aber herausgefunden, dass es dem Kläger nicht so sehr darum ging, „auf ewig“ im Sölder Löschzug zu bleiben. Das sei allein wegen der Wechseldienste im Hauptberuf kaum noch möglich. Er wolle aber die Vorwürfe entkräftet sehen, meinte sein Anwalt, der im Strafverfahren auch der Verteidiger ist.
„Unwiderruflicher Austritt“
Damit war zumindest vor dem Verwaltungsgericht der Weg für ein Prozessende auch ohne Urteil frei. Der Kläger, der damals auch Schulden bei Löschzug-Kollegen gemacht haben soll, erklärte gestern seinen „unwiderruflichen Austritt“ aus dem Löschzug Sölde. Die Stadt hob die Suspendierung auf, und das Gericht wird den „wichtigen Grund“, den § 8 der Laufbahnverordnung für die Freiwillige Feuerwehr als Voraussetzung für einen Ausschluss fordert, nicht weiter prüfen. Was nun mit dem verschwundenen Geld geschah, wird dann wohl doch von der Strafverfolgungsbehörde ermittelt.
