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Tirol: Schwierigste Menschenrettung nach schwerem Lkw-Unfall bei Söll

Söll (Tirol): Ein 41-jähriger Innsbrucker und ein 39-jähriger Mann aus Kundl kamen nach einem schweren Unfall mit ihren Lkw-Fahrzeugen vermutlich nur knapp und schwerst verletzt mit ihrem Leben davon.

Mit schwerem Gerät rückten die Rettungskräfte an. Und dennoch dauerte es Stunden, bis zwei Lkw-Lenker aus den Wracks ihrer Fahrzeuge befreit werden konnten. Ein Drama in den frühen Morgenstunden des 7. Jänner 2011 auf der Loferer Straße, der B178 zwischen Söll und Itter und ein Kampf ums Überleben. Die beiden Tiroler werden an der Universitätsklinik in Innsbruck und der Unfallklinik Salzburg zur Stunde behandelt.

Doch was war geschehen? Es war gegen 5 Uhr, als es zu dem verhängnisvollen Unfall kam. Ein Sattelschlepper, beladen mit Obst, und ein Streufahrzeug prallten aus derzeit noch ungeklärter Ursache zusammen. „Es gibt einen ersten konkreten Anhaltspunkt zum Auslöser des Unfalls“, berichtet ein Beamter der Polizeiinspektion Söll, der die Ermittlungen vor Ort geführt hatte im Gespräch mit der TT. Derzeit könne er diesen Anhaltspunkt aber nicht nennen. Es sei dafür ermittlungstechnisch schlichtweg zu früh. Der Aufprall zwischen dem Fahrzeug der Straßenmeisterei und dem Lkw erfolgte laut dem Beamten seitlich. Es war ein „massiver Zusammenstoß“, erläutert der Ermittler am Telefon. Dabei bog der Streuwagen offenbar in die Loferer Bundesstraße ein – und krachte dabei in den Obsttransport.
Die beiden Fahrzeuge „kamen ins Schleudern und stürzten dann sechs bis sieben Meter in die Böschung neben der Straße ab“. Es kam zu „massivsten Deformationen“ der Fahrzeuge.

Schwerste Verletzungen: Die Folgen des Unfalls waren fatal. Die beiden Fahrzeuge verkeilten sich ineinander. Eingeklemmt im kalten Metall: die beiden Fahrzeuglenker, ein 41-Jähriger aus Innsbruck und der 39-jährige Lenker des Streufahrzeugs aus Kundl. Die per Großalarm aktivierten Rettungskräfte, Feuerwehren aus der Umgebung und zwei Notärzte eilten zur Unfallstelle. Der Ernst der Lage wurde den Helfern der Feuerwehren Söll, Brucklhäusl, Wörgl und Kirchbichl schlagartig bewusst, als sie einen der beiden Unfalllenker ansprechen konnten, der zweite aber vorerst nicht reagierte. Für 50 Retter begann der Kampf um die Befreiung der beiden. Doch es sollte Stunden dauern, bis die Verletzten aus den deformierten Überresten ihrer Schwerfahrzeuge befreit werden konnten. „Das Problem war, die Position der Fahrzeuge nach dem Absturz“, so die Polizei. Insbesondere der Lenker des Streufahrzeuges befand sich stundenlang in einer misslichen Lage:

Tonnen Metall über dem Opfer: „Der schwerste Teil des Fahrzeugs, der Motor und die Achse, lagen direkt über dem Unfallopfer.“ Aus einem glücklichen Zufall heraus kam der 39-jährige Kundler unterhalb des Tonnen schweren Fahrzeugs in einer Lücke zu liegen. „Nur durch Zufall hatte er so überhaupt eine Chance zu überleben“, so der Beamte der Polizeiinspektion Söll. Doch das schwere Fahrzeug stellte die Retter vor extreme Herausforderungen. Während der Sattelschlepper seitlich zu liegen kam und der Lenker aus der Fahrgastzelle relativ rasch herausgeschnitten werden konnte, dauerte es beim zweiten Opfer „mehr als drei Stunden“, bis es zum Weitertransport mit den Rettungshubschrauber nach Salzburg befreit werden konnte. Mehrere Bergescheren und ein Telekran waren notwendig, um die Rettung zu bewerkstelligen.
Beide Männer erlitten „schwerste Verletzungen“. Der Kampf um das Leben der Unfallopfer ging dann in Kliniken in Salzburg und Innsbruck weiter.

Operationen und Unterkühlung: Nach Informationen, die der TT vorliegen, befindet sich der Lenker des Streufahrzeuges nicht mehr in Lebensgefahr. Der in der Unfallklinik in Salzburg liegende Mann sei „massiv unterkühlt“ und müsse auch „operativ behandelt werden“, hieß es. Unmittelbare Lebensgefahr bestehe aber nicht mehr.
Das zweite Unfallopfer wurde in den Mittagsstunden an der Innsbrucker Universitätsklinik operiert.

TT.com
Feuerwehr-Bildbericht (hier auf Fireworld.at)

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