Deutschland: Dach bricht unter Schneelast ein
Ludwigsstadt/Tettau/Pressig (Deutschland): Auch am Weihnachtswochenende 2010 waren die Rettungskräfte der Hilfsorganisationen des Landkreises wieder im Einsatz.
on „stiller Zeit“ konnte für die Hilfskräfte am Weihnachtswochenende keine Rede sein. Zum zweitenmal innerhalb einer Woche brach ein Scheunendach unter der Schneelast zusammen. Traf es in der letzten Woche einen Stall in Rappoltengrün, stürzte am ersten Weihnachtsfeiertag ein Dach in Ludwigsstadt an der B 85 ein.
Glücklicherweise wurde niemand verletzt. Binnen weniger Minuten wurden die Feuerwehren Ludwigsstadt, Teuschnitz, Tettau, Steinbach am Wald sowie das BRK, THW und die Polizeibeamten der Inspektion Ludwigsstadt alarmiert. Kommandant Jörg Söllner gab dann in Absprache mit Bürgermeister Timo Ehrhardt die Anweisung, das Scheunendach komplett abzureißen, um die Sicherheit von Passanten und Insassen von vorbeifahrenden Fahrzeugen zu gewährleisten und um weitere Schäden zu vermeiden. Bevor die Feuerwehrmänner den Abriss mit Drehleiter und Seilwinde vornehmen konnten, wurde der Schnee mit dem städtischen Radlader beseitigt. Der Eingangsbereich wurde durch die Firma Zschach abgestützt.
Kreisbrandinspektor Harald Schnappauf weist im Gespräch mit der Neuen Presse zudem darauf hin, dass er immer wieder feststelle, dass ein großer Teil der für die Entnahme von Löschwasser benötigten Hydranten vereist oder mit Schnee bedeckt sind. Hydranten liegen meist auf Gehwegen in Fahrbahnnähe und werden beim Schneeräumen nicht nur übersehen, sondern oft noch bis zu einen Meter hoch mit Eis und Schnee zugedeckt. Bei Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt bildet der tauende und wieder gefrierende Schnee einen dicken Eispanzer und machen der Feuerwehr im Brandfall die Löschwasserentnahme fast unmöglich. Eine hierdurch verzögerte Brandbekämpfung kann unter Umständen Menschenleben kosten und hohe Sachschäden verursachen. Deswegen sollten die Hydranten unbedingt für die Feuerwehr von Eis und Schnee freigehalten werden.
Viel zu tun hatte über die Feiertage auch die Tettauer Feuerwehr. In Schauberg befreite man zwei Solarplatten auf einem Gebäudedach von den Schneemassen. „Eine Platte hatte sich durch Eis aund Schnee schon gelöst“, erklärt der Tettauer Kommandant Manfred Suffa. Der Hauseigentümer hatte Bedenken, dass noch größere Schäden entstehen könnten und alarmierte die Feuerwehr. „Wir haben viele Stunden auf Dächern verbracht“, resümiert Manfred Suffa das Wochenende. Die Feuerwehrleute beseitigten auf dem etwa 1000 Quadratmeter großen Dach der Firma Werner Heinz in Tettau und dem ebenso großen Dach der Firma Zitzmann in Alexanderhütte jeweils rund 500 Kubikmeter Schnee.
Die Feuerwehr Pressig entfernte am Wochenende Eiszapfen vom Dach der Herz-Jesu-Kirche mit dr Drehleiter. Wie das Mitglied der Kirchenverwaltung und Marktgemeinderat Werner Löffler mitteilt, sei es vor Jahren schon einmal zu Wasserschäden im Kircheninnenraum gekommen, weil herabfallende Eiszapfen das Dach des Seitenschiffes beschädigt hatten.
Deshalb war er Kommandant Walter Geisler sehr dankbar, dass sich dieser auf unkomplizierte und unbürokratische Weise in einer Art Blitzaktion bereit erklärte, die Eiszapfen aus etwa zwölf Meter Höhe zu entfernen. Maschinist Manfred Jaser steuerte die Drehleiter und Feuerwehrmann Christian Fehn holte vom Drehleiterkorb aus die Eiszapfen von der Dachrinne. Auf einer Länge von rund 30 Metern wurden teils ein- bis eineinhalb Meter lange Zapfen entfernt, die ein erhebliches Gewicht hatten.
