D: Fw-Mmann als Brandstifter -> „Ein richtiger Feuerwehrmann macht das nicht“
Münchberg (Deutschland): Nach der Überführung eines Feuerwehrmannes als Brandstifter führte die Frankenpost ein Interview mit einem Kreisbrandmeister.
Das rücke die Feuerwehr in ein schlechtes Licht, fürchtet Kreisbrandrat Helmut Wilfert. Er betont im Gespräch, es handele sich um einen Einzelfall.
Herr Wilfert, in Zell hat ein Feuerwehrmann gestanden, dass er im Sommer 2010 absichtlich drei Scheunen in Brand gesteckt hat. Was sagen Sie als Kreisbrandrat dazu?
Dieser Vorgang stimmt mich traurig, aber so etwas kommt zum Glück sehr selten vor.
Haben Feuerwehrleute einen Hang zum Zündeln?
Auf gar keinen Fall. Ein richtiger Feuerwehrmann macht so etwas nicht. Er weiß nämlich, was alles Verheerendes passieren kann. Ein Brand kann immer auch Menschen in Gefahr bringen, solche, die sich in einem brennenden Gebäude aufhalten und gerettet werden müssen, aber auch den Feuerwehrmann, der Schulter an Schulter löscht.
Wie oft werden Feuerwehrleute zu Brandstiftern?
Ich kenne keine Statistik darüber. Aber ich gehe davon aus, der Prozentsatz wäre minimal.
Wie viele Feuerwehrleute gibt es eigentlich im Landkreis Hof?
Es gibt weit über 4000 aktive Feuerwehrleute in 160 Landkreis-Wehren. Angesichts dieser Zahl wird deutlich, dass darunter auch mal ein schwarzes Schaf sein kann. Man kann halt nicht in einen Menschen hineinblicken.
Und ist Ihnen in Ihrer langen Laufbahn ein derartiger Fall im Kreisverband Hof bereits einmal untergekommen?
Nein, ich kann mich an keinen erinnern. Aber das ist nun mal ein Ausreißer. Den wird es immer geben.
Der ganze Vorfall ist nun auch alles andere als gut fürs Image der Feuerwehr.
Das ist wahr. Dadurch wird die Feuerwehr nun in ein schlechtes Licht gerückt. Aber richtig ist auch: Die Feuerwehr ist zwar auf jeden Mann angewiesen, aber nicht auf Biegen und Brechen.
Dieser 19-Jährige hat in der Feuerwehr also keine Zukunft mehr?
Nach dem bayerischen Feuerwehrgesetz ist das ein Grund zur Entlassung – und so wird es kommen. Der Dienst in der Feuerwehr ist ja auch eine Sache des Vertrauens. Jeder muss sich in seiner Löschgruppe auf den Nebenmann verlassen können. Das gilt immer, egal, ob man in ein brennendes Haus geht oder einen Keller auspumpt.
