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Bayern: Freiwillige Feuerwehr vs. Arbeitgeber -> Ich bin dann mal löschen

Bayern: Die Freiwilligen Feuerwehren in Bayern klagen über Personalprobleme – weil immer weniger Arbeitgeber ihre Angestellten für das Ehrenamt freistellen. Geht das denn, obwohl es eine gesetzliche Freistellungspflicht gibt?

Eines steht fest: Ohne die ehrenamtlichen Helfer geht es nicht. In Bayern gibt es derzeit rund 7.700 Freiwillige Feuerwehren mit etwa 325.000 Aktiven. Dem gegenüber stehen bayernweit lediglich sieben Berufsfeuerwehren mit rund 2.500 Kräften und 242 Betriebsfeuerwehren mit etwa 9.500 Aktiven.

Das Problem: Der Arbeitgeber ist nicht begeistert, wenn es plötzlich Alarm gibt und sein Mitarbeiter ausrücken muss. Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren werden seltener von ihren Betrieben freigestellt. „Diese Tendenz ist erkennbar“, klagt der Geschäftsführer des Landesfeuerwehrverbandes Bayern, Uwe Peetz. Der Präsident des deutschen Feuerwehrverbandes, Hans-Peter Kröger, sagt: „In den Betrieben sind die Personalstrukturen zunehmend ausgedünnt, da kann man als Arbeitnehmer nicht einfach gehen.“

Gesetzliche Freistellungspflicht nach Art. 9 BayFwG
Dabei müssen Arbeitgeber ihre ehrenamtlich tätigen Mitarbeiter (in Bayern) freistellen. In Artikel 9 des Bayerischen Feuerwehrgesetzes (BayFwG) heißt es: „Während des Feuerwehrdienstes, insbesondere während der Teilnahme an Einsätzen, Ausbildungsveranstaltungen, Sicherheitswachen und am Bereitschaftsdienst und für einen angemessenen Zeitraum danach sind sie zur Arbeitsleistung nicht verpflichtet.“ Vielmehr gilt: Der Arbeitgeber muss seinen Mitarbeiter für die Zeit des Einsatzes ganz normal bezahlen. Auf Antrag erhält er den Lohnausfall von der Kommune erstattet.

Angestellte des öffentlichen Dienstes werben
Die Vertreter der Feuerwehrverbände klagen dennoch über Personalprobleme. Vor allem auf dem Land müssten für Feuerwehreinsätze häufiger Freiwillige aus mehreren Gemeinden herangezogen werden. „Gerade in Hinblick auf die demografische Entwicklung wird die Nachwuchsförderung am Land immer schwieriger“, sagt Peetz.
Rupert Saller, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr München, sieht eine Lösung darin, vermehrt Angestellte des öffentlichen Dienstes für die Freiwillige Feuerwehr zu begeistern. „Diese Menschen sind ja beim Staat angestellt und können so leichter vom Arbeitsplatz freigestellt werden. Hier ist der Konkurrenzdruck auch weniger“, so Saller.
Der Freistaat hilft außerdem mit. Von September 2011 an soll eine dreijährige Kampagne des Innenministeriums und des Landesfeuerwehrverbandes Bayern gezielt Nachwuchskräfte für die Freiwilligen Feuerwehren anwerben.

Bayrischer Rundfunk

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