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D: Wieviel Feuerwehr braucht ein Brand? 3 löschen, 130 stehen rum!

Fürstenfeldbruck (Deutschland). Kaum qualmt es ein wenig, schon rücken zehn Feuerwehren in Heeresstärke an. Drei Mann löschen, die 130 anderen stehen rum.

Was hier überspitzt dargestellt ist, soll so ähnlich schon vorgekommen sein. Übertreibt es die Integrierte Leitstelle in Fürstenfeldbruck (ILS) also bei der Alarmierung?

Bei der Feuerwehr Hohenschäftlarn (Kreis München) jedenfalls ist man auf die Integrierte Leitstelle in Bruck nicht gut zu sprechen. Hauptgrund ist ein Einsatz, der schon länger zurückliegt. Auf der Garmischer Autobahn brannte ein Auto. Es wurden vier Feuerwehren alarmiert. Sie trafen mit zehn Fahrzeugen am Unfallort ein. Doch etliche Feuerwehrleute mussten unverrichteter Dinge wieder heimfahren, das Problem war nicht so groß, das Auto schnell gelöscht.

Eine solche Überalarmierung ist ärgerlich, hieß es bei einer Versammlung der Hohenschäftlarner Wehr, die einen speziellen Anhänger für Autobahnabsicherungen hat. Es sorge für Aufregung in der Mannschaft und sei demotivierend. Der Vorwurf wurde laut: Die Brucker ILS wendet regelmäßig eine zu hohe Alarmstufe an. Sprich: Sie hole viel zu viele Leute an den Ort des Geschehens, selbst wenn nur Bagatellen zu erledigen sind.

Dass die Brucker ILS mit der Garmischer Autobahn zu tun hat, liegt an ihrer Zuständigkeit auch für den Landkreis Starnberg, in dessen Gemarkung zumindest Teile der A 95 liegen. Soweit also stimmen die Vorwürfe aus Hohenschäftlarn. Aber wirklich auch nur soweit, wie die beiden Kreisbrandräte aus Fürstenfeldbruck und Starnberg, Hubert Stefan und Markus Reichart erklären. Denn das Thema ist weit differenzierter zu betrachten.

Wie Markus Reichart erklärt, gab es in dem einen konkreten Fall tatsächlich eine Überalarmierung. Das passierte in der Anfangszeit der ILS, die ja bayernweiter Vorreiter war und kaum auf die Erfahrung anderer zurückgreifen konnte. Es lag an einem Computerfehler: Es wurde zwar ein Pkw-Brand alarmiert. Dieser Tatbestand war im Computersystem aber fälschlicherweise mit dem eines Lkw-Brandes verknüpft. Auf Deutsch: Die Feuerwehrleute wussten zwar, dass ein Auto brennt, bekamen aber die Aufforderung, mit einer Stärke auszurücken, die bei einem Lkw-Brand angemessen wäre. Reichart: „Es gab eine Zeit, da war die Alarmierung aus Bruck immer eine Stufe zu hoch.“

Diese falsche Verknüpfung sei mittlerweile aber behoben, sagt Reichart, der sanft auch auf ein ein weiteres Problem hinweist: Wenn jede gerufene Feuerwehr wirklich nur mit der Mannes- und Gerätestärke kommt, für die sie wirklich alarmiert wurde, dann passt es, seit das System überarbeitet wurde. Also, etwas weniger sanft: Wenn eine Wehr mit 40 Mann und vier Autos ausrückt, obwohl nur 20 Kameraden mit zwei Autos angefordert wurden, ist sie schon auch ein wenig selbst schuld.

Merkur online

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