Österreich: Freiwilligengesetz 2011 und Erleichterungen für Ehrenamtliche
Österreich: 2011 ist das Europäische Jahr der Freiwilligkeit. In Wien engagieren sich etwa 20 Prozent der Menschen in ihrer Freizeit ehrenamtlich. Die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Freiwilligen sollen heuer verbessert werden.
Eine Reihe von Punkten wie die Lohnfortzahlung oder Urlaub und Haftpflicht sind zu klären, betonte Sozialminister Rudolf Hundstorfer am Freitag, dem 21. Jänner 2011: „Es gibt ein Bündel von Fragen, die wir in einen gewissen Rechtsrahmen bringen wollen.“ Noch in diesem Jahr sollen diese Fragen geklärt werden.
Der Anteil an ehrenamtlichen Mitarbeitern ist in Österreich sehr hoch. Während rund 23 Prozent der Europäer ab 15 Jahren ehrenamtlich tätig sind, sind es in Österreich 43,8 Prozent. Ein Gegenwert von 16 Milliarden Euro wurde für die Leistungen der freiwilligen Mitarbeiter errechnet.
Gemeindebund-Präsident Herbert Mödlhammer plädiert für „Benefits“, um weitere Bürger zu ehrenamtlichen Tätigkeiten zu motivieren. Mödlhammer schlug etwa den Erlass von Eintritten in Schwimmbäder oder Vorteile bei der Wohnungsvergabe vor.
„Erhalt von Einrichtungen wäre nicht möglich“
Der Wiener Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ)betonte am Freitag, dass „man den freiwilligen Helfern in unserer Gesellschaft gar nicht genug danken“ könne und man ihre Arbeit nicht für selbstverständlich ansehen dürfe.
Ohne das freiwillige Engagement wäre der Erhalt zahlreicher Einrichtungen kaum möglich, widersprach Häupl auch der Annahme, dass sich die ehrenamtliche Tätigkeit auf ländliche Bereiche beschränke.
Europatour im Wiener Rathaus
Im Rahmen des Europäischen Jahres der Freiwilligkeit wird eine Europatour durch alle 27 EU-Mitgliedsstaaten veranstaltet. Der Österreich-Stopp findet vom 25. bis 27. Jänner 2011 in der Volkshalle des Wiener Rathauses statt.
Dabei werden rund 100 Freiwilligenorganisationen aus ganz Österreich ihre vielfältigen Aufgabenbereiche präsentieren. Dazu werden Vorträge und Podiumsdiskussione veranstaltet. Die Schwerpunkte an den einzelnen Tagen sind „Freiwilliges Engagement in jedem Alter – Jung und Alt“, „Soziales und Integration“ sowie „Sport-, Umwelt- und Blaulichtorganisationen“.
Am 26. Jänner findet eine Podiumsdiskussion über Ehrenamtliche bei Blaulichtorganisationen statt, teilnehmen werden neben Bürgermeister Häupl auch Sozialminister Hundstorfer, Innenministerin Fekter sowie ASBÖ-Präsident Schnabl.
Freiwilligentätigkeit: Gesetz soll 2011 kommen
Drei Millionen Österreicher leisten jede Woche insgesamt 14.692.679 Stunden Freiwilligenarbeit und stehen damit im Zentrum des diesjährigen Europäischen Jahres der Freiwilligentätigkeit. Um ihnen auch eine rechtliche Mindestabsicherung zu bieten, soll noch in diesem Jahr ein neues Gesetz verabschiedet werden, kündigte Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) am 21.1.2011 an. Um die Leute weiterhin zum Engagement zu motivieren, kann sich Gemeindebund-Präsident Helmut Mödlhammer Anreize wie den Erlass von Schwimmbadeintritten vorstellen.
Während im EU-Durchschnitt rund 23 Prozent der Europäer ab 15 Jahren ehrenamtlich tätig sind, sind es in Österreich 43,8 Prozent. „In den kleinen und mittleren Gemeinden ist jeder zweite Gemeindebürger freiwillig aktiv. Das Leben wird dadurch stark geprägt“, sagte Mödlhammer. Er spricht von einem Gegenwert von 16 Milliarden Euro.
